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19.05.2014

Nächster Investor: Ardian kauft mit Renzenbrink Spielzeughersteller Schleich

Der französische Finanzinvestor Ardian hat für 220 Millionen Euro den schwäbischen Spielzeughersteller Schleich übernommen. Verkäufer des 1935 gegründeten Unternehmens war das  Private-Equity-Haus HgCapital. Die Briten hatten 2006 rund 165 Millionen Euro für den Schlumpf- und Tierfigurenhersteller gezahlt.

Ulf Renzenbrink

Ulf Renzenbrink

Ardian, ehemals unter Axa Private Equity bekannt, hält künftig 80 Prozent an Schleich. 95 Millionen Euro der Kaufsumme finanziert Ardian mit Krediten der DZ Bank und der Landesbank Baden-Württemberg. Der frühere Eigentümer Paul Kraut, der vor gut einem Jahr als Vorstandschef abgelöst wurde und zuletzt noch 20 Prozent hielt, nutzte den Verkauf zum Ausstieg. Dafür beteiligte sich nun das Schleich-Management, dabei erwarb der neue Vorstandschef Thomas van Kaldenkerken etwa 10 Prozent. Das Kartellamt muss dem Deal noch zustimmen.

Schleich stand schon vor rund einem Jahr zum Verkauf, damals hatte HgCapital den Verkaufsprozess aber abgebrochen, weil kein Investor die geforderten 200 Millionen Euro zahlen wollte. Schleich vertreibt seine bekannten Hartgummi-Figuren mit 340 Mitarbeitern in 50 Ländern und setzte zuletzt rund 106 Millionen Euro um. Ardian will nun die Produktpalette und das Auslandsgeschäft des Spielzeugherstellers weiter ausbauen.

Berater Ardian
Renzenbrink Raschke von Knobelsdorff Heiser (Hamburg): Dr. Ulf Renzenbrink, Dr. Nico Torka; Associates: Dr. Martin Witt, Dr. Dominik Massing, Dr. Sebastian Pläster,  Dr. Niels Maier (alle Gesellschaftsrecht/M&A)
Willkie Farr & Gallagher (Frankfurt): Jan Wilms (Bank- und Finanzrecht), Dr. Stefan Jörgens, Mario Schmidt (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Rolf Hünermann (Kartellrecht), Daniel Stengel; Associates: Tobias Daubert, Mario Bammann (alle Bank- und Finanzrecht)
KNPZ Rechtsanwälte (Hamburg): Dr. Kai-Uwe Plath (IP/IT); Associates: Caroline Knieper (Markenrecht), Dr. Jan-Michael Grages (IT)
Schramm Meyer Kuhnke (Hamburg): Dr. Nils Schramm; Associate: Dr. Antje Hoops (beide Arbeitsrecht)

Berater HgCapital
Clifford Chance (Frankfurt): Oliver Felsenstein (Federführung; Private Equity), Dr. Bernd Meyer-Witting (Gesellschaftsrecht), Nicole Engesser Means (Arbeitsrecht), Dr. Claudia Milbradt, Dr. Wolfgang Schönig (beide IP), Thomas Weitkamp (Bank- und Kapitalmarktrecht; München); Associates: Susanne Decker, Dr. Hendrik Röhricht, Laurent Müller (alle Private Equity), Jan Wittrodt (Gesellschaftsrecht), Priscilla Ries (Arbeitsrecht)

Berater Management
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Benedikt Hohaus (Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater Banken
Latham & Watkins (München): Dr. Andreas Diem; Associates: Nicole Beyersdorfer, Paulina Zulawski (alle Bank- und Finanzrecht)

Hintergrund: Der französische Investor Ardian hatte sich in der Vergangenheit häufig umfassend von Willkie Farr & Gallagher begleiten lassen. Dieses Mal lag der Schwerpunkt der Willkie-Beratung auf der Finanzierungsseite. Die gesellschaftsrechtlichen Fragen betreute vor allem die Hamburger Corporate-Boutique Renzenbrink Raschke von Knobelsdorff Heiser, die für arbeitsrechtliche Themen und Gewerblichen Rechtsschutz regelmäßig mit anderen Spezialkanzleien kooperiert. Sowohl Renzenbrink als auch KNPZ und Schramm Meyer Kuhnke wurden ursprünglich als Spin-offs des Hamburger Büros von Freshfields Bruckhaus Deringer gegründet.

Steuerlich setzte Ardian auf die kleine, auf Transaktionen spezialisierte Einheit Taxess, die sich 2011 von der deutschen Steuerrechtspraxis von SJ Berwin – heute King & Wood Mallesons SJ Berwin – abgespalten hatte.

Clifford-Partner Felsenstein ist seit etlichen Jahren Stammberater von HgCapital und begleitete unter anderem bereits 2006 den Kauf von Schleich. In steuerrechtlichen Fragen beriet KPMG die Verkäuferseite. (René Bender, Norbert Parzinger)