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26.09.2014

Stromnetz Hamburg: HSH Nordbank setzt bei Finanzierung auf Taylor Wessing

Die Finanzierung für die vollständige Rekommunalsierung des Hamburger Stromnetzes steht. Unter der Führung der HSH Nordbank hält ein Konsortium  das 13 Banken 655 Millionen Euro für die kommenden zwei Jahre bereit. Kreditnehmerin ist die Hamburg Energienetze GmbH (HEG).

Jens Wiesner

Jens Wiesner

Die HEG ist eine neu gegründete Tochter der Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement GmbH (HGV), in der Unternehmensbeteiligungen der Hansestadt zusammengefasst sind. 

Im Herbst vergangenen Jahres hatten sich die Hamburger Bürger in einem Volksentscheid für den vollständigen Rückkauf der Energienetze ausgesprochen. Die HGV hatte darauf zunächst den vom Energiekonzern Vattenfall gehaltenen Mehrheitsanteil an der gemeinsamen geführten Stromnetz Hamburg GmbH erworben. Des weiteren erhielt die HGV eine fünfjährige Kaufoption auf die Mehrheit an der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH, in der das regionale Fernwärmegeschäft gebündelt ist.

Die nun ausgehandelte Kreditsumme von 655 Millionen Euro splittet sich in 412 Millionen, durch die der Stromnetz-Kauf refinanziert wird und weitere 243 Millionen, die nötig sind, um Forderungen von Vattenfall aus Gesellschafterdarlehen zu decken, die der Energiekonzern der Stromnetz Hamburg GmbH gewährt hatte. Zu dem geldgebenden Konsortium gehören neben der HSH Nordbank auch Barclays Bank, Bayerische Landesbank, BNP Paribas Fortis, Commerzbank, Deutsche Bank, DZ Bank, HSBC Trinkaus & Burkhardt, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Hessen-Thüringen, NORD/LB, SEB sowie die UniCredit.

Berater HSH Nordbank
Taylor Wessing (Hamburg): Dr. Peter Seemann, Dr. Jens Wiesner (beide Federführung; Finanzierungen), Dr. Tillmann Pfeifer (Corporate), Dr. Tim Heitling, Dr. Thomas Dörmer (beide Energierecht; Berlin), Dr. Indre Waschkeit (Finanzierungen)
Inhouse: Detlef Hanke (Senior Vice President), David Lamers (Senior Legal Counsel)

Berater HGV/HEG:
Allen & Overy (Hamburg): Dr. Helge Schäfer (Corporate/M&A), Bianca Engelmann (Bank- und Finanzrecht); Associates: Dr. Fabian Christoph,  Dr. Rüdiger Klüber (beide Corporate/M&A)

Helge Schäfer

Helge Schäfer

Hintergrund: Die HSH setzte auf das Taylor Wessing-Team um Seemann und Wiesner, mit dem sie bereits Immobilientransaktionen besichert und bei Windparkprojekten zusamengearbeitet hatte. Wiesner, der Anfang Mai zum Partner ernannt wurde, war 2013 für ein halbes Jahr in einem Secondment für die Landesbank tätig.  Dies war nun die erste Unternehmensfinanzierung, die das Taylor Wessing-Team mit Inhousekollegen gemeinsam stemmte. Neben dem großen Kreis an involvierten Banken machten vor allem zahlreiche kommunal- und haushaltsrechtliche Vorgaben das Projekt komplex.

Die HGV vertraute bei der Darlehensaufnahme auf Allen & Overy-Partner Helge Schäfer; er hatte die Beteiligungsholding schon bei den Verhandlungen mit Vattenfall mit einem großen Team unterstützt. Mit einem weiteren Team hatte Schäfer kürzlich auch die swb-Gruppe bei den Vergabeverfahren zu den Energienetzen in Bremen und Bremerhaven erfolgreich flankiert.

Der Rekommunalisierungstrend bei den Versorgungsnetzen hält bundesweit an. In diesem Sommer war beispielsweise CMS Hasche Sigle unter Federführung von Dr. Jochen Lamb an der Seite der EnBW bei dem Konzessionsvergabeverfahren für die Strom – und Gasnetze in Stuttgart tätig. Dort wurde ein komplexes Kooperationskonstrukt zwischen der Landeshauptstadt, den Stadtwerken Stuttgart und der EnBW-Tochter Netze BW aufgesetzt, um eine von der Stadt beherrschte Netzgesellschaft aufzubauen. Kleinere Gemeinden und Stadtwerke setzen hingegen bei der Versorgungsübernahme JUVE-Recherchen zufolge auch häufig auf Rödl & Partner. (Sonja Behrens)

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