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16.12.2013

ZF Friedrichshafen: Freshfields und Gleiss begleiten Abspaltung der Gummisparte

Der drittgrößte deutsche Autozulieferer ZF Friedrichshafen hat seine Sparte für Gummi und Kunststoff für 290 Millionen Euro an das chinesische Unternehmen Zhuzhou Times New Material Technology (TMT) verkauft. Es ist eine der bisher größten Investitionen chinesischer Konzerne in Deutschland.

Heiner Braun

In diesem Jahr wird ZF mit dem Geschäftsfeld rund 700 Millionen Euro erwirtschaften. Dazu tragen weltweit 3.300 Mitarbeiter bei, davon 1.700 in Deutschland. Zu den Produkten der Gummi- und Kunststoff-Sparte gehören unter anderem Airbag-Gehäuse und Hydrolager für die Motoraufhängung. Hauptsitz des Unternehmens ist auch nach der Ausgliederung, einem sogenannten Carve-out, das niedersächsische Damme, alle Produktionsstandorte sollen bestehen bleiben.

TMT ist eine Tochter des halbstaatlichen chinesischen Eisenbahnkonzerns CSR und produziert beispielsweise Schwingungsdämpfungskomponenten für die Bahn-, Automobil-, Bau- und Windkraftindustrie. Die Übernahme soll im ersten Halbjahr 2014 abgeschlossen werden, zuvor müssen aber noch Regulierungsbehörden und die TMT-Aktionäre zustimmen.

Berater TMT
Freshfields Bruckhaus Deringer
(Frankfurt): Dr. Heiner Braun (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. René Döring (Arbeitsrecht), Dr. Jochen Dieselhorst (IP/IT; Hamburg), Dr. Martin Schiessl (Steuerrecht), Alan Wang (Gesellschaftsrecht/M&A; Schanghai), Dr. Timon Grau; Associates: Dr. Marius Fritzsche (beide Arbeitsrecht), Timo Kost (IP/IT), Tingting Weinreich-Zhao, Dr. Moritz Schneider, Dr. Dariush Bahreini, Dr. Christoffer Bortz (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Tim Behrens (Immobilienwirtschaftsrecht), Nicolas Wolski (Steuerrecht), Dr. René Pfromm (Kartellrecht; Köln), Nina Schaube, Sascha Arnold (beide Öffentliches Wirtschaftsrecht; beide Hamburg), Sherry Xu (Schanghai), Libby O’Toole (New York), Aurélien Loric (Paris; alle Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater ZF Friedrichshafen
Gleiss Lutz: Dr. Ralf Morshäuser (München), Dr. Michael Arnold (Stuttgart; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Steffen Krieger (Düsseldorf; Arbeitsrecht; alle drei Federführung), Dr. Matthias Karl (Kartellrecht; Stuttgart), Dr. Tim Weber (Immobilienrecht; Frankfurt) , Dr. Andreas Neun (Berlin), Dr. Burghard Hildebrandt (Düsseldorf; beide Öffentliches Recht), Dr. Charlotte Beck (Pensionen; Berlin), Dr. Matthias Werner (IP/IT, München); Associates: Dr. Tobias Falkner (München), Richard Notz (Stuttgart, beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Björn Kalbfus (IP/IT; München), Dr. Philipp Pichler (Kartellrecht; Stuttgart), Dr. Elena Wilke, Matthias Deyhle (beide Arbeitsrecht; beide Düsseldorf), Dr. Linda Schlegel (Immobilienrecht; Frankfurt)
Inhouse Recht (ZF Friedrichshafen): Dr. Jan Eckert (Leiter Recht), Wolfgang Reiser (Dielingen), Dr. Martin Grabolle, Dr. Volker Nenstiel, Michael Tremer, Mauricio Camargo (Sorocaba/Brasilien), Tom Schank (Northville/USA)

Hintergrund: Die Mandatsbeziehung von Freshfields zu TMT entstand über Heiner Braun, der rund fünf Jahre lang in Schanghai für die Kanzlei arbeitete und das Büro mit seinen 50 Mitarbeitern bis zu seiner Rückkehr nach Frankfurt in diesem Jahr auch leitete. Freshfields betreute TMT in den vergangenen Jahren unter Brauns Führung vor allem bei Geschäften in China, aber auch bei Übernahmebemühungen im Ausland. Der jetzige Zukauf bei ZF Friedrichshafen ist aber der erste erfolgreiche Auslandsdeal. Dem TMT-Mutterkonzern China Southern Railways stand Freshfields dagegen in den vergangenen Jahren bereits mehrfach bei internationalen Transaktionen zur Seite.

Gleiss gehört in verschiedenen Rechtsgebieten zu den Stammberatern von ZF Friedrichshafen. Der Gesellschaftsrechtler Michael Arnold und der Kartellrechtspartner Matthias Karl kennen beispielsweise das Unternehmen aus der langjährigen Zusammenarbeit gut. Unter dem Rechtschef Jan Eckert, der 2012 vom Industriekonzern Kraus Maffei kam (mehr…) , haben sich darüber hinaus auch weitere Kontakte stärker etabliert, etwa zu P+P Pöllath + Partners und Hengeler Mueller. Beide Kanzleien kennt Eckert schon aus früherer Zusammenarbeit bei Kraus Maffei. Bei einem Joint Venture in China hatte ZF Friedrichshafen zuletzt auf Taylor Wessing und deren erfahrene China-Praxis vertraut.

In Wirtschaftsprüfungsfragen setzte TMT beim jetzigen Carve-out auf KPMG, ZF Friedrichshafen griff auf PwC PricewaterhouseCoopers zurück. (René Bender)

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