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09.05.2014

Börsenpläne: Zalando bereitet mit Freshfields und Sullivan IPO im Herbst vor

Die IPO-Pläne des Berliner Online-Schuh- und Modehändlers Zalando werden konkreter. Das Unternehmen hat jetzt die Investmentbanken Credit Suisse, Morgan Stanley und Goldman Sachs beauftragt, den Börsenstart vorzubereiten. Offenbar will das Unternehmen noch im dritten Quartal dieses Jahres an die Börse gehen. Als Handelsplatz soll die US-Technologiebörse Nasdaq im Gespräch sein. Überlegungen für einen Börsengang gibt es bei dem Modehändler schon länger.

Christoph Gleske

Bereits im Dezember hatte sich Zalando von einer GmbH in eine AG umgewandelt. Zalando war vor gerade einmal fünf Jahren gegründet worden, einen wesentlichen Teil des Risikokapitals stellten damals die Internetunternehmer Marc, Oliver und Alexander Samwer bereit. Seither hat das Unternehmen einen fulminanten Aufstieg hingelegt. Der Umsatz ging von wenigen Millionen Euro auf zuletzt knapp 1,8 Milliarden Euro hoch, allerdings schrieb Zalando zugleich 120 Millionen Euro Verlust. Die Samwer-Brüder halten inzwischen nur noch knapp 20 Prozent der Anteile, größter Einzelaktionär ist mit 36,5 Prozent die schwedische Beteiligungsfirma Kinnevik. Sie hat ihren Anteil zuletzt mit knapp 1,4 Milliarden Euro bewertet. Auf dieser Basis wäre Zalando insgesamt fast 3,8 Milliarden Euro wert.

Berater Zalando
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt ). Dr. Christoph Gleske – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Michael Menz – aus dem Markt bekannt

Berater Banken
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die wohl engsten Kontakte zu Zalando hat in den vergangenen Jahren Noerr gehabt. Maßgeblich geht dies auf in den in der Risikiokapital-Szene anerkannten Berliner Partner Sascha Leske zurück, zu dessen Mandantenstamm die Samwer-Brüder gehören. Durch Leskes Kontakte begleitete Noerr die Entwicklung von Zalando seit Unternehmensgründung.

Mit dem Aufstieg Zalandos wuchs der Beratungsbedarf erheblich, wovon auch Freshfields profitierte. Die Kanzlei stand dem Unternehmen zunächst etwa im Markenrecht zur Seite und später auch gesellschaftsrechtlich. Vor zwei Jahren wechselte dann der Berliner Counsel und Gesellschaftsrechtler Menz von Freshfields zu Zalando und rückte dort als General Counsel an die Spitze eines sechsköpfigen Rechtsteams.

Dass Freshfields nun Zalando auch bei dem anstehenden IPO begleitet, ist in zweierlei Hinsicht keine große Überraschung. Unabhängig von den Stück für Stück verbesserten Kontakten zu dem Onlinehändler verfügt die Sozietät über eine der bundesweit anerkanntesten Praxen im Eigenkapitalmarktrecht. In den vergangenen Jahren dominierte Freshfields den überschaubaren Markt der Börsengänge zusammen mit Hengeler Mueller und Sullivan Cromwell geradezu. Sullivan pflegt dabei traditionell enge Kontakte zu Goldman Sachs, die hier Teil des Konsortiums für den Zalando-IPO ist.

Wann und ob die abgebenden Aktionäre bei dem IPO eine Kanzlei hinzuziehen, ist nicht bekannt. Der schwedische Investor Kinnevik als größter Aktionär hatte sich bei seinem Zalando-Engagement zuletzt auf Ashurst verlassen. (René Bender)

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