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23.01.2014

Fusionspläne: Linklaters und Freshfields begleiten Hapag-Lloyd und CSAV

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd und die chilenische Konkurrentin Compañía Sud Americana de Vapores (CSAV) haben mit einer Absichtserklärung einen weiteren Schritt zur geplanten Fusion ihres Containergeschäfts gemacht. Schon im Dezember hatten die Reedereien bestätigt, über den Zusammenschluss der Containergeschäfte zu sprechen. Dadurch würde die weltweit viertgrößte Linienreederei entstehen.

Wolfgang Sturm

Wolfgang Sturm

Hapag-Lloyd hatte vor einem Jahr bereits mit der Oetker-Tochter Hamburg Süd über eine Fusion verhandelt, die Gespräche waren jedoch gescheitert. Auch eine Partnerschaft mit der Neptune Orient Lines sollen die Hamburger zwischenzeitlich in Erwägung gezogen haben. Stattdessen soll nun CSAV rund 30 Prozent an Hapag-Lloyd erwerben. Beide Unternehmen erwarten durch die Fusion Einsparungen in Höhe von 300 Millionen US-Dollar jährlich. Nachdem die Absichtserklärung nun steht, werden im nächsten Schritt nun die Bücher geprüft.

Der Schulterschluss mit CSAV kommt wenige Monate nach dem Ende des Albert-Ballin-Konsortiums, das 2008 für 4,45 Milliarden Euro bei der größten deutschen Reederei eingestiegen war. Anfang 2012 hatte es seinen Anteil sogar noch einmal auf zuletzt 78 Prozent aufgestockt. Ende September löste sich das Konsortium vereinbarungsgemäß, jedoch drei Monate früher als geplant, auf.

Größter Einzelaktionär ist seither die Stadt Hamburg mit knapp 37 Prozent, gefolgt von dem Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne mit gut 28 Prozent. In wesentlich geringerem Maße beteiligt sind zudem die weiteren Ex-Konsorten Signal Iduna (5,3 Prozent) und Hanse Merkur (1,8 Prozent), die HSH Nordbank (2,9 Prozent) und die Modeunternehmer Friedhelm Behn und Detlev Meyer (2,9 Prozent), die sich durch die Privatbank M.M. Warburg vertreten lassen.

Außerhalb des Ex-Konsortiums hält TUI weiterhin 22 Prozent. Der Reisekonzern will sich aber möglichst schnell von dieser Beteiligung trennen und forciert deshalb den Börsengang der Reederei. Dieser könnte durch die neue Allianz sogar begünstigt werden. Hapag-Lloyd soll zunächst im Rahmen von zwei Kapitalerhöhungen rund 740 Millionen Euro einsammeln.

Marius Berenbrok

Marius Berenbrok

Berater CSAV
Inhouse Recht (Valparaiso; Chile): Pablo Bauer
Linklaters
(Düsseldorf): Wolfgang Sturm (Federführung; Corporate), Oliver Rosenberg (Steuern), Dr. Carsten Grave (Kartell-/Wettbewerbsrecht), Gordon Warnke (Steuern; New York), Olga Petrovic (London), Michael Bassett (New York; beide Bankrecht), Dr. Ingo Klauß (Kartell-/Wettbewerbsrecht); Associates: Kirsten Placke (Steuern), Thorsten Henze, Rebecca Ridder, Karin Hribar (alle Corporate), Christoph Barth (Kartell-/Wettbewerbsrecht)
Claro y Cia (Santiago) – aus dem Markt bekannt

