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15.12.2014

Hafencity: Unibail-Rodamco investiert mit Watson Farley in Großbauprojekt

Der französische Immobilienkonzern Unibail-Rodamco wird über seine deutsche Tochter mfi das südliche Überseequartier in der Hamburger Hafencity entwickeln. 860 Millionen Euro sollen investiert werden, die Eröffnung des Areals ist für die zweite Jahreshälfte 2021 geplant.

Dirk Janssen

Dirk Janssen

Insgesamt umfasst das Baugebiet rund 228.000 Quadratmeter, auf denen Einzelhandelsflächen, Gastronomie, ein Kino, ein Kreuzfahrtterminal, Büros, Wohnungen sowie ein Hotel entstehen sollen. Mit dem Bau soll voraussichtlich 2017 begonnen werden.

Der Vertrag bedarf noch der Zustimmung der Hamburger Bürgerschaft. Unibail-Rodamco wird mit der Unterschrift Eigentümer, Bauherr und Betreiber des südlichen Überseequartiers. Damit löst der Konzern das bisherige Konsortium – bestehend aus Groß & Partner, ING Real Estate und Propertize (ehemals SNS Property Finance) – aus seinem Engagement ab.

Die Investoren hatten auch das nördliche Überseequartier weitgehend entwickelt. Bekannt wurde jedoch zudem, dass Assetmanager Hines von Propertize und Groß & Partner fünf von acht Gebäuden des Überseequartiers Nord erhalten soll.

Die Wirtschaftskrise hatte dazu geführt, dass ING Real Estate das Konsortium verließ und SNS in Schieflage geriet. Mittlerweile firmiert das niederländische Unternehmen unter Propertize. Die Bauarbeiten ruhten zuletzt drei Jahre. Auf der Suche nach einem neuen Investor nahmen Groß & Partner sowie Propertize mit der Stadt Hamburg im April die Verhandlungen mit Unibail-Rodamco auf.

Berater Unibail-Rodamco/mfi
Watson Farley & Williams (Hamburg): Dr. Dirk Janssen (Corporate; München), Michael-Alexander Rojnic (Immobilienrecht), Verena Scheibe (Steuern; alle Federführung), Dr. Ivana Mikešić (Regulierung/Immobilienrecht; Frankfurt), Axel Löhde (Corporate), Dr. Stefan Kilgus (Bank-/Finanzrecht), Dr. Christine Bader (Regulierung/Immobilienrecht), Marcus Nothhelfer (IP/Commercial; München), Vincent Trevisani (Corporate; Paris); Associates: Torge Rademacher, Ursula Staab (beide Corporate), Dr. Bich Vu Tuyet (Corporate; München), Alexander Schroer, Silvia Ribeiro Da Cunha Heimberg (beide Immobilienrecht), Anastasiya Korolchenko (Regulierung/Immobilienrecht; Frankfurt), Alexander Wojtek (Bank-/Finanzrecht), Dr. Henrik Lay, Timo Kopmann (beide Steuern), Inès Garcia de las Bayonas (Corporate; Paris)
Trinavis (Berlin): Jan Evers, Joachim Peter (beide Steuern)
Inhouse Recht (mfi; Essen): Dr. Petra Welge (Head of Legal)

Berater Hines
P+P Pöllath + Partners (Berlin): Dr. Matthias Durst (Berlin), Dr. Stefan Lebek; Associate: Timo Winkelmann – aus dem Markt bekannt

Berater Konsortium
White & Case
: Endrik Lettau (Federführung; Berlin), Rostyslav Telyatnykov (Frankfurt; beide Immobilienrecht); Associates: Claudia Stefanie Wolf, Sven-Christoph Riepke (beide Immobilienrecht; Hamburg)
Hogan Lovells (München): Dr. Matthias Koch; Associates: Marion Fischer, Julia Niebler (alle IP) – aus dem Markt bekannt
Steinhaus Prof. Dr. Griesar (Frankfurt): Torsten Steinhaus; Associate: Katharina Wolf (beide Steuern)
Inhouse Recht (Groß & Partner; Frankfurt): Dr. Thomas Schlapp
Inhouse Recht (Propertize; Utrecht): Marcus Hanf

Berater Stadt Hamburg
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Christian Reichmuth (Federführung; Immobilienrecht), Dr. Alexander Schwahn (Steuern); Associates: Dr. Philipp Jehle (Federführung), Dr. Annette Heinz, Georg Guntrum (alle Immobilienrecht), Ayk Meretzki, Sebastian Bothe (beide Steuern), Sascha Arnold (Öffentliches Wirtschaftsrecht)

Hintergrund: Watson Farley ist bei diesem Deal zum ersten Mal für Unibail Rodamco/mfi tätig geworden. Janssen und sein Team setzten sich in einem Pitch gegen zwei andere Kanzleien durch. In jüngerer Vergangenheit konnte sich Clifford Chance beim Anteilskauf am Shoppingcenter Centro in Oberhausen positionieren, daneben hat Allen & Overy über ihr Pariser Büro eine stabile Mandatsbeziehung zum französischen Mutterkonzern aufgebaut.

Die aufseiten von mfi verantwortliche Inhouse-Juristin Dr. Petra Welge war bis 2014 als Anwältin im Gesellschaftsrecht bei Watson Farley tätig. Neben der Transaktionsbetreuung übernahmen ihre früheren Kollegen auch die nationale und internationale steuerliche Strukturberatung. Außerdem begleiteten die langjährigen mfi-Berater von Trivanis aus Berlin die Transaktion.

Christian Reichmuth

Die Mandatsbeziehung zwischen Freshfields und der Stadt Hamburg besteht schon sehr lange, so bereits bei der ersten Ausschreibung zum Überseequartier sowie der Veräußerung an das bisherige Konsortium in 2005. 

White & Case kam über ihren Kontakt zu Propertize ins Mandat: Die Kanzlei hatte das Immobilienunternehmen vor einigen Jahren bei dem Projekt ‚Sumatra‘ im nördlichen Überseequartier unterstützt. Bei der Markenverwaltung wurde das Überseequartier von Anfang von Hogan Lovells betreut, so dass die Kanzlei nun erneut in der Beraterliste zu finden ist. Ebenfalls von Beginn an dabei ist die Kanzlei Steinhaus Prof. Dr. Griesar. Die Mandatsbeziehung zu Groß & Partner besteht sogar schon seit 20 Jahre – und damit länger als die Kanzlei selbst.

Für Hines war neben Pöllath auch Ernst Young für die Steuerfragen involviert. Laut Marktinformationen sind bei diesem Deal aufseiten der Stadt und der Verkäufer dieselben Berater aktiv. (Christin Nünemann)

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