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13.06.2014

Milliardendeal: Lego-Eigentümer steigen mit Hogan Lovells und Linklaters bei Minimax ein

Die Eigentümer des dänischen Spielzeugkonzerns Lego haben sich beim norddeutschen Feuerlöscherhersteller Minimax Viking eingekauft, der weltweiten Nummer drei im Brandschutz. Über ihre Familienholding Kirkbi erwarben die Dänen die Mehrheit an der Firma aus Bad Oldesloe bei Hamburg vom schwedisch-britischen Investor IK Investment Partner. Der Verkauf soll auf einem Unternehmenswert von knapp 1,4 Milliarden Euro basieren, so Medienberichte.

Matthias Hirschmann

IK Investment, vormals Industri Kapital, war 2006 eingestiegen und hatte den Umsatz von Minimax durch zwei Zukäufe in den USA auf rund 1,2 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Kirkbi schloss sich für die Transaktion mit dem Vermögensverwalter Intermediate Capital Group zusammen, der zuvor bereits als nachrangiger Kapitalgeber beteiligt gewesen ist. Zusammen übernahmen sie nun knapp zwei Drittel an Minimax Viking.

Der Rest liegt weiterhin beim Management und der früheren Viking-Eigentümerfamilie Groos aus den USA, die ihre Anteile jeweils erhöhten. Die bestehenden Finanzstrukturen von Minimax werden übernommen, inklusive der bestehenden Verbindlichkeiten von 800 Millionen Euro. Zusätzliche Schulden werden dem Unternehmen nicht aufgebürdet.

Zu Minimax gehören weltweit 70 auf Brandschutz spezialisierte Unternehmen mit insgesamt 7.000 Mitarbeitern. Zum Angebot gehören unter anderem Brandmeldetechnik sowie Löschsysteme und mobile Feuerlöscher. An einem Kauf des Unternehmens waren auch Konkurrenten und Beteiligungsgesellschaften wie Blackstone, Cinven, Clayton Dublier Rice sowie Copeba interessiert.

Kirkbi gehören 75 Prozent am Spielzeugkonzern Lego und knapp 30 Prozent an der Merlin Entertainment Group, die unter anderem die Lego-Freizeitparks und die Wachsfigurenkabinette von Madame Tussauds betreibt. Eine weitere Beteiligungen hält die Lego-Mutter beispielsweise am Nordseewindpark Borkum Riffgrund 1.

Berater Kirkbi
Hogan Lovells (Hamburg): Matthias Hirschmann (Federführung), Dr. Kristina Rebmann, Dr. Max Findeisen, Tobias Flasbarth; Associates: Jan Maack (alle Corporate/M&A), Jan Eggers (Kartellrecht)
Inhouse Recht (Billund; Dänemark): Claus Andersen – aus dem Markt bekannt

Berater Intermediate Capital
Kirkland & Ellis (München): Volker Kullmann, Dr. Björn Holland (beide Federführung; beide Corporate), Wolfgang Nardi (Finanzierung), Dr. Ulf Kieker (Steuern); Associates: Dr. Marcus Klie, Dirk Kramer (beide Corporate)

Wolfgang Krauel

Wolfgang Krauel

Berater IK Investment
Linklaters: Dr. Rainer Traugott, Dr. Wolfgang Krauel (beide Federführung; beide Corporate), Dr. Thomas Elser (Steuern; alle München), Marc Trinkaus (Bankrecht; Frankfurt), Dr. Carsten Grave (Wettbewerbs-/Kartellrecht; Düsseldorf), Associates: Holger Ebersberger, Martina Farkas, Dr. Florian Harder, Hanno Witt, Dr. Niclas von Woedtke (alle Corporate), Martin Mager (Steuern; alle München)

Berater Minimax
Inhouse Recht (Bad Oldesloe): Dr. Jörn Kubalek (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Berater Management
Bub Gauweiler & Partner (München): Franz Enderle – aus dem Markt bekannt

Berater Familie Groos
Jones Day (Frankfurt): Dr. Andreas Jürgens, Philip Stamatakos (beide Federführung, M&A; Chicago), Ivo Posluschny (Private Equity; München), Christian Krebs (M&A); Associate: Jerome O’Brien (M&A; New York)

Berater Blackstone
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Jan Bauer, Dr. Cornelia Topf (beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Cinven
Freshfields Bruckhaus Deringer (Düsseldorf): Dr. Christoph Nawroth, Dr. Anselm Raddatz (beide Corporate) – aus dem Markt bekannt

Berater Cobepa
White & Case (Frankfurt): Dr. Roger Kiem, Thierry Bosly (Brüssel; beide Federführung), Dr. Markus Stephanblome (alle Corporate/M&A)

Berater Clayton Dublier Rice
Clifford Chance (Frankfurt): Oliver Felsenstein – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Mandatsbeziehung von Hogan Lovells zu Kirkbi hat ihren Ursprung in den Zeiten der Vorgängereinheit Lovells. Die Sozietät begleitete den dänischen Spielzeugkonzern schon damals über viele Jahre eng, zunächst im Marken- und Wettbewerbsrecht. Die Fusion mit der US-Wettbewerberin Hogan & Hartson tat dem keinen Abbruch. So war der jetzt federführende Hamburger Partner Hirschmann beispielsweise vor zwei Jahren für Kirkbi tätig, als die Holding sich am Nordseewindpark Borkum Riffgrund 1beteiligte. Die Arbeit der Kanzlei in Corporate/M&A-Fragen für die Dänen hat sich seither verfestigt.

IK Investment mandatierte Linklaters erstmalig. In der Vergangenheit hatte der Investor mit schwedischen Wurzeln und heutigem Hauptsitz in London bei Transaktionen hierzulande neben Renzenbrink Raschke von Knobelsdorff Heiser unter anderem regelmäßig auf zwei der schärfsten Linklaters-Konkurrenten gesetzt: Freshfields Bruckhaus Deringer, die nun für den Bieter Cinven tätig war, und Hengeler Mueller, die die damals unter Industri Kapital firmierende Gesellschaft etwa beim Einstieg bei Minimax begleitet hatte. (René Bender)

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