Berater Hapag-Lloyd
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Marius Berenbrok (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Boris Dzida (Arbeitsrecht), Dr. Jochen Dieselhorst (IP/IT), Dr. Alexander Schwahn (Steuern), Bob Schlossberg (Washington), Alan Ryan, Dr. Andreas von Bonin (beide Brüssel; alle Kartellrecht); Associates: Dr. Benjamin Ullrich, Arne Krawinkel, Dr. Heiko Bertelmann, Dr. Moritz Koch, Dr. Hildrun Siepmann, Dr. Christian Kutschmann, Dr. Philipp Osteroth (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Timo Kost, Dr. Philipp Dohnke, Dr. Carsten Lindner (alle IP/IT), Sebastian Bothe (Steuern), Dr. Julia Haas (Immobilienrecht), Sascha Arnold (Öffentliches Recht), Roman Eschke, Dr. Christian Reinhard (alle Arbeitsrecht), Dr. Mick Jaspers, Dr. Thomas Wilson, Anneleen Straetemans (alle Kartellrecht; alle Brüssel)
Allen & Overy (Frankfurt): Thomas Neubaum (Federführung), Bianca Engelmann, Peter Hoegen, Dr. Bernhard Herding (alle Bank-/Finanzrecht, Frankfurt), Dr. Helge Schäfer (Corporate/M&A; Hamburg), Ignacio Ruiz-Camara (Bank-/Finanzrecht; Madrid); Associates: Dr. Jonas Wittgens (Corporate/M&A; Hamburg), Dr. Urs Lewens, Vanessa Cuellas, Sara Sanz (beide Madrid), Elke Funken-Hötzel, Patrick Reuter, Dr. Alexander Schilling, Dr. Dietmar Schubert, Florian Ziegler (alle Bank-/Finanzrecht)
Inhouse Recht
(Hamburg): Thomas Mansfeld (Leiter Recht), Beate Flach (M&A), Henning Wiese (Finanzierung)
Inhouse Steuern
(Hamburg): Holger Schildt (Senior Director Tax)
Carey (Santiago)

Berater TUI
Hengeler Mueller: Dr. Hans-Jörg Ziegenhain, Dr. Simon Link (beide Corporate; beide München) – aus dem Markt bekannt

Berater Hapag-Lloyd-Aktionäre
Gleiss Lutz (Hamburg): Dr. Andreas Rittstieg, Dr. Fred Wendt (beide Federführung, beide Corporate/M&A), Dr. Johann Wagner (Steuern), Dr. Urszula Nartowska; Associates: Dr. Christian Mencke, Christian Zimmermann (alle Corporate/M&A)

Hintergrund: Linklaters ist aus ihrer Londoner Bankrechtspraxis heraus regelmäßig für CSAV bei Schiffsfinanzierungen tätig. Der Düsseldorfer Partner Sturm beschäftigt sich als Co-Head der internationalen Linklaters-Sektorgruppe Transport & Logistik regelmäßig mit der Branche. CSAV wird steuerlich von KPMG begleitet.

Freshfields-Partner Berenbrok spielt seit Langem eine wichtige Rolle im gesamten Komplex um die Hamburger Reederei. Der renommierte Corporate-Spezialist war 2008 als Berater der Beteiligungsholding der Stadt beim Einstieg des Albert-Ballin-Konsortiums dabei. Später löste er Latham & Watkins als Hauptberater des Konsortiums ab (mehr…). Bei der Aufstockung der Anteile 2012 führte er zudem gemeinsam mit Gleiss-Anwalt Rittstieg, dem Berater des Logistikunternehmers Kühne, die Verhandlungen mit TUI (mehr…).

Nun allerdings steht Berenbrok direkt an der Seite der größten deutschen Reederei. Berenbrok hat bereits Hapag-Lloyd beraten, als diese 2011 mit CSAV Gespräche führte. Diese waren jedoch ergebnislos abgebrochen worden. Als die Hamburger Reederei dann Anfang 2013 mit Hamburg Süd die Möglichkeiten für ein Zusammengehen auslotete, wurde sie von dem Hamburger Allen & Overy-Partner Dr. Helge Schäfer betreut.

JUVE-Recherchen zufolge begleiten Schäfer sowie weitere Partner von Allen & Overy die Reederei nun laufend in Fragen des Gesellschaftsrechts, der Finanzierung sowie bei Kapitalmaßnahmen. So beriet erst Ende November der Frankfurter Gernot Wagner zur Emission von zwei Hochzinsanleihen (mehr…). Auch bei einem möglichen IPO dürfte die Kanzlei entsprechend zum engsten Kreis der möglichen Berater gehören. (Christine Albert, René Bender)

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