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21.02.2014

Insolvenz: Geiwitz trennt mit Linklaters Weltbild-Verlag von Hugendubel

Mit einer strukturellen Veränderung sollen die Chancen für eine Gesamtsanierung der Verlagsgruppe Weltbild steigen. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, der das Ruder bei Weltbild übernommen hat, handelte dazu jetzt eine Entflechtung des Verlags vom Buchhändler Hugendubel aus.

Ulrich Wolff

Ulrich Wolff

Weltbild war Mitte Januar in die Pleite gerutscht, das Filialgeschäft war dabei von dem Insolvenzantrag ausgenommen. Es wird durch die DBH betrieben, die Weltbild und Hugendubel jeweils zur Hälfte gehört haben. Nun löste Geiwitz das Weltbild-Filialgeschäft aus dem Vertriebsverbund heraus und übertrug es allein auf Weltbild. Als Eigner der DBH samt ihrer Töchter verbleibt weitgehend nur noch Hugendubel. Eine Ausnahme bildet der e-Book-Großhandel ‚Pubbles‘, hier sind Weltbild und DBH mit je 25 Prozent engagiert.

Für das Filialgeschäft wurde unter dem Namen ‚Weltbild Plus‘ erfolgreich ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Augsburg beantragt, sodass die Filialen nun in Eigenverwaltung saniert werden. Mit der einfacheren Gesellschafterstruktur soll Weltbild für potenzielle Investoren attraktiver werden. Das Kölner Verlagshaus Bastei Lübbe prüft derzeit einen Einstieg.

Der Weltbild-Konzern hat insgesamt 6.800 Mitarbeiter, davon 2.300 in Augsburg. Gesellschafter sind zwölf katholische Bistümer, der Verband der Diözesen Deutschlands und die Soldatenseelsorge Berlin.

Berater Insolvenzverwalter
Linklaters (Frankfurt): Ulrich Wolff (M&A/Gesellschaftsrecht), Kolja von Bismarck (Restrukturierung; beide Federführung), Dr. Rainer Stadler (Steuern; München), Dr. Daniela Seeliger, Daniel von Bremern (beide Kartellrecht; beide Düsseldorf), Dr. Jochen Laufersweiler (Corporate), Dr. Thomas Elser, Dr. Jann Jetter (beide Steuern; beide München); Associates: Dr. Sabine Vorwerk (Restrukturierung), Ann-Catherine Hoffmann (Corporate), Andreas Müller, Mareike Ackermann, Simon Boepple, Mathias Bülow (alle Corporate), Teresa Margarete Treeck, Martin Mager (beide Steuern; beide München)

Berater DBH/Hugendubel
Dissmann Orth (München): Dr. Arne Friese, Hermann Orth (beide Gesellschafts-/Steuerrecht)
Hermann Jobe & Partner (München): Clemens Jobe, Florian Schiermeyer (beide Insolvenzrecht)
Anchor (München): Christoph Herbst, Thomas Rieger (beide Bankenkoordination/Insolvenzrecht)

Arndt Geiwitz

Arndt Geiwitz

Insolvenz- und Sachwaltung Weltbild
Schneider Geiwitz & Partner: Arndt Geiwitz (vorläufiger Insolvenzverwalter Weltbild; Ulm), Christian Plail (Sachwalter Weltbild Plus; Augsburg), Oliver Brückner (Steuern; Augsburg), Dr. Andreas Schrettl (Insolvenzrecht; München)

Hintergrund: Zuletzt hatte die Nachricht für Schlagzeilen gesorgt, dass Geiwitz per Gerichtsbeschluss den bisherigen Weltbild- Geschäftsführer Carel Halff endgültig entmachtet habe. Halffs Unterschrift sei bislang für alle wesentlichen Verträge nötig gewesen. Zudem habe Geiwitz zusammen mit Roland Berger ein gewinnbringendes Grobkonzept für den potenziellen Käufer erstellt, so die ‚Süddeutsche Zeitung‘.

Mit Linklaters arbeitete Geiwitz bereits im Rahmen der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker bei den Verkäufen im Ausland zusammen. In Deutschland agierte Schneider Geiwitz bislang vornehmlich mit eigenen Anwälten. Die jetzige Transaktion erforderte aber eine besonders vielschichtige gesellschafts-, insolvenz- und steuerrechtliche Begleitung.

Die Münchner Kanzlei Dissmann Orth berät DBH seit vielen Jahren im Gesellschafts- und Steuerrecht, zum Beispiel 2007 bei einer Kooperation mit der damaligen Arcandor-Tochter Karstadt Warenhaus. Bei der Trennung von Hugendubel unterstützte neben ihr die Kanzlei Anchor die Koordination mit den DBH-Finanzierern. (Parissa Kerkhoff)

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