Artikel drucken
26.09.2013

Traditionsfirma doch verkauft: Japaner übernehmen Grohe mit Linklaters-Hilfe

Der sauerländische Badezimmerausrüster Grohe ist künftig in japanischer Hand: Rund 2,7 Milliarden Euro zahlen der Baustoff- und Gebäudetechnikkonzern Lixil und die Development Bank of Japan für 87,5 Prozent der Anteile. Verkäufer sind der Investor Texas Pacific Group (TPG) und die Private-Equity-Tochter der Credit Suisse. Ein bis zuletzt parallel verfolgter Börsengang von Grohe ist damit vom Tisch.

Klaus Hoenig

Klaus Hoenig

TPG und die Credit Suisse-Tochter DLJ Merchant Banking Partners hatten seit Längerem nach einem Käufer für Europas größten Badezimmerausrüster gesucht und parallel einen IPO des Unternehmens vorangetrieben, Konsortialbanken waren Goldman Sachs, Morgan Stanley und Credit Suisse.

Recht lange mit im Rennen um Grohe war auch das Schweizer Unternehmen Geberit. Der jetzige Verkauf bewertet Grohe schließlich mit insgesamt drei Milliarden Euro. Die Transaktion soll voraussichtlich im ersten Quartal 2014 abgeschlossen sein. Innerhalb des japanischen Konzerns sollen Grohe und die Tochter Joyou eigenständig bleiben, die Unternehmensleitung zudem nicht verändert. Einige Fusionskontrollbehörden, so etwa in der Europäischen Union, in China, Russland und den USA, müssen der Transaktion noch zustimmen..

TPG und Credit Suisse hatten Grohe 2004 erworben und damals 1,5 Milliarden Euro bezahlt. In den sieben Jahren verdoppelte sich der Umsatz des rund 9.000 Mitarbeiter starken Unternehmens auf heute rund 1,4 Milliarden Euro. Allerdings drücken Grohe weiterhin rund 1,5 Milliarden Euro Schulden.

Berater Lixil, Development Bank of Japan
Linklaters: Klaus Hoenig (Düsseldorf), David Holdsworth (London; beide Corporate; beide Federführung), Dr. Carsten Grave (Wettbewerbsrecht), Oliver Rosenberg (Steuern; beide Düsseldorf); Thomas McGrath (Wettbewerbsrecht; New York), Nicole Kar (Wettbewerbsrecht; London), Hiroya Yamazaki (Coporate; Tokio), Fay Zhou (Wettbewerbsrecht; Peking);  Associates:
Thorben Eisenbeiß (Arbeitsrecht; München), Dr. René Grafunder (Wettbewerbsrecht; Düsseldorf), Mamiko Nagai (Corporate; Tokio), Sebastian Klingen, Christopher Sprado (beide Corporate; Düsseldorf), Xi Liao (Wettbewerbsrecht, Peking), Peter Jones (Corporate; London), Charlie French (IP-Recht; London)  Alex Roberts (Corporate; Shanghai).

Berater TPG, Credit Suisse
Weil Gotshal & Manges: Prof. Dr. Gerhard Schmidt (Federführung), Dr. Heiner Drüke, Stephan Grauke (alle Corporate; alle Frankfurt), Tobias Geerling (Steuern; München), Dr. Thomas Schmid, Dr. Barbara Jagersberger (beide Corporate; beide München), Jürgen Börst (Steuern; Frankfurt); Associates: Konrad von Buchwaldt, Dr. Jan Harmjanz (beide Corporate), Dr. Kamyar Abrar (Regulatory), Dr. Christopher Peinemann, Céline Gollbach, Sven Dannemann (alle Corporate; alle Frankfurt), Sven Ceranowski, Susanne Liebel-Kotz, Dominik Sailer (alle Steuern), Dr. Annabell Grupp, Philipp Schlawien (beide Corporate), Dr. Wolfgang Süss, Thomas Zimmermann (beide Finance; alle München)

Berater Grohe
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Andreas Dietzel (Corporate), Markus Pfüller (Banking & Capital Markets, beide Federführung), Dr. George Hacket (Banking & Capital Markets), Dr. Wolfang Richter (Corporate), Dr. Felix Mühlhäuser (Steuern; alle Frankfurt), Marc Besen (Kartellrecht; Düsseldorf); Jörg Rhiel (Corporate), Barbora Moring (USRecht, Banking & Capital Markets), Philipp von Ploetz, Christian Wöckener-Erten (beide Banking & Capital Markets); Associates: Melissa Bach, Julia Wahls, Moritz Erdmann (alle Corporate),  Ryan Dunmire (USRecht, Banking & Capital Markets), Dr. Axel Wittmann, Juliane Pogadl, Miao Lin (alle Banking & Capital Markets)

Berater Joyou/Vorstand
Ashurst (Frankfurt): Matthias von Oppen, Peter Holst; Associates: Yue Qi, Bill Lee (Peking)

Berater Bankenkonsortium für IPO
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (Frankfurt): Dr. Stephan Hutter, Dr. Katja Kaulamo – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Weil Gotshal hatte die jetzigen Verkäufer schon 2004 bei deren Einstieg begleitet (mehr…). Partner Schmidt gilt als engster Berater von TPG hierzulande. Auch zu Grohe hat die Kanzlei seit dem TPG-Einstieg hervorragende Verbindungen aufgebaut, so wurde Partner Drüke im Lauf der Zeit zum festen Berater des sauerländischen Traditionsunternehmens. So beriet er beispielsweise beim Kauf der heutigen Tochter Joyou (mehr…) und begleitete auch die Verschmelzung von Grohe Water Technology auf die Grohe AG.

Daneben berät auch Clifford die Grohe-Gruppe schon länger. Die Kanzlei stand dem Unternehmen nun JUVE-Recherchen zufolge sowohl hinsichtlich des Verkaufs- als auch der IPO-Pläne zur Seite; dabei waren auch Clifford-Büros in Luxemburg, Bangkok und New York involviert. Ein sogenanntes Dual-Track-Verfahren für Grohe hatte es auch schon vor sieben Jahren gegeben, als es wie nun auch keinen IPO gab und letztlich TPG und Credit Suisse das Unternehmen übernahmen. Seinerzeit hatte CMS Hasche Sigle an der Seite von Grohe gestanden. 

Die beiden Skadden-Partner Hutter und Kaulamo begleiteten in diesem Jahr unter anderem bereits den Börsengang des Immobilienunternehmens LEG (mehr…), auch beim Einstieg eines neuen Großaktionärs bei Evonik waren sie dabei (mehr…). Zudem unterstreichen sie mit dem jetzigen Deal einmal mehr ihre Bankenkontakte, insbesondere zu anglo-amerikanischen Häusern wie Goldman Sachs und Morgan Stanley. Hutter hatte schon in den 1990er-Jahren, damals noch als Partner von Shearman & Sterling, mehrere Anleihetransaktionen von Grohe als Bankenberater begleitet. (René Bender)

  • Teilen