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02.06.2014

Lohn gegen Zukunft: Tuifly setzt bei Tarifabschluss auf Inhouseabteilung

Die Tui-Tochter Tuifly hat mit den Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit eine langfristige Tarifeinigung erzielt. Sie betrifft 2.400 Arbeitnehmer und hat eine Laufzeit von vier Jahren.

Michael Hengesbach

Michael Hengesbach

Kern des Tarifkompromisses ist ein Verzicht auf Einkommenserhöhungen für die nächsten zwei Jahre. Erst zum März 2016 und 2017 erhalten Flug- und Servicepersonal je 2,5 Prozent mehr Lohn. Im Gegenzug verpflichtet sich die Fluggesellschaft, ihre Flotte von 38 auf 41 Flieger aufzustocken. Gelingt der Ausbau nicht, legen die Verdienste rückwirkend zum März 2014 um 3,5 Prozent jährlich zu.

Darüber hinaus stellt Tui Langstrecken-Maschinen bereit, die mit Tuifly-Crews betrieben werden. Diese Langstrecken-Maschinen werden im Auftrag des Reiseveranstalters Tui Deutschland in die Karibik fliegen.

Der Tarifabschluss ist Teil des Zukunftsprogramms ,Max Thrust‘, zu dem auch eine Neuausrichtung der Technikorganisation von Tuifly in Hannover gehört. Große Wartungsarbeiten an den Flugzeugen sollen künftig für alle Fluggesellschaften unter dem Dach des Tui-Konzerns gruppenweit geplant und durchgeführt werden. Dadurch wird es in Hannover in den kommenden Jahren zu Stellenreduzierungen im Technikbereich kommen.

Tuifly gehört zur Londoner Tui Travel PLC, an der die Tui AG mehrheitlich beteiligt ist. Tuifly hat ihren Sitz am Flughafen Hannover.

Berater Tuifly
Inhouse (Langenhagen): Michael Hengesbach (HR-Director und Leiter Tarifrecht)

Berater Verdi
Inhouse (Berlin): Ingo Kronsfoth (Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr) – aus dem Markt bekannt

Berater Vereinigung Cockpit
Inhouse (Frankfurt): Ursula Merkert (Tarifreferentin)

Hintergrund: Das Projekt bei Tuifly leitete der Inhouse-Jurist und Personalchef Hengesbach, der gemeinsam mit einem Flugbetriebsleiter seit Oktober 2013 mit den Gewerkschaften verhandelte. Hengesbach ist seit rund zwei Jahren HR-Director von Tuifly, zuvor war der Jurist fünf Jahre bei Tui Deutschland im Personalbereich tätig. Er ist Mitglied im Präsidium des Bundesverbandes der Arbeitsrechtler in Unternehmen (BVAU), der sich vor rund einem Jahr gegründet hat. Beim BVAU leitet er die Regionalgruppe Nord.

Verdi-Vertreter Kronsfoth sitzt im Aufsichtsrat der Tui AG sowie der Tuifly und der Lufthansa Cityline. Er ist anders als Merkert, die Verhandlungsführerin der Vereinigung Cockpit, kein Jurist. (Geertje de Sousa)

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