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25.12.2013

Ungewöhnliche Erstnotiz: Dechert verhilft Voxeljet zu IPO in New York

Der bayrische 3D-Drucksystemanbieter Voxeljet ist an der New Yorker Börse gestartet. Das Augsburger Unternehmen erlöste knapp 73 Millionen US-Dollar. Piper Jaffray und die Citigroup begleiteten die stark nachgefragte Emission als Konsortialführer.

Berthold Hummel

Im Zuge des IPOs trennte sich eine Gruppe von Altaktionären von ihren Anteilen, bestehend aus Alesta Beteiligung, dem Startkapital-Fonds Augsburg, Franz Industriebeteiligungen und dem Technologie Beteiligungsfonds Bayern. Ihnen flossen 24,4 Millionen US-Dollar zu. Voxeljet will das Geld unter anderem für den Ausbau von Servicecentern in Europa und den Bau neuer Zentren in Nordamerika sowie Asien verwenden. 2012 setzte die Firma rund elf Millionen US-Dollar um.

Voxeljet ist das erste kleinere deutsche Unternehmen, das die Erstnotiz an der New Yorker Börse vornahm. Börsenstarts in den USA gelten als sehr komplex und aufwendig. Dies liegt nicht zuletzt an den besonders strengen aufsichtsrechtlichen Regeln. Allerdings wurden die Auflagen 2012 durch den Jumpstart Our Business Startups Act (JOBS Act) gelockert. Es erleichtert Unternehmen unter anderem, Gelder von privaten Investoren einzusammeln.

Dies trug mit dazu bei, dass sich der IPO-Markt in den USA in diesem Jahr besonders robust zeigte. Zudem gilt das Land als Vorreiter in der 3D-Druck-Branche, sodass die meisten Konkurrenten von Voxeljet dort ansässig sind. Die Herstellung von 3D-Drucksystemen gilt als klarer Wachstumsmarkt, da sie das tägliche Produktions- und Konsumverhalten deutlich verändern könnten.

Berater Voxeljet/Altaktionäre
Dechert: Berthold Hummel (München), David Rosenthal (New York; beide Federführung IPO), Dr. Katja Heuterkes (München; Federführung Altaktionäre-Beratung), Dr. Michael Meissner (Finanzierung; München), Derick Kauffman (Corporate; Philadelphia), Daniel Dunn, Joshua Milgrim (beide Steuern) Thomas Raisky (IP); Associates: Kenneth Wang (alle New York), Carina Klaes-Staudt (beide Steuern), Christian Böhme, Dr. Karl von Rumohr (beide Gesellschaftsrecht), Robert Williams (Finanzierung; alle München), James Hipolit, Allie Misner (beide Corporate; beide Philadelphia)

Berater Banken
Paul Hastings: William Schwitter (New York), Dr. Karl Balz (beide Federführung; Corporate/Kapitalmarktrecht), Dr. Christopher Wolff, Dr. Regina Engelstädter, Dr. Ali Sahin (alle Corporate), Uwe Halbig (Steuern; alle Frankfurt); Associate: Shezahd Siddiqui (New York; Federführung; Corporate/Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Für Dechert war es das erste Mandat an der Seite von Voxeljet. Die Sozietät setzte sich nach einem Pitch durch. Kontakte zu dem Voxeljet-CFO Rudi Franz hatte der Münchner Partners Hummel bereits zuvor. Franz kennt ihn schon länger, sie arbeiteten zusammen, als Franz noch beim Investor 3i tätig war.

Bislang hatte Dechert hierzulande bei Börsengängen vor allem abgebende Altaktionäre betreut. Eine Ausnahme war beispielsweise der Börsenstart des Industrieausrüsters Norma, den sie 2011 zusammen mit Freshfields Bruckhaus Deringer betreute. Allerdings hat die Sozietät in den USA in der Vergangenheit zahlreiche Notizen anderer europäischer Gesellschaften begleitet.

Paul Hastings kam über die Kontakte ihres New Yorker Büros zu Piper Jaffray in das Mandat. Die Kanzlei begleitet regelmäßig die Investmentbank. (René Bender)

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