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28.11.2013

Anteilsverkauf: Vossloh-Gesellschafterstreit mit Taylor Wessing und Hengeler beendet

Die Gründerfamilie des Verkehrstechnikkonzerns Vossloh hat sich vom größten Teil ihres Aktienpakets am Unternehmen getrennt. Insgesamt verkaufte die Familie rund 22 Prozent der Aktien. Die Papiere wurden zu einem Preis von 68 Euro pro Aktie bei institutionellen Anlegern platziert. Der Erlös für die Gründerfamilie beläuft sich auf knapp 200 Millionen Euro.

Olaf Kranz

Olaf Kranz

Dem Verkauf war ein heftiger Streit zwischen der Gründerfamilie und dem Aufsichtsratschef Heinz-Hermann Thiele vorausgegangen. Dieser hält selbst fast 30 Prozent der Anteile an dem Bahntechnik- und Bahninfrastrukturkonzern. Er hatte seit mehr als zwei Jahren versucht, die Vorherrschaft in dem Unternehmen zu gewinnen. Dafür hatte Thiele in den vergangenen Jahren eine Sperrminorität bei Vossloh aufgebaut und sich im Sommer gegen den Willen der Familie zum Aufsichtsratschef wählen lassen.

Bei der Familie handelt es sich um einen etwa 100-köpfigen Clan. Zunächst waren die Anteile in einem als GbR organisierten Stimmrechtspool gebündelt. Um die Mehrheit gegenüber Thiele zu behaupten, hatte zunächst noch eine Umwandlung in eine GmbH & Co. KG stattgefunden. Nachdem der Konflikt damit jedoch nicht gelöst werden konnte, entschied sich die Familie für den weitgehenden Verkauf an institutionelle Investoren. Die Vossloh-Familie hält nun nur noch etwa acht Prozent an dem Unternehmen.

Bei den Käufern handelt es sich um verschiedene institutionelle Investoren aus Europa und den USA. Die Aktien wurden mit Hilfe der Berenberg Bank im Rahmen eines Block Trades umplatziert.

Im Geschäftsjahr 2012 erzielte Vossloh mit rund 5.100 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro.

Berater Gründerfamilie Vossloh
Taylor Wessing: Olaf Kranz (Corporate; Düsseldorf), Dr. Lars-Gerrit Lüßmann (beide Federführung), Ulrich Reers, Chistoph Vaupel (alle Corporate/Capital Markets; alle Frankfurt), Dr. Bert Kimpel (Steuerrecht; Düsseldorf); Associates: Dr. Sebastian Beyer, Marie-Christine Schmitt, Mario Hopp (alle Corporate/Capital Markets; alle Frankfurt)

Berater Vossloh
Freshfields Bruckhaus Deringer (Düsseldorf): Dr. Stephan Waldhausen – aus dem Markt bekannt

Berater Heinz-Hermann Thiele
Hengeler Mueller (München): Dr. Hans-Jörg Ziegenhain

Berater Berenberg Bank
Norton Rose Fulbright (Frankfurt): Dr. Frank Regelin, Thomas Vita (London); Associates: Solmaz Sedighi Rad, Alexander Hirshfeld (London)

Hintergrund: Taylor Wessing berät die Gründerfamilie schon seit einigen Jahren. Die Umwandlung der Stimmrechtspool GbR in eine GmbH & Co. KG erfolgte ebenfalls mithilfe der Kanzlei.

Aus dem Markt bekannt ist, dass Vossloh-Aufsichtsratschef und Großaktionär Thiele schon seit Jahren auf Hengeler setzt. Thiele hält auch weitere unternehmerische Beteiligungen, etwa an dem Münchner Industrieunternehmen Knorr-Bremse.

Freshfields hat Vossloh schon wiederholt bei Deals beraten, so etwa beim Verkauf einer Tochtergesellschaft (mehr…).

Die Berenberg Bank lässt sich ebenfalls seit vielen Jahren zu bank- und kapitalmarktrechtlichen Themen von Norton Rose Fulbright beraten und greift dabei immer wieder auf Kapazitäten auch ausländischer Büros zurück, etwa wenn es um US-rechtliche Aspekte geht.

Die steuerliche Beratung deckten sowohl die Vossloh-Familie als auch Thiele durch kleinere Steuerberatungsgesellschaften aus Wuppertal und München ab. (Volker Votsmeier)

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