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25.11.2013

Nachhilfebranche: DBAG übernimmt mit Linklaters ‚Schülerhilfe‘

Das Frankfurter Private-Equity-Unternehmen Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat ZGS Bildung für geschätzte 150 Millionen Euro übernommen. Die Gesellschaft betreibt unter dem Namen ‚Schülerhilfe‘ das größte Netz an Bildungs- und Nachhilfeeinrichtungen für Schüler in Deutschland und Österreich.

Stephan Morsch

Stephan Morsch

Verkauft wurde ZGS durch die bisherigen Gesellschafter, die Finanzinvestoren Paragon Partners und Syntegra Capital, sowie den bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter als Eigentümer. Die börsennotierte DBAG ist mit 14,2 Prozent bei ZGS eingestiegen, den Großteil der restlichen Anteile übernahm der von DBAG betreute Fonds DBAG Fund VI. Daneben wurde der bisherige Eigentümer wiederum im Wege eines Management-Buy-outs beteiligt. Finanziert wurde die Transaktion von der BayernLB und der Commerzbank. Die Kartellbehörden haben den Deal bereits abgesegnet.

Mit rund 80.000 Kunden zählt die ‚Schülerhilfe‘ zu den führenden Unternehmen der Nachhilfebranche. An den 1.050 Standorten ist es zu einem Drittel selbst aktiv, zu zwei Dritteln werden die Zentren durch selbstständige Franchisenehmer betrieben. Das Unternehmen hat 2012 aus eigenen Zentren und den Beiträgen der Franchisenehmer einen Umsatz von 43 Millionen Euro erzielt. Die Franchisenehmer selbst setzen mit ihren Einrichtungen weitere rund 65 Millionen Euro um.

Berater DBAG
Linklaters (München): Dr. Rainer Traugott, Dr. Stephan Morsch, Dr. Franz Schaefer (alle Federführung; alle Gesellschaftsrecht), Dr. Thomas Elser, Dr. Jann Jetter (beide Steuern), Thomas Bader (Arbeitsrecht), Dr. Konrad Berger (Telekommunikation/Medien/Technology); Associates: Dr. Martina Wind, Dr. Thomas Broichhausen, Rieke Bickelmann (alle Gesellschaftsrecht), Dr. Matthias Korff, Martin Mager (beide Steuern), Jessica Mateja (Arbeitsrecht), Nadine Annette Geppert (Telekommunikation/Medien/Technology), Kai Gassert (Immobilienrecht; beide Frankfurt)
Jonas (Köln): Karl Hamacher, Katja Grabienski; Associate: Dr. Torben Düsing (alle Markenrecht)
SJ Berwin (München): Tilman Siebert (Kartellrecht)
Schönherr (Wien): Dr. Martin Huger (österreichisches Arbeitsrecht)

Berater finanzierende Banken
Ashurst (München): Dr. Bernd Egbers (Federführung; Bank-/Finanzrecht), Heiko Penndorf (Steuerrecht; Frankfurt); Associates: Carsten Endres, Thomas Freund (beide Bank-/Finanzrecht)

Berater Paragon
Raue (Berlin): Prof. Dr. Andreas Nelle (Federführung), Dr. Jörg Jaecks (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Markus Plesser (Gewerblicher Rechtsschutz); Associates: Dr. Stefan Schäfers, Dr. Helge Rieckhoff, Constantin von Schöning (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Verena Steenfatt (Arbeitsrecht)

Berater Syntegra
P+P Pöllath + Partners (München): Philipp von Braunschweig (Gesellschaftsrecht)

Berater Management
Taylor Wessing (Hamburg): Dr. Jens Wolf (Federführung; M&A/Private Equity), Robert Wethmar; Associate: Sören Krefis (beide (Gesellschaftsrecht/M&A)

Hintergrund: Die Parteien vertrauten größtenteils auf langjährige Berater. So betreut Linklaters die DBAG seit Jahren bei Transaktionen. Die Münchner Partner Traugott und Schäfer leiteten schon 2012 den Verkauf der Coperion-Gruppe (mehr…). Die Kanzlei schaltete nun neben der österreichischen Kanzlei Schönherr auch die auf Geistiges Eigentum spezialisierte Boutique Jonas ein.

Die Kanzlei bildete bis zu der Trennung von der britischen Großsozietät 2007 den Kern der markenrechtlichen Abteilung von Linklaters (mehr…). Nach dem Wechsel des Linklaters IP-Partners Dr. Jens Matthes zu Allen & Overy im vergangenen Jahr (mehr…) hat die Zusammenarbeit beider Einheiten wieder angezogen.

Die Kartellanmeldung übernahm SJ Berwin-Partner Siebert für die DBAG, er berät den Fonds VI seit Langem kartellrechtlich.

Auch die Verkäufer setzten auf eingespielte Teams. Raue-Partner Nelle steht Paragon seit vielen Jahren zur Seite. Unter anderem betreute er die Investorin, als sie 2009 zunächst alleine bei der ‚Schülerhilfe‘ eingestiegen ist (mehr…). Dasselbe gilt für die Beziehung zwischen Syntegra und Pöllath, die auch 2011 den Verkauf des Stark-Verlags aufseiten von Syntegra begleitete (mehr…).

Das Management mandatierte Taylor Wessing dagegen zum ersten Mal. Dem lag ein persönlicher Kontakt zwischen Raue-Partner Nelles und Taylor Wessing-Partner Wethmar zugrunde.

Ashurst begleitet die BayernLB, insbesondere von ihrem Münchener Büro aus, regelmäßig im Rahmen von Akquisitionsfinanzierungen und Unternehmenskrediten und hat im vergangenen Jahr die Commerzbank mehrfach bei Transaktionen rechtlich unterstützt. (Jörn Poppelbaum)

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