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23.10.2014

Gasnetz: Hengeler-Mandantin First State setzt sich in Kampf um EVG durch

Die Energiekonzerne E.on und VNG haben sich vom Erdgasversorger Thüringen-Sachsen (EVG) getrennt. Den Zuschlag für den ostdeutschen Gasnetzbetreiber mit einem 1.200 Kilometer langen Netz erhielt der europäische Infrastrukturfonds von First State Investments (EDIF), der Tochter für Asset-Management der Commonwealth Bank of Australia. Der Kaufpreis lag JUVE-Recherchen zufolge bei rund 400 Millionen Euro.

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Tobias Larisch

Um EVG geboten hatten zuletzt auch drei Konsortien. Dies waren der Versorger Thüringer Energie und der Essener Netzbetreiber Open Grid Europe, ein Gespann aus dem Luxemburger Energieunternehmen Enovos und Ardian Capital (vormals Axa Private Equity) sowie ein Duo aus der Gasunion und dem dänischen Pensionsfonds Pension Denmark.

Für First State ist es das zweite Investment in Deutschland. Erst zum Jahresbeginn hatte der Investor die E.on-Tochter Ferngas Nordbayern erworben. Auch seinerzeit hatte Enovos mitgeboten.

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Steffen Oppenländer

Berater First State Investments
Hengeler Mueller: Prof. Dr. Hans-Jörg Ziegenhain (München), Dr. Steffen Oppenländer (London; beide Federführung; beide Corporate), Dr. Jan Bonhage (Energierecht; Berlin), Dr. Thorsten Mäger (Fusionskontrolle; Düsseldorf), Alexander Rang (Finanzierung), Dr. Stefanie Beinert (Steuern), Hendrik Bockenheimer (Arbeitsrecht), Dr. Christian Schmies (Investmentrecht), Dr. Axel Gehringer (Finanzierung; alle Frankfurt), Dr. Daniel Zimmer (Energierecht/Fusionskontrolle; Düsseldorf); Associates: Dr. Georg Heiß, Christian Lutz (beide Corporate; beide München), Dr. Malte Wundenberg (Corporate; London), Dr. Moritz Rademacher (Energierecht; Düsseldorf), Jan Penselin (Finanzierung; Frankfurt/London), Eckbert Müller (Arbeitsrecht; Frankfurt)

Berater E.on/VNG
Freshfields Bruckhaus Deringer (Düsseldorf): Tobias Larisch (Federführung), Dr. Ulrich Scholz (Kartell-/Energierecht), Dr. Georg Roderburg (Steuern), Dr. Christoph Sieberg (Kartell-/Energierecht); Associates: Dr. Franziska Bühring (Steuern), Dr. Sophia-Antonia Bir (Corporate; Düsseldorf), Dr. Julia Haas (Immobilienrecht; Hamburg) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (E.on; Düsseldorf): Agnieszka Mögelin-Zinger – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (VNG; Leipzig): Olaf Zwetkow – aus dem Markt bekannt

Berater Enovos/Ardian
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Björn Heinlein, Dr. Peter Rosin (Düsseldorf; beide Energierecht), Dr. André Schwanna, Matthias Will (beide Corporate), Tobias Schulten, Dr. Cristof Häfner (beide Finanzierung) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Enovos; Luxemburg): Catherine Schmidt, Lilli Barth – aus dem Markt bekannt

Berater Banken für Ardian
Ashurst: Jane Fissenden (Finanzierung; London), Derk Opitz (Banking), Dr. Maximilian Boemke (Energierecht; beide Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Berater Thüringer Energie/Open Grid Europe
Jones Day (Düsseldorf): Dr. Kerstin Mast – aus dem Markt bekannt
Linklaters
(Frankfurt): Dr. Ralph Drebes (Gesellschaftsrecht/M&A), Ann-Catherine Hoffmann – aus dem Markt bekannt
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Prof. Dr. Matthias Rogall (Steuern) – aus dem Markt bekannt
Clifford Chance (Düsseldorf): Thomas Burmeister, Prof. Dr. Michael Bartsch; Associate: Dr. Nadja Wüstemann (alle Regulierung)
Inhouse Recht (Open Grid Europe; Essen): Lars Voss

Berater Gasunion/Pension Denmark
Luther (Düsseldorf): Dr. Axel Zitzmann, Dr. Guido Jansen – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Auch den ersten Zukauf von First State Investments hierzulande, den Erwerb der E.on-Tochter Ferngas Nordbayern hatten Freshfields und Hengeler begleitet, allerdings in vertauschten Rollen. So begleitete Freshfields damals First State, Hengeler stand ihrer regelmäßigen Mandantin E.on zur Seite. Für das jetzige Bieterverfahren wählten E.on und VNG dann Freshfields, Hengeler kam beim letztlich erfolgreichen Bieter First State zum Zug und feierte Mandatspremiere an der Seite des Investors.

Das Duo aus der Thüringer Energie (TEAG) und Open Grid Europe setzte jeweils auf eigenen Kanzleien: Die Arbeit von Linklaters für Open Grid Europe geht auf die Beziehung der Kanzlei zur OGE-Eignerin Macquarie zurück. So begleitete Linklaters die Bank vor zwei Jahren beim Kauf von OGE. TEAG vertraute Jones Day.

An der Seite des zweiten unterlegenen Bieterkonsortiums Ardian/Enovos stand mit Clifford eine Sozietät, die als eine bevorzugte Adressen der Infrastruktursparte von Ardian gilt. Diese hatte sich vor zwei Jahren –noch als Axa Private Equity, an Enovos beteiligt. Die Muttergesellschaft Ardian wiederum greift dagegen seit Jahren vor allem auf Willkie Farr & Gallagher zurück.

Enovos hatte Anfang des Jahres im Bieterverfahren um Ferngas Nordbayern auf Luther vertraut, die nun an der Seite ihrer regelmäßigen Mandantin, der dritten unterlegenen Bieterin Gasunion, stand. (René Bender)

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