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14.01.2015

IPO-Premiere 2015: Tele Columbus steht mit Hengeler in den Startlöchern

Bereits in der kommenden Woche will der drittgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber Tele Columbus an die Börse gehen und bis zu 600 Millionen Euro erlösen. Ein Bankenkonsortium unter Führung von Goldman Sachs und JP Morgan begleitet das Unternehmen dabei. Außerdem gehören die Bank of America Merrill Lynch (BofA) und die Berenberg Bank dem Konsortium an.

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Achim Herfs

Bis zu 52 Millionen Aktien will Tele Columbus ausgeben, davon bis zu 37,5 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung und gut 15 Millionen aus dem indirekten Besitz der Alteigentümer. Dabei handelt es sich um eine Holding von Banken und Hedgefonds. Sie hatten 2009 im Zuge einer Sanierung Kredite in Eigenkapital getauscht und das Ruder bei Tele Columbus übernommen.

Mit dem Geld will Tele Columbus seine Schuldenlast senken und in den Ausbau der eigenen Kabelnetze investieren. Tele Columbus versorgt insgesamt rund 1,7 Millionen Haushalte, vor allem in Ostdeutschland. Ein Verkauf an Kabel Deutschland war 2013 am Widerstand des Kartellamts gescheitert.

Tele Columbus hatte dem Vernehmen nach den Wertpapierprospekt schon Mitte Oktober 2014 veröffentlichen wollen, allerdings hat sich das Marktumfeld für einen Börsengang mittlerweile deutlich verbessert. Als weitere IPO-Kandidaten für 2015 gelten unter anderem der Dämmstoff-Hersteller Armacell und die Parfümeriekette Douglas.

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Carsten Berrar

Berater Tele Columbus
Hengeler Mueller (München): Dr. Achim Herfs (Federführung; Kapitalmarktrecht), Dr. Nikolaus Vieten (Finanzierung; Frankfurt), Dr. Anna Schwander (Kapitalmarktrecht), Fabian Seip (Regulierung; Berlin); Associates: Andreas Lischka, Dr. Daniela Böning (beide Finanzierung; beide Frankfurt), Dr. Benjamin Leyendecker-Langner, Jakub Lorys, Dr. Katrin Blendel (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Christian Stretz (Gesellschaftsrecht), Sabine Albrecht (Finanzierung; Frankfurt)
Davis Polk & Wardwell (London): John Banes (US-Recht)
Inhouse Recht (Berlin): Boris Jaster (Leiter Recht)

Berater Management Tele Columbus
P+P Pöllath + Partners (München: Dr. Benedikt Hohaus (Federführung; Private Equity/M&A; Managementbeteiligung), Dr. Tim Kaufhold (Private Equity/M&A)

Berater Banken
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar (Federführung; Kapitalmarktrecht), Dr. Max Birke (Refinanzierung), Dr. Krystian Czerniecki (US-Recht); Associate: Dr. Lars Rüve
Inhouse Recht (Goldman Sachs; London): James Thayer
Inhouse Recht (JP Morgan; London): Cameron McKenzie
Inhouse Recht (BofA; London): Luke Flaherty
Inhouse Recht (Berenberg; Frankfurt): Marc Gei

Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Hintergrund: Hengeler gehörte in den vergangenen Jahren nicht zum Kreis der Kanzleien, die für besonders enge Kontakte zu Tele Columbus bekannt waren. Dies waren vielmehr Hogan Lovells und Skadden Arps Slate Meagher & Flom, aber auch Kirkland & Ellis. So begleitete Hogan Lovells den Kabelnetzbetreiber durch ihren damaligen Berliner Partner Dr. Christoph Wagner viele Jahre im operativen Geschäft. Wagner ist allerdings inzwischen zu Morrison & Foerster gewechselt.

Skadden wiederum stand den Berlinern im Rahmen der Restrukturierung und Sanierung eng zur Seite. Auch Kirkland war in diesen Fragen mit von der Partie, beriet allerdings zunächst ein Gläubigerkomitee bei der Restrukturierung des Kabelnetzbetreibers.

Als das Unternehmen dann an Kabel Deutschland verkauft werden sollte, mandatierte es Kirkland für die Begleitung des M&A-Prozesses. Kabel Deutschland vertraute dabei auf ihre langjährige Stammberaterin Hengeler Mueller und deren federführenden Partner Herfs. Nach dem gescheiterten Verkauf sicherte sich Tele Columbus die Dienste Hengelers für das IPO-Projekt. Die Sozietät hatte unter anderem schon Kabel Deutschland 2010 erfolgreich an die Börse begleitet.

Sullivan ist dagegen an der Seite der begleitenden Banken alles andere als eine Überraschung. Die Kanzlei verfügt über beste Kontakte zu angloamerikanischen Top-Banken und gilt insbesondere als enge Vertraute von Goldman Sachs. (René Bender)

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