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02.06.2014

Weitere Deutschland-Investition: Avic sichert sich mit Noerr Autozulieferer Hilite

Der britische Finanzinvestor 3i hat den deutschen Autozulieferer Hilite an den chinesischen Industriekonzern Avic weiterverkauft. Der Verkaufspreis lag bei 473 Millionen Euro. Die Briten hatten 2011 weniger als die Hälfte an den vorherigen Eigentümer gezahlt, ein Konsortium vor allem aus US-Finanzinvestoren. Für 3i bleibt damit unter dem Strich ein Plus von rund 190 Millionen Euro.

Till Kosche

Hilite mit Sitz im fränkischen Marktheidenfeld stellt Motor- und Getriebeteile her und setzte an weltweit 8 Standorten mit 1.300 Mitarbeitern zuletzt rund 400 Millionen Euro um. Zu den Kunden zählen zahlreiche große Autohersteller wie VW, Audi oder General Motors (GM). Bis vor rund einem Jahrzehnt gehörte das Unternehmen zum Siemens-Konzern, seither war es in Händen mehrerer Investoren.

Für Avic ist der Zukauf nicht das einzige Engagement hierzulande. Parallel zur Hilite-Transaktion erwarb Avic Electromechanical System den hessischen Autozulieferer Kokinetics, der 2012 insgesamt 450 Mitarbeiter zählte. 2013 übernahmen die Chinesen zudem die Mehrheit beim Kölner Anlagenbauer KHD Humboldt Wedag und kauften den Flugzeugmotorenhersteller Thielert aus der Insolvenz.

Berater Avic
Noerr (Frankfurt): Dr. Till Kosche (Federführung), Dr. Thomas Schulz (München), Sebastian Bock (alle Corporate), Dr. Alexander Birnstiel (Kartellrecht; München), Dr. Alexander Jänecke (Immobilienrecht), Dr. Patrick Mückl (Arbeitsrecht; Düsseldorf), Dr. Ralph Nack (IP), Dr. Mansour Pour Rafsendjani (Commercial; beide München), Dr. Oliver Trautmann (Steuerrecht), Dr. Jan Dinter (Regulierung), Ricardo Einfeldt (Düsseldorf), Martin Gliewe (beide Arbeitsrecht), Nikolay Herber (Steuerrecht), Katharina Klett (IP; Dresden), Dr. Florian Niermeier (Litigation), Natalie Oei (IP; beide München), Dr. Andrea Petsch (Corporate; Berlin), Dr. Maximilian Uibeleisen (Regulierung), Yifan Zhu (Corporate)
Simpson Thacher & Bartlett (Peking/New York): Shaolin Luo; Associates: Yang Wang, Duan Fu (alle Corporate)

Berater 3i
Willkie Farr & Gallagher (Frankfurt): Mario Schmidt, Dr. Octávio de Sousa (beide Federführung; beide Corporate/Private Equity), Dr. Christian Rolf (Arbeitsrecht), Dr. Bettina Bokeloh (Steuern), Rolf Hünermann (Compliance/Corporate Commercial), Russell Smith (Government Relations; Washington), Eugene Chang (IP), Michael Katz (Arbeitsrecht), Michael Johnson (IP), Jonathan Konoff (Corporate; alle New York); Associates: Daniel Zakrzewski (Corporate/Private Equity), Mario Bammann (Finance), Johannes Eckhardt (Corporate), Jochen Riechwald (Arbeitsrecht), Christina Mann (Corporate), Enno Appel (Kartellrecht/Corporate Commercial), Martin Waskowski, Suobin Wang, Marco Müller, Dr. Jan Claudio Munoz (alle Corporate), Isabel Araujo (Arbeitsrecht), Joseph Antignani, Michael Gordon (beide Corporate; beide New York)
Zhong Lun (Schanghai): Yun Zhou, Xuezhong Lu, Lu Wan, Dandan Chen (alle Corporate; alle chinesisches Recht)

Hintergrund: Noerr hatte Avic auch schon beim Kauf von Thielert beraten, die Transaktion im Sommer vergangenen Jahres war das erste Mandat an der Seite der Chinesen für die Kanzlei. Im Zusammenhang mit dem Engagement beim Kölner Unternehmen KHD setzten die Chinesen auf Ashurst, die kartellrechtlichen Fragen deckte dabei Jones Day ab. Für deren deutschen Praxen waren dies ebenfalls die ersten Mandate von Avic.

Genauso beriet Gleiss Lutz den chinesischen Staatskonzern parallel zur Hilite-Transaktion erstmals beim Kauf von Kokinetics. Zuständig war ein Gleiss-Team um Dr. Michael Burian und Dr. Jana Glock. Einer der Verkäufer, die Schweizer Investmentgesellschaft Executive Managing Group, vertraute einem Team um den Münchner Luther-Partner Dr. Andreas Kloyer.

Willkie zählt dagegen seit Jahren zu den hierzulande von 3i bevorzugten Kanzleien. Dass der Investor nun einmal mehr auf sie zurückgriff, lag also nahe, umso mehr als ein Team um Mario Schmidt auch schon den Einstieg bei Hilite vor drei Jahren begleitete. Beim bislang letzten größeren Zukauf hierzulande, dem Erwerb der Reedereigruppe Scandlines, hatte der Investor vor einigen Monaten dagegen Freshfields Bruckhaus Deringer mandatiert. (René Bender)

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