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14.01.2014

Geplatzt: Linklaters-Mandantin McKesson kommt bei Celesio nicht zum Zug

Das milliardenschwere Übernahmeangebot des US-Konzerns McKesson für Celesio war erfolglos. Die Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent wurde nicht erreicht. Damit bleibt der Stuttgarter Pharmagroßhändler ein eigenständiges Unternehmen und Haniel mit 50,01 Prozent sein größter Aktionär. 

Peter Erbacher

Peter Erbacher

Zuvor hatte der US-Hedgefonds Elliott, der 22,7 Prozent an Celesio hält, versucht die Offerte zu blockieren, weil er sich ein besseres Angebot erhofft hat. Obwohl McKesson nachbesserte und eine Einigung mit dem Duisburger Familienkonzern Haniel vermeldete, war bis kurz vor Fristende nicht abzusehen, wie viele Celesio-Aktionäre das Angebot annehmen.

Ursprünglich hatte McKesson den Celesio-Aktionären 23 Euro je Aktie geboten und lag damit knapp 37 Prozent über dem damaligen Börsenkurs des Stuttgarter Pharmakonzerns. Nach erneuten Verhandlungen besserte McKesson sein Angebot um 50 Cent auf 23,50 Euro je Aktie nach. Der US-Konzern hatte sich durch Minderheitsaktionär Elliott unter Zugzwang gesetzt gesehen. Der strategische Finanzinvestor hat seine Anteile an Celesio seit Bekanntwerden der Übernahmepläne im Herbst weiter aufgestockt. So hat er über 800 Millionen Euro in Aktien und Wandelanleihen investiert, um im Vorfeld einer Übernahme von den steigenden Börsenkursen von Celesio zu profitierten.

Berater McKesson
Linklaters (Frankfurt): Peter Erbacher, Stephan Oppenhoff (beide Federführung), Dr. Sebastian Daub, Mike Bienenfeld (London), Ulli Janssen (alle Corporate), Prof. Dr. Jens Blumenberg, Dr. Michael Ehret (beide Steuern), Dr. Daniela Seeliger (Kartellrecht), Daniel von Brevern (Wettbewerbsrecht; beide Düsseldorf), Thomas Bader (Arbeitsrecht; München); Associates: Dr. Michael Weiß, Dr. Mathias Bock, Ann-Catherine Hoffmann, Christian Schubert, Katharina Eiberger, Julia Sack (Berlin), Guillaume Régnier, Sébastien Pontillo (beide Paris), John Stone (London; alle Corporate), Dr. Carolin Reese, Ferry Bühring (beide Öffentliches Recht; beide Berlin), Dr. Antje Heinen (Kartellrecht; Düsseldorf), Sabine Hamburger (Dispute Resolution), Manon Brindöpke, Frederike Finke (beide Wettbewerbsrecht; beide Düsseldorf), Dr. Björn Strehl (Bankrecht), Dr. Ulrich Johann, Marc Christ (beide Steuern), Dr. Robert Mai (Kapitalmarktrecht), Amanda Rowell (IP; London), Juliet de Graaf (Finanzregulierung; Amsterdam)
Wolf Theiss (Wien): Christian Mikosch (Federführung; Gesellschaftsrecht), Günter Bauer (Kartellrecht), Kurt Retter (Aufsichts-/Gesundheitsrecht), Jochen Anweiler (Kartellrecht); Associate: Ekkehard Diregger (Aufsichts-/Gesundheitsrecht)
Morrison & Foerster (New York): (US Finanzierung) – aus dem Markt bekannt
Lefosse Advogados (São Paulo): (brasilianisches Recht) – aus dem Markt bekannt

Josef Broich

Josef Broich

Berater Elliott
Broich (Frankfurt): Josef Broich, Ferdinand von Rom (beide Federführung), Dr. Olaf Gierke; Associates: Wolfgang Sturm, Dr. Jan Göppert, Steffen Stohrer, Dr. Robert Lepiarczyk – aus dem Markt bekannt
Bingham McCutchen: Dr. Christian Halász (Frankfurt/London), Dr. Axel Vogelmann, Dr. Stefan Gehrlein – aus dem Markt bekannt

Berater Haniel
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Thomas Meurer, Dr. Maximilian Schiessl (beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Alf-Henrik Bischke (Kartellrecht), Dr. Wolfgang Groß (Kapitalmarktrecht; Frankfurt); Associates: Christian Strothotte, Dr. Martin Ulbrich, Dr. Carsten Wettich

Berater Celesio
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Andreas Fabritius, Dr. Arend von Riegen – aus dem Markt bekannt

Berater Banken
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Christian Cascante, Dr. Jochen Tyrolt (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Helge Kortz (Bank-/Finanzrecht; Frankfurt), Dr. Stephan Aubel; Associates: Alexander Gebhardt (beide Kapitalmarktrecht), Frank Schlobach (Bank-/Finanzrecht; beide Frankfurt), Maike Sauter (Corporate/M&A)
Davis Polk & Wardwell (New York) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die beteiligten Kanzleien haben sich seit Bekanntwerden des Übernahmeangebots (mehr…) nicht geändert, bereits damals war aus Anwaltskreisen zu hören, dass der Hedgefonds Elliott auf die Dienste von Broich aus Frankfurt setzt. Mit Blick auf den Fristablauf intensivierten sich die Verhandlungen nochmals. So sollen die Anwälte von McKesson in verschiedenen Arbeitsgruppen mit den verschiedenen Aktionärsgruppen verhandelt haben. 

Der Hedgefonds Elliott ist ein Schlüsselmandant für Broich. Namenspartner Josef Broich beriet Elliott bereits 2004 bei der streitigen Übernahme des Kosmetikherstellers Wella durch Procter & Gamble (mehr…). Äußerst öffentlichkeitswirksam ist zudem die Arbeit der Anwälte bei den Klagen gegen Porsche (mehr…).

Dem Vernehmen nach waren deutsche Anwälte der US-Kanzlei Bingham McCutchen im Vorfeld für Elliott tätig, als dieser Wandelanleihen erwarb. Der Kontakt kam über das Londoner Büro von Bingham zustande, der Standort berät Elliott laufend in Restrukturierungs- und  Finanzierungsfragen sowie in Prozessen. (Marcus Jung)

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