Artikel drucken
14.11.2013

Osteuropäischer Netzbetreiber GTS: Deutsche Telekom expandiert mit Noerr

Die Deutsche Telekom übernimmt für 546 Millionen Euro GTS Central Europe, einen osteuropäischen Anbieter von Netzinfrastruktur. Verkäufer ist ein Konsortium aus Private-Equity-Investoren, darunter Columbia Capital, M/C Partners und HarbourVest Partners aus den USA sowie Innova Capital aus Polen.

Jens Liese

Jens Liese

Mit dem Zukauf will die Telekom in Osteuropa präsenter werden. Bislang ist sie über Landesgesellschaften hauptsächlich im Mobilfunkgeschäft tätig, mit der neu erworbenen Festnetzinfrastruktur will die Telekom das Portfolio ausbauen. GTS betreibt Telekomnetze und Rechenzentren in Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und anderen osteuropäischen Ländern. Anders als zunächst geplant wird das slowakische GTS-Geschäft bei der Transaktion ausgeklammert.

Die GTS-Gruppe hat im vergangenen Jahr rund 350 Millionen Euro umgesetzt und einen Gewinn von 87 Millionen Euro erzielt. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe.

Berater Deutsche Telekom
Noerr (Düsseldorf): Dr. Jens Liese (Federführung M&A), Dr. Tobias Frevert (Federführung Telekommunikationsrecht; Berlin), Dr. Thomas Schulz (Corporate), Dr. Thomas Thalhofer (IP; beide München), Dr. Andreas Butz (Arbeitsrecht), David Zafra Carollo (Immobilienrecht), Dr. Kathrin Westermann, Dr. Michael Bergmann (beide Kartell-/Telekommunikationsrecht; beide Berlin), Arkadiusz Ruminski (Warschau), Dr. Pavol Rak (Bratislava), Barbara Kusak (Prag; alle Corporate/Koordination); Associates: Dr. Andrea Neyses (Frankfurt), Dr. Sebastian Schürer, Bodo Dehne, Ariane Neubauer (alle Corporate), Dr. Benjamin Bajon (Telekommunikationsrecht), Pascal Schumacher (Kartell-/Telekommunikationsrecht; alle drei Berlin), Dr. Patrick Mückl (Arbeitsrecht), Katharina Pehle (IP; München), Jan Kriszeleit (Finanzierung; Frankfurt), Agnieszka Witaszek, Tomasz Krzywicki (beide Corporate/Telekommunikationsrecht; beide Warschau), Mihai Macelaru (Corporate/Koordination), Cristina Stamboli, Irina Stanica (alle Bukarest), Martin Tupek, Lukás Makara (beide Bratislava), JUDr. Petr Hrncir, JUDr. Milos Temel, JUDr. Halka Pavlíková, JUDr. Pavel Siroký (alle Corporate-/Telekommunikationsrecht; alle Prag), Dr. Zoltán Nádasdy (Corporate/Koordination), Dr. Zoltán Tenk, Martón Osztheimer (beide Corporate-/Telekommunikationsrecht; alle Budapest)
Travers Smith (London): Philip Sanderson, Adam Orr (britisches Recht)
NautaDutilh (Rotterdam): Joost den Engelsman (Corporate/Koordination), Greet Wilkenhuysen, Arnaud Fostier (beide Corporate; beide Luxemburg)
Dr. K. Chrysostomides (Zypern): Anna Rossides (Corporate/Koordination)
Nobles (Kiew): Volodymyr Yakubovskyy (Corporate/Koordination)
Inhouse (Bonn): Dr. Axel Lützner (M&A), Jan Lohrberg (Leiter Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Verkäufer-Konsortium
Edwards Wildmann (London): Shawn Atkinson (Corporate)
Freshfields Bruckhaus Deringer (Brüssel): Dr. Thomas Wessely; Associates: Fabian Dietrich, Daniela Dratvova (alle Kartellrecht)

Hintergrund: Noerr setzte sich in einem Pitch für die federführende Beratung zu dieser Transaktion durch. Dabei ist der Kanzlei zugute gekommen, dass sie wie kaum eine Wettbewerberin in zahlreichen Ländern Osteuropas mit eigenen Büros vertreten ist. Noerr ist mit Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien genau in den Ländern präsent, in denen GTS hauptsächlich aktiv ist.

In der Ukraine hatte die Kanzlei jüngst die eigene Niederlassung aufgegeben (mehr…). Allerdings pflegt sie eine gute Beziehung zu der Nachfolgesozietät Nobles, die ebenfalls in den Deal eingebunden war. Überdies konnte Noerr ihre Brüsseler Kartellrechtler einbinden, das Büro eröffnet allerdings erst in Kürze (mehr…).

Der Vertrag ist nach britischem Recht geschlossen worden. Aus diesem Grund hat die Telekom mit Travers Smith eine britische Kanzlei eingeschaltet. Auf Verkäuferseite war das Londoner Büro von Edwards Wildmann mandatiert. Die Beziehung kam über den Bostoner Standort zustande, denn im Wesentlichen stammen die an dem Konsortium beteiligten Private-Equity-Firmen aus den USA. Für die in diesem Fall komplexen kartellrechtlichen Fragen wurde überdies Freshfields eingebunden. Das Team um den Brüsseler Partner Wessely wurde nach einer Empfehlung der GTS-Investmentbank Goldman Sachs mandatiert. (Volker Votsmeier)

  • Teilen