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25.09.2014

A7-Ausbau: White & Case berät Investoren bei erster Finanzierung mit Projektanleihen

Ein Konsortium um die Hochtief-Tochter Hochtief PPP Solutions hat sich mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über die Konditionen für den Ausbau der A7 zwischen Hamburg und Bordesholm geeinigt. Es ist das erste Projekt in Deutschland, das mithilfe der sogenannten EU-Projektanleihe finanziert wird.

Florian Degenhardt

Zu dem Konsortium, das im Juni den Zuschlag erhalten hatte, gehören neben Hochtief der Investor Dutch Infrastructure Fund und das Bauunternehmen Kemna. Für die Durchführung gründeten die Beteiligten die Projektgesellschaft Via Solutions Nord, die bis 2018 einen 65 Kilometer langen Abschnitt der A7 zwischen Hamburg-Nordwest und Bordesholm planen, finanzieren und ausbauen soll. Die Baukosten liegen bei rund 600 Millionen Euro. Öffentlicher Partner ist die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau), die die Bundesrepublik als Projektträger vertritt.

Die Finanzierung in Höhe von 770 Millionen Euro setzt sich aus einer privat platzierten Projektanleihe, einem EIB-Instrument zur Bonitätsverbesserung für Projektanleihen (PBCE), einer Bankenzwischenfinanzierung nach Bauabschnitten und einem Gesellschafterdarlehen des Konsortiums zusammen. Die Brückenfinanzierung für die Bauphase stellten die französischen Banken Société Générale und Crédit Agricole bereit.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellte Mittel in Höhe von rund 170 Millionen Euro in Form einer Projektanleihe zur Verfügung. Diese Anleihe wurde von der Projektgesellschaft am Kapitalmarkt platziert. Die Investoren, zu denen auch die EIB sowie die KfW Ipex-Bank zählen, können diese während der Bauzeit sukzessive erwerben. Das PBCE soll mögliche Mehrkosten auffangen. Die Europäische Projektanleiheninitiative ist ein gemeinsames Projekt der EU-Kommission und der EIB. Damit sollen Investitionen in große Infrastrukturprojekte für Kapitalmarktanleger attraktiver werden.

Berater Hochtief-Konsortium
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Michael Schäfer (Öffentliches Recht; Federführung), Dr. Daniel Reichert-Facilides, Bernhard Kaiser (beide Frankfurt), Markus Mackenzie (London; alle Finanzierung); Associates: Felix Fischer, Lina Hantelmann (beide Öffentliches Recht), Charlotte Sluka, Gabriela Gomes Strieder (beide Frankfurt), Gaby Herron, Jenny McIvor, Josh Gabriel (alle Finanzierung; alle London), Jacques Großkreuz (Steuern; München)
PwC Legal (Berlin): Dr. Friedrich Hausmann, Dr. Gerung von Hoff (beide Vergaberecht)
Inhouse (Hochtief; Essen): Christoph Boeninger – aus dem Markt bekannt

Berater BMVI und DEGES
Norton Rose Fulbright (München): Dirk Trautmann (Federführung; Finanzierung), Igsaan Varachia (Steuern), Jürgen Werner (Vergaberecht; Brüssel); Associates: Dr. Christian Bauer (Finanzierung), Dr. Michael Heim (Steuern), Dr. Johanna von Proff, Oliver Paasch (beide Bankrecht), Philipp Heuser (Vergaberecht; Brüssel)
Inhouse (DEGES; Berlin): Britta Sauter – aus dem Markt bekannt
Inhouse (BMVI; Berlin): Tatjana Tegtbauer – aus dem Markt bekannt

Berater Banken und Investoren
White & Case (Hamburg): Florian Degenhardt (Bank-/Finanzrecht), Gavin McLean (London; beide Federführung), Dr. Bodo Bender (Steuern; Frankfurt), Veit Sahlfeld, Dr. Beate Treibmann (beide Bank-/Finanzrecht), Bernd Schneider (Immobilienrecht); Associates: Matthias Grigoleit, Domenico Schwan (München), Dr. Karl-Alexander Neumann (alle Bank-/Finanzrecht), Dr. Lars Petersen (Vergaberecht) 

Berater Deutsche Trustee Company als Sicherheitentreuhänder
White & Case (Frankfurt): Dr. Thomas Flatten, Michaela Huber (beide Bank-/Finanzrecht)

Hintergrund: Freshfields hat Hochtief bereits in mehreren Autobahn-ÖPP-Projekten begleitet, unter anderem beim Ausbau eines Teilstücks der A8 zwischen Ulm und Augsburg. Das Vergabeverfahren verantwortete PwC Legal-Partner Hausmann, der regelmäßig für Hochtief tätig ist. Auch BMVI und DEGES vertrauten auf bewährte Berater. Die Norton Rose-Partner Trautmann und Werner sind sehr erfahren bei ÖPP-Vorhaben und Projektfinanzierungen.

White & Case setzte sich bei den finanzierenden Banken in einem Pitch durch und übernahm im Verlauf des Mandats auch die Beratung der Investoren der Projektanleihe. (Laura Bartels)

 

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