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28.04.2014

Fluglinie: DLA, Freshfields und Allen & Overy sichern Air Berlin neues Geld

Air Berlin will sich bis Jahresende mindestens 450 Millionen Euro durch die Emission von zwei Anleihen sichern. Der Großteil davon kommt vom arabischen Großaktionär Etihad, der eine Wandelanleihe über 300 Millionen Euro zeichnete, eine zweite Anleihe soll weitere 150 Millionen Euro bringen.

Dirk Schmalenbach

Air Berlin steckt nach einer übereilten Expansion schon länger in finanziellen Schwierigkeiten, 2011 war die arabische Fluggesellschaft Etihad als Großaktionär eingestiegen und pumpte seither bereits mehr als 500 Millionen Euro in die deutsche Fluglinie. Dennoch sank der Umsatz von 4,3 auf 4,15 Milliarden Euro, am Ende des Geschäftsjahrs 2013 standen zum wiederholten Male Verluste und das Eigenkapital war vollständig aufgebraucht. Die Finanzspritzen sollen dem Konzern helfen, seine angekündigte fundamentale Neustrukturierung voranzutreiben.

An der Eigentümerstruktur ändere sich durch die von Anoa Capital, die Quirin Bank und Close Brothers Seydler begleiteten Kapitalmaßnahmen nichts, so Air Berlin. In den vergangenen Wochen war spekuliert worden, dass Etihad weitere Anteile an der Fluglinie übernehmen oder das Unternehmen etwa mit der italienischen Alitalia zusammenführen könnte, mit der die Araber derzeit über einen Einstieg verhandeln. Dem stünden aber auch Hürden entgegen: Unternehmen, die außerhalb der EU sitzen, dürfen nicht die Mehrheit an einer europäischen Fluglinie übernehmen, sonst gehen die Anflugrechte verloren. Zudem kündigte die EU-Kommission unlängst an, den Einfluss von Etihad bei Air Berlin genau unter die Lupe zu nehmen. Etihad, hinter der das Königshaus von Abu Dhabi steht, hält 29 Prozent der Aktien.

Im Raum standen zuletzt überdies auch ein möglicher Börsenrückzug und die Umwandlung in eine GmbH, die Pläne dafür sollen jedoch juristisch nicht wasserdicht gewesen sein.

Berater Etihad
DLA Piper (London): John Hayes (Corporate), Sarah Day (Finance), Dr. Benjamin Parameswaran (Corporate; Hamburg), Dr. Ludger Giesberts (Regulatory/Aviation), Kerstin Schnabel (Corporate; beide Köln) – aus dem Markt bekannt

Gernot Wagner

Gernot Wagner

Berater Air Berlin
Freshfields Bruckhaus Deringer: Peter Allen (London), Dr. Dirk Schmalenbach, Dr. Konrad Schott (beide Frankfurt; alle Bank- und Finanzrecht), Martin Nelson-Jones, Mark Trapnell, Denise Ryan (alle Gesellschaftsrecht/M&A; alle London); Associates: Dr. Andreas Stefanski  (Frankfurt), Barbara Mollin Richard Thexton, Jennifer Gillcrist (alle London; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Uta Kunold (Bank- und Finanzrecht), Dr. Markus Benzing (Öffentliches Wirtschaftsrecht; beide Frankfurt)

Berater Banken
Allen & Overy (Frankfurt): Gernot Wagner (Federführung; US Corporate Finance), Dr. Oliver Seiler, Jonathan Mellor, Simon Toms (beide London), Dirk Eisel, Dr. Knut Sauer, Malcom Charles (London), Frank Mausen (alle Kapitalmarktrecht), Pierre Schleimer (Banking), Paul Peporte (alle drei Luxemburg); Associates: Dr. Alexander Schlee, May Chiu, Elisabeth Handley, Vikas Katyal (alle Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Die beteiligten Kanzleien begleiten die Restrukturierungsmaßnahmen von Air Berlin alle schon seit Längerem. DLA, die Etihad im Nahen Osten seit etlichen Jahren betreut, stand ihrer Mandantin auch bei der Beteiligung an Air Berlin zur Seite. In Deutschland war es seinerzeit das erste größere Projekt, bei dem die Kanzlei für die Fluggesellschaft arbeitete. Danach beriet DLA Etihad bei den weiteren Finanzspritzen für Air Berlin. Anders als bei den vorherigen Deals spielte nun das deutsche Recht eine geringere Rolle.

Freshfields wiederum arbeitet seit Jahren für Air Berlin. So begleitete sie den Konzern bei dessen Expansion, beispielsweise 2007 beim Kauf von LTU und auch 2009, als zwei neue Großaktionäre einstiegen. Nachdem sich das Unternehmen damit verhoben hatte, begleitete die Kanzlei auch die folgenden Kapitalmaßnahmen.

Auch Allen & Overy hat bereits Erfahrung mit der Beratung bei Kapitalmaßnahmen von Air Berlin. Sie betreute 2013 die Credit Suisse, als sie für Air Berlin eine Wandelanleihe von 150 Millionen Euro emittierte. (René Bender)

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