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15.09.2014

Automatisches Fahren: Gibson Dunn steuert für Bosch Erwerb von ZF Lenksysteme

Der auf elektronische Lenkungen spezialisierte Anbieter ZF Lenksysteme gehört künftig komplett Robert Bosch. Der Stuttgarter Konzern erwarb vom Autozulieferer ZF Friedrichshafen dessen Hälfte an dem bisherigen Gemeinschaftsunternehmen. Bosch und ZF Friedrichshafen hatten die gemeinsame Tochter 1999 gegründet.

Lutz Englisch

ZF Lenksysteme liefert Lösungen für automatisiertes Fahren sowie energieeffiziente Antriebe wie Elektromotoren. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 13.000 Mitarbeiter, wovon knapp die Hälfte in Deutschland arbeitet. Der Umsatz lag zuletzt bei rund vier Milliarden Euro. Bosch rückt mit der Komplettübernahme näher zum Konkurrenten Continental auf, ZF Friedrichshafen räumt durch den Verkauf mögliche kartellrechtliche Hindernisse für die anstehende Übernahme des US-Autozulieferers TRW aus dem Weg.

Im Juli hatte ZF Friedrichshafen bekanntgegeben, den auf elektronische Sicherheitssysteme spezialisierten Anbieter TRW Automotive übernehmen zu wollen. Erst heute unterzeichneten beide Unternehmen eine bindende Übernahmevereinbarung, die einen Kaufpreis von umgerechnet 9,5 Milliarden Euro vorsieht. TRW konkurriert teilweise mit ZF Lenksysteme.

Berater Bosch
Inhouse Recht (Stuttgart): Bettina Holzwarth (Leitung; Legal Corporate/M&A), Dr. Markus Lepschy, Susanne Eisenmann, Dr. Schirin Seibold-Rüger (alle Legal Corporate/M&A)
Inhouse Steuern (Gerlingen): Andreas Krause
Gibson Dunn & Crutcher (München): Dr. Lutz Englisch (Corporate/M&A; Federführung), Michael Walther (IP/Kartellrecht), Dr. Hans-Martin Schmid (Steuern), Dr. Mark Zimmer (Arbeitsrecht); Associates: Dr. Hubertus Schröder, Dr. Marcus Geiss, Sonja Ruttmann, Georg Zerr (alle Corporate/M&A), Kai Gesing (IP/Kartellrecht)
Gleiss Lutz (München): Dr. Matthias Karl; Associates: Meike Linder, Franziska Jesswein (alle Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Achim Glade

Achim Glade

Berater ZF Friedrichshafen
Inhouse Recht (Friedrichshafen): Dr. Jan Eckert (Leiter Recht), Michael Tremer, Ann-Katrin Eppinger, Kathrin Dotzel (Beteiligungen; Schweinfurt), Dr. Miriam Weinschenk (Arbeitsrecht)
Glade Michel Wirtz (Düsseldorf): Dr. Achim Glade (Federführung), Dr. Jan Hermes; Associate: Dr. Martin Rücker (alle Corporate)
Held Jaguttis (Köln): Dr. Simeon Held, Dr. Malte Jaguttis (Öffentliches Recht, Umweltrecht)
Heymann & Partner (Frankfurt): Dr. Moritz Hüsch (IP), Dr. Lars Lensdorf, Dr. Katharina Scheja (beide IT)

Hintergrund: Die Verkäuferin ZF Friedrichshafen mandatierte das erste Mal Glade Michel Wirtz: Der ZF-Rechtschef Jan Eckert kennt aber zwei der Kanzleinamensgeber, Achim Glade und Markus Wirtz, noch aus gemeinsamen Zeiten bei Hengeler Mueller vor mehr als einem Jahrzehnt.

Für die Transaktion holte Glade Michel Wirtz zudem die IP/IT-Spezialisten von Heymann dazu. Die beiden Kanzleien arbeiten schon seit Jahren regelmäßig zusammen. Ebenso griff sie auf die Kompetenz von Held Jaguttis in öffentlich-rechtlichen Fragen zurück. Die Kanzlei mit Sitz in Köln war als Abspaltung aus dem Düsseldorfer Büro von Hengeler erst Anfang dieses Jahres entstanden.

Auch die Mandatsbeziehung auf Käuferseite ist eine Kombination aus alt und neu. Neuerer Natur ist die Beratung des Bosch-Konzerns durch Gibson Dunn. Der nun federführender Partner Englisch kennt seine Mandanten allerdings schon länger. Englisch war im vergangenen Jahr von Ashurst zu Gibson Dunn gewechselt. Während seiner Zeit bei der britischen Kanzlei war er maßgeblich für den Aufbau der Kontakte zu Bosch verantwortlich. Ansonsten vertraut Bosch bei Deals auch regelmäßig auf Hengeler, Gleiss Lutz oder Beiten Burkhardt. (René Bender)

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