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30.05.2014

Bessere Zeiten für Monier: Sullivan und Allen & Overy begleiten nächsten IPO

Der Dachpfannen- und Schornsteinhersteller Braas Monier soll nach langer Restrukturierung noch in diesem Sommer an die Börse gehen. Entsprechende Pläne legte das Unternehmen nun offen.

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Carsten Berrar

Hauptaktionäre von Braas Monier sind die Hedgefonds Apollo, Tower Brook und York sowie die französische Bank BNP Paribas, die auch nach dem Börsengang zunächst beteiligt bleiben wollen. Begleitet wird der IPO durch ein Bankenkonsortium unter Führung von BNP Paribas, JP Morgan und der UBS, außerdem gehören Berenberg und Goldman Sachs der Gruppe an. Presseberichten zufolge will Brass Monier bis zu einer halben Milliarde Euro einnehmen. Demnach kommt das Unternehmen auf eine Bewertung von rund 1,2 Milliarden Euro. Eine Kapitalerhöhung soll es im Zuge des Börsengangs offenbar nicht geben.

Braas Monier und seine rund 7.400 Mitarbeiter haben eine lange Leidenszeit hinter sich. Das deutsche Unternehmen mit Sitz in Luxemburg, das ehemals mehrheitlich dem französischen Baustoff-Konzern Lafarge gehörte, war 2009 von seinen Gläubigern übernommen worden. Zuvor hatte ihm der Finanzinvestor PAI Partners, der 2007 eingestiegen war, zu viele Schulden aufgebürdet. Die Gläubiger um die Hedgefonds drängten 2009 dann PAI sowie Lafarge 2009 per Debt-to-Equity-Swap vollständig aus dem Konzern, es folgten zwei harte Restrukturierungsrunden für Braas Monier.

2012 hatte Monier versucht, sich mit einer Anleihe über 250 Millionen Euro zu refinanzieren, war damit aber gescheitert. Zuletzt steigerte das Unternehmen bei 1,23 Milliarden Euro Umsatz den operativen Gewinn (Ebitda) auf 84,5 Millionen Euro von 63,8 Millionen Euro im Jahr zuvor. Das Unternehmen mit Sitz im hessischen Oberursel ist binnen kurzer Zeit die zweite deutsche Gesellschaft, die von früheren Gläubigern an die Börse gebracht werden soll. Vor gut einer Woche startete der Koblenzer Gasdruckfedern-Spezialist Stabilus erfolgreich am Parkett.

Berater Braas Monier
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, David Rockwell; Associate: Dr. Ansgar Wimber
Inhouse Recht (Oberursel): Hanno Schultze-Enden

Berater Banken
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Oliver Seiler (Federführung; Kapitalmarktrecht), Gernot Wagner (US Corporate Finance), Knut Sauer; Associate: Dr. Alexander Schlee (beide Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (UBS; Frankfurt): Holger Hirschberg
Inhouse Recht (BNP Paribas; London): Christoph Opfermann
Inhouse Recht (JP Morgan; London): Mark Finn

Berater Hauptaktionäre/Fonds
Kirkland & Ellis (München/London): Erik Dahl (München), Christian Iwasko (London; beide Federführung; beide Corporate), Dr. Roderic Pagel, Dr. Oded Schein, Ulf Kieker, Steven Clemens, Rachel Cantor, Michael Carew (alle Steuern), Neel Sachdev (Finanzierung), William Burke (Kapitalmarktrecht; beide London), Dr. Björn Holland (Corporate; alle München); Associates: Thibault Reichelt, Michelle Tong, Philipp Mangini-Guidano, Sylvia Strumpler (alle Corporate), Bryan Robson, Susannah Amini (beide Finanzierung), Michael Schöpfel (Steuern), Tim Volkheimer, James Simpson (Beide Kapitalmarktrecht)

Berater Management Braas Monier
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Benedikt Hohaus (Federführung), Dr. Barbara Koch-Schulte (Steuern); Associate: Dr. Tim Kaufhold – alle zu Managementbeteiligung

Hintergrund: Besonders intensive Kontakte zu Braas Monier hatte in den vergangenen Jahren vor allem Kirkland. Die in Restrukturierungs- und Finanzierungsfragen sehr erfahrene Kanzlei war schon eng eingebunden, als die Fondsinvestoren 2009 die Macht bei dem Dachziegelhersteller übernahmen und begleitete die Entwicklung des Unternehmens seither intensiv. So beriet sie beispielsweise bei dem Versuch, Monier über eine Anleihe zu refinanzieren. Kirkland verfügt hierzulande aber über keine originären Kompetenzen in der Begleitung von Börsengängen – ganz im Gegensatz zu Sullivan & Cromwell, deren Praxis zu den bestimmenden am Markt gehört. Sie ist beispielsweise auch für den anvisierten Börsengang des Online-Händlers Zalando mandatiert, dort begleitet sie anders als nun die Banken.

Für Allen & Overy ist es der zweite IPO binnen einer Woche, den sie begleitet. Während die Magic-Circle-Kanzlei beim Start von Stabilus aber an der Seite des Unternehmens stand, beriet sie nun die Banken, bei denen sie sich JUVE-Recherchen zufolge in einem Pitch durchsetzte. Insbesondere zur UBS, aber auch zu JP Morgan, verfügt die Praxis von Allen & Overy über etablierte Beziehungen. Kontakte zu Monier hatte sie in den vergangenen Jahren überdies, so beriet sie 2009 in Teilfragen bei der Übernahmen durch die Investoren. (René Bender)

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