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17.03.2014

Milliardendeal: Russische Investorengruppe sichert sich mit Linklaters RWE Dea

Die Öl- und Gasfördertochter RWE Dea geht an den in Luxemburg ansässigen Investmentfonds LetterOne – und damit in russische Hände. Denn hinter LetterOne steht eine Investorengruppe um den russischen Milliardär Michail Fridman. LetterOne zahlt 5,1 Milliarden Euro, 600 Millionen Euro davon für Verbindlichkeiten.

Ralph Wollburg

Ralph Wollburg

Wegen der Krim-Krise hat der Verkauf an die Russen auch eine politische Dimension. RWE hatte die Bundesregierung von dem geplanten Verkauf unterrichtet, erwartet aber nach eigenen Angaben von dort keine Ablehnung. Vor Abschluss des Kaufvertrags müssen zudem der RWE-Aufsichtsrat und Behörden in mehreren Ländern der Transaktion zustimmen.

Vor allem in Deutschland, Norwegen, Großbritannien und Ägypten fördert RWE Dea Öl und Gas. Insgesamt hält das Unternehmen Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Seinen Hauptsitz hat RWE Dea in Hamburg, weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 1.400 Mitarbeiter. 2013 machte der Konzern einen Gewinn von 521 Millionen Euro.

RWE benötigt die Milliarden dringend für den Schuldenabbau, den Konzern drücken Lasten von über 30 Milliarden Euro. Mit dem Verkauf will der Mutterkonzern aber auch Investitionen sparen: Das Geschäft von Dea ist kapitalintensiv, die Gewinne fließen zum Teil erst viele Jahre später.

Matthias Hentzen

Matthias Hentzen

Die Vorbereitungen zum Verkauf der Dea laufen seit März 2013, zum Ende des Jahres sprach RWE dann gezielt Investoren an. Neben LetterOne sollen auch die BASF-Tochter Wintershall, der ungarische Öl- und Gaskonzern MOL sowie ein Konsortium um den Finanzinvestor KKR mit Kufpec aus Kuwait für Dea geboten haben. 

Die erst 2013 gegründete LetterOne will in den kommenden drei bis fünf Jahren ein weltweites Öl- und Gasgeschäft aufbauen. Dazu hat Fridman zusammen mit dem russischen Milliardär German Khan die Sparte L1 Energy aufgelegt, über die rund 20 Milliarden Dollar investiert werden sollen.

Berater LetterOne
Linklaters (Düsseldorf): Dr. Ralph Wollburg, Dr. Tim Johannsen-Roth (beide Federführung Corporate), Christopher Bremme (Federführung  Energierecht; Berlin), Dr. Sebastian Benz (Steuern), Dr. Carsten Grave (Kartellrecht), Fiona Hobbs, Richard Ginks (beide Projektfinanzierung), Nick Garland (Corporate), Vanessa Havard-Williams (Öffentliches Recht; alle London), Dr. Markus Appel (Berlin; beide Öffentliches Recht), Julian Zaich (Bankrecht; Frankfurt), Dr. Ingo Klauß (Kartellrecht), Thomas Bader (Arbeitsrecht; München); Associates: Thorsten Henze, Dr. Carl von Laer, Ricarda Grzeschik, Rebecca Ridder, Karin Hribar, Waleed Rasromani (London; alle Corporate), Jasmin Dettmar (Bankrecht; Frankfurt), Dr. Jens Hollinderbäumer, Dr. Martin Borning (beide Energierecht; beide Berlin), Anna Burghardt, Alexander von Heinz, Jan Paul Zimmermann (alle Öffentliches Recht; alle Berlin), Christoph Barth (Kartellrecht), Nathan Santamaria (Projektfinanzierung), Ruth Knox (Öffentliches Recht; beide London)
EY (London) – aus dem Markt bekannt

Berater RWE
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Matthias Hentzen, Thomas Meurer (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Christoph Stadler (Kartellrecht), Martin Klein (Steuern; Frankfurt),Thomas Schmidt Kötters, Dirk Uwer (beide Öffentliches Recht), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht; Frankfurt); Associates: Maurice Séché, Martin Ulbrich (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Günther Wagner (Steuern), Jörg Meinzenbach, Dr. Lars Mesenbrink (beide Kartellrecht), Peter Wehner, Eckbert Müller (beide Arbeitsrecht), Dr. Matthias Cloppenburg,Thomas Himmelmann (beide Corporate)
Slaughter and May:(London): Hywel Davies, Dipak Bhundia, Gemma Carr, Samantha Brady
Amereller (Kairo/Tripolis): Dr. Kilian Bälz (Federführung; lokales Recht)
Inhouse Recht: Dr. Claudia Mayfeld (Leiterin Recht & Compliance), Dr. Tobias Bage (Leiter M&A)

Berater RWE DEA
Latham & Watkins (Hamburg): Dr. Björn Dißars (Federführung), Dr. Dirk Kocher, Dr. Joachim von Falkenhausen (alle Corporate)

Berater RWE DEA Vorstand
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Prof. Dr. Christoph Seibt – aus dem Markt bekannt

Berater Wintershall
Wilmer Hale (Berlin): Ulrich Quack, Dr. Oliver Fleischmann (beide Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Heuking Kühn Lüer Wojtek – aus dem Markt bekannt
Dentons – aus dem Markt bekannt

Berater KKR/Kufpec
Clifford Chance (München): Arndt Stengel, Markus Muhs (beide Corporate/M&A)

Berater MOL: Nicht bekannt

Hintergrund: Linklaters kam über den M&A-Berater Pamplona ins Mandat, der für LetterOne den gesamten Deal mit dem maßgeblichen Partner João Saraiva Silva von London aus steuerte. Von Pamplona war die Kanzlei auch schon in anderen Transaktionen beauftragt worden, Partner Ralph Wollburg pflegt den Kontakt zu dem M&A-Berater. Steuerlich begleitete Ernst & Young aus London den Deal für LetterOne.

Hengeler an der Seite von RWE ist keine große Überraschung. Auch wenn die Mandatsbeziehung zu RWE nicht exklusiv ist, verbindet die Kanzlei doch eine jahrelange Tätigkeit mit dem Stromkonzern. So war Hengeler unter anderem beim Verkauf des Stromnetzes Amprion oder der Milliarden-Kapitalerhöhung 2011 für den Konzern tätig. In anderen Zusammenhängen, etwa bei den Klagen gegen die Atomsteuer oder die Stilllegung von Atomkraftwerken, vertraut der Konzern beispielsweise auf Freshfields Bruckhaus Deringer. (Ulrike Barth)

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