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04.02.2015

Burger King-Streit: Kolobov zieht mit Hogan Lovells Insolvenzantrag zurück

Das Amtsgericht Stade hat überraschend die vorläufige Insolvenzverwaltung für die Burger King GmbH aufgehoben. Gut sechs Wochen nach dem Beginn des Verfahrens zog die Gesellschaft den Insolvenzantrag zurück.

Christian Herweg

Christian Herweg

Die Rücknahme des Antrags war eine der ersten Amtshandlungen des neuen Geschäftsführers, Rechtsanwalt Ingo Voigt von der Restrukturierungsberatung Fritz Nols. Dem Vernehmen nach versprach Gesellschafter Alexander Kolobov den Gläubigern insgesamt 15 Millionen Euro zur Befriedigung ihrer Forderungen. Allerdings behält der zuvor bestellte vorläufige Insolvenzverwalter, Marc Odebrecht von Görg, den Zugriff auf Gelder des von ihm angelegten Insolvenzanderkontos.

Kolobov war einer der Gesellschafter der früheren Yi-Ko-Holding, die 2014 mit dem Franchisegeber Burger King Europe in Streit geraten war. Die Zukunft der durch Burger King gekündigten Franchise-Verträge ist mit der Rückübernahme der 89 Schnellrestaurants aus der Insolvenz allerdings nicht gesichert.

Berater Burger King GmbH/Alexander Kolobov
Hogan Lovells
(München): Dr. Christian Herweg (Federführung), Dr. Wolfgang Kircher (beide Finanzierung, Restrukturierung & Insolvenz), Dr. Nikolas Zirngibl, Andreas Thun (beide M&A/Corporate), Georgy Kalashnikov, Leonid Ervits (beide Moskau; beide Corporate), Dr. Christian Zerr (Prozessführung); Associates: Christine Ede, Dr. Thomas Ressmann (beide Finanzierung/Restrukturierung & Insolvenz) – aus dem Markt bekannt
Graf von Westphalen (Hamburg): Dr. Dominik Ziegenhahn (Federführung), Dr. Malte Hiort (beide Corporate/M&A), Dr. Walter Scheuerl (Medienrecht), Dr. Raimond Emde; Associates: Jan Hermann (Corporate/M&A), Dr. Maren Mönchmeyer, Sarah Grigo (alle Prozessrecht)

Insolvenzverwaltung Burger King GmbH
Görg (Hamburg): Marc Odebrecht

Hintergrund: Zwar ist der Rückzug eines Insolvenzantrags im Stadium des vorläufigen Verfahrens durchaus möglich, aber sehr selten, da die wirtschaftlichen Folgen des Antrags in der Regel so schwerwiegend sind, dass alles auf eine spätere Verfahrenseröffnung herausläuft. Noch eine Woche vor der Rücknahme hatte Verwalter Odebrecht angekündigt, mithilfe der Investmentbank M. M. Warburg ein strukturiertes Bieterverfahren für das Restaurantnetz aufsetzen zu wollen.

Hogan Lovells kam über die Betreuung des neuen Finanzierungspakets von Kolobov in das Burger King-Mandat. Graf von Westphalen-Partner Ziegenhahn berät die Gesellschaft weiterhin, vor allem zu prozessualen und franchiserechtlichen Themen. Vor Kurzem war bekannt geworden, dass Ziegenhahn seine Kanzlei verlassen wird, um sich Raschke von Knobelsdorff Heiser anzuschließen. Der Zeitpunkt für diesen Wechsel steht noch nicht fest.

Soweit bekannt begleitet Wellensiek die Burger King GmbH nicht mehr zu insolvenzrechtlichen Fragen. Die bei der Antragsstellung involvierten Anwälte, Dr. Lorenzo Matthaei und Stephan Strumpf, haben überdies die Kanzlei verlassen. Über ihre neue Kanzlei ist aktuell noch nichts bekannt. (Markus Lembeck)

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