Artikel drucken
12.02.2014

Bundesliga-Deal: FC Bayern holt Allianz mit Inhouse- und Milbank-Hilfe an Bord

Für 110 Millionen Euro hat sich der Versicherer Allianz 8,33 Prozent der Anteile am FC Bayern München gesichert. Darüber hinaus behält die Allianz bis 2041 die Namensrechte an der Arena. Es handelt sich um den größten Investorendeal in der über 50-jährigen Geschichte der Fußball-Bundesliga. Die Allianz ist bereits der dritte Weltkonzern, der beim FC Bayern eingestiegen ist.

Michael Gerlinger

Neben dem Versicherer sind Adidas und Audi Teilhaber des deutschen Fußball-Rekordmeisters. Die jetzt von der Allianz übernommen Anteile gab die FC Bayern AG im Wege einer Kapitalerhöhung aus. Der FC Bayern zahlt von dem Erlös die restlichen Schulden zurück, die er für den Bau der 340 Millionen Euro teuren Allianz-Arena aufgenommen hatte. Die Schulden sollen bei rund 100 Millionen Euro liegen.

Die Anteile von Adidas und Audi reduzieren sich durch den Allianz-Einstieg von 9,09 auf ebenfalls 8,33 Prozent – damit kommen die drei Konzerne zusammen auf knapp 25 Prozent. Rund 75 Prozent an der FC Bayern AG hält der Verein selbst, der zuletzt einen Rekordumsatz von 423 Millionen Euro einfuhr und nun mit rund 1,32 Milliarden Euro bewertet wird.

Adidas hatte für seinen Anteil am FC Bayern noch 75 Millionen Euro gezahlt, Audi investierte insgesamt 90 Millionen. Erst vor gut einer Woche hatte auch Hertha BSC einen Investoren an Bord geholt. In den Berliner Verein stieg das Private-Equity-Haus KKR mit rund 60 Millionen Euro ein.

Berater Allianz
Inhouse Recht (München): Hans-Konrad Ress, Tobias Unterguggenberger – aus dem Markt bekannt

Berater FC Bayern
Inhouse Recht (München): Dr. Michael Gerlinger
Milbank Tweed Hadley & McCloy (München): Dr. Norbert Rieger; Associates: Dr. Dominic Köstner

Hintergrund: Milbank-Partner Norbert Rieger ist seit mehr als einem Jahrzehnt Stammberater des FC Bayern, wenn es um Corporate-Themen geht. Er stand dem Club schon 2002 zur Seite, als Adidas einstieg. Drei Jahre später schuf der FC Bayern ein Rechtsressort und holte dafür den früheren Taylor Wessing-Anwalt Gerlinger. Doch auch als sich Audi Jahre später beim Rekordmeister einkaufte, betreute der angesehene M&A-Experte Rieger die Verhandlungen zentral, die Inhouse-Abteilung war damals im Gegensatz zu heute nicht wesentlich beteiligt.

Die Allianz steuerte den Einstieg nun JUVE-Recherchen zufolge mit ihrer Rechtsabteilung. Ansonsten pflegt der Versicherungskonzern unter anderem zum Allen & Overy-Partner Hans Diekmann seit Langem engste Kontakte. Er beriet beispielsweise die Allianz 2012 zu einem Autoversicherungs-Joint-Venture mit Volkswagen.

Audi ließ sich im Rahmen des Einstiegs der Allianz ebenfalls beraten. Für den Autobauer waren die Corporate-Anwälte Dr. Daniel Gubitz und Dr. Tobias Nikoleyczik von Münchner Sozietät GLNS tätig. (René Bender)

  • Teilen