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11.12.2013

Walter Services: Latham, Brinkmann und Geiwitz ebnen Weg für Sanierung

Die Gläubiger des baden-württembergischen Callcenter-Betreibers Walter Services haben die Insolvenzpläne für zehn Gruppengesellschaften angenommen und damit den Weg für die weitere Sanierung geebnet. Mehrheitsgesellschafter von Walter Services sind seit 2011 die beiden Investoren H.I.G. und Anchorage.

Jörn Kowalewski

Jörn Kowalewski

Die Insolvenzpläne vorgelegt hatten die beiden Sanierungsgeschäftsführer Dr. Jan Plathner und Dr. Christoph Morgen, beide Partner der Insolvenzkanzlei Brinkmann & Partner. Sie hatten sich dabei mit dem Sachwalter Arndt Geiwitz abgestimmt. Die Insolvenzexperten sind seit Juli bei dem angeschlagenen Callcenter-Betreiber im Einsatz, der ein Schutzschirmverfahren beantragt hatte (mehr…).

Das Amtsgericht Karlsruhe muss nun die Insolvenzpläne noch bestätigen, erst danach sind sie rechtskräftig. Durch die Sanierung sollen 5.000 von ursprünglich 6.000 Arbeitsplätzen in Deutschland erhalten bleiben. Insgesamt beschäftigt Walter Services 8.500 Mitarbeiter in Europa. Die Tochtergesellschaft Perry & Knorr sowie die Auslandsaktivitäten waren vom Schutzschirmverfahren ausgeschlossen.

Für fünf deutsche Standorte, die bislang exklusiv für ein großes Telekommunikationsunternehmen arbeiteten, ist noch nicht klar, in welcher Form und welchem Umfang sie weitergeführt werden. Insgesamt wurden bei der komplexen Restrukturierung unter anderem Verträge mit Kunden und Konditionen mit Lieferanten geprüft, zudem musste Gespräche mit 17 Betriebsräten und dem Konzernbetriebsrat geführt werden.

Berater Gesellschafter und Hauptkreditgeber
Latham & Watkins (Hamburg): Frank Grell; Associates: Dr. Jörn Kowalewski (beide Federführung; beide Restrukturierung und Insolvenz), Dr. Tobias Leder (Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Eigenverwaltung Walter Services
Brinkmann & Partner: Dr. Jan Plathner (Frankfurt), Dr. Christoph Morgen (Hamburg)

Sachwaltung Walter Services
Schneider Geiwitz & Partner (Neu-Ulm): Arndt Geiwitz

Berater Private Krankenkasse und diverse Betriebskrankenkassen
BRL Boege Rohde Luebbehuesen (Hamburg): Dr. Dominik Demisch – aus dem Markt bekannt

Berater Kleingläubiger
CMS Hasche Sigle (Köln): Dr. Rolf Leithaus, Dr. Petra Schaffner – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Latham beriet die Gesellschafter H.I.G. und Anchorage und damit auch die Hauptkreditgeber. Die Hamburger Restrukturierungsexperten Grell und Kowalewski sind bereits seit 2011 für ihre Mandanten im Einsatz (mehr…). Grell saß nun im Gläubigerausschuss, Kowalewski, der zum Januar zum Partner in der US-Kanzlei ernannt wird, übernahm die Verhandlungsrolle.

BRL-Partner Demisch, der die Interessen der institutionellen Gläubiger vertrat, kennt die Latham-Anwälte noch aus gemeinsamer Tätigkeit. Der Hamburger Anwalt hatte bis zu seinem Wechsel zu BRL als Associate in der Restrukturierungspraxis von Latham gearbeitet (mehr…).

Ebenfalls selbst Mitglied des Ausschusses als Gläubiger war CMS, die 2011 noch das damalige Management von Walter Services beraten hatten. Nun vertrat die Kanzlei zudem im Gläubigerausschuss die Interessen der Kleingläubiger. (Christine Albert)

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