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28.11.2014

Griechische Flughäfen: Fraport-Konsortium erhält mit Inhouse-Hilfe Zuschlag

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport und das Industrieunternehmen Copelouzos übernehmen 14 Regionalflughäfen in Griechenland. Für 1,23 Milliarden Euro erhielten sie in einem Bieterverfahren den Zuschlag der staatlichen griechischen Privatisierungsgesellschaft Hellenic Republic Assets Development Fund (HRADF), die damit das erste Paket von 37 Flughäfen veräußerte.

An die neuen Eigner gehen die Festland-Flughäfen von Thessaloniki, Aktio, Kavala sowie Inselflughäfen wie Chania auf Kreta, Kerkyra auf Korfu und Kos. Zusammen zählten die Flughäfen 2013 rund 19,1 Millionen Fluggäste. Der Konzessionsvertrag läuft über 40 Jahre, in denen Fraport und ihr griechischer Partner Copelouzos als neuer Eigentümer für den Betrieb und den Ausbau der Flughäfen verantwortlich sind.

Berater Fraport/Copelouzos
Koutaladis (Athen): Nikos Koritsas, Katia Protopapa, Stamatis Drakakakis; Associates: Yiannis Kantas, Yiannis Loizos
Inhouse Recht (Fraport; Frankfurt): Sarah Meyer, Johannes Niesemeyer

Berater HRADF
Norton Rose Fulbright: Christopher Brown (Verträge), Jürgen Werner (Vergabe-/Beihilferecht; Brüssel; beide Federführung), Joosje Hamilton (Vergaberecht; London)

Hintergrund: Das Brüsseler Team von Norton Rose ist umfangreich für den Hellenic Republic Assets Development Fund tätig und betreut die gesamte Privatisierung der 37 Flughäfen. Daneben begleitet es auch den Privatisierungsprozess des griechischen Bahnbetreibers Trainose. Dabei beraten sie den französischen Bahnbetreiber SNCF.

In Griechenland läuft derzeit zudem die Privatisierung der wichtigsten Häfen, auch das staatliche Glücksspielmonopol könnte kippen. In diesen Fragen steht jeweils das Brüsseler Büro von Freshfields Bruckhaus Deringer gemeinsam mit den deutschen Kollegen dem griechischen Staat zur Seite.

Insofern wäre die Kanzlei für ein Mandat bei der Flughafen-Privatisierung eigentlich prädestiniert gewesen, insbesondere weil sie ebenfalls über gute Beziehungen zu Fraport verfügt. So beriet sie 2010 ein Konsortium um Fraport, das den Zuschlag für den Betrieb des Flughafens Pulkovo in St. Petersburg erhielt. Die Vergabe des aktuellen Mandats lief auf Bieterseite aber dem Vernehmen nach vor allem über Copelouzos, den griechischen Co-Investor von Fraport. (Parissa Kerkhoff)

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