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25.02.2015

Chinesische Zughersteller: Linklaters betreut Megafusion von CSR und CNR

Die beiden größten chinesischen Zughersteller CNR und CSR haben sich zusammengeschlossen. Das Transaktionsvolumen beträgt umgerechnet knapp 23 Milliarden Euro. Die Fusion ist eine Rückkehr zu den Wurzeln. Im Jahr 2000 wurde der staatliche Bahnkonzern in zwei Unternehmen aufgespalten, um den Wettbewerb zu fördern.

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Christoph Barth

Dass CNR und CSR nun wieder zusammengeführt werden, hat industriepolitische Gründe. Zu einem einzigen Schwergewicht vereint, sollen die chinesischen Zugbauer auf dem Weltmarkt besser mit Siemens, Alstom und Bombardier konkurrieren können. Beobachter erwarten, dass der Eisenbahndeal der erste Schritt in einer Reihe von Zusammenschlüssen großer chinesischer Staatsunternehmen ist. Die Fusion der beiden Staatsunternehmen erfolgte unter der Regie des halbstaatlichen Finanzberaters China International Capital Corporation (CICC), einem Joint Venture von Morgan Stanley und China Construction Bank. Second Financial Advisor war die Bank of America.

Schon vor der Fusion waren CNR und CSR nach Umsatz noch vor ihren europäischen Rivalen die größten Zughersteller. Beide bauen Hochgeschwindigkeitsbahnen, Güterzüge und U-Bahnen, zusammen beschäftigen sie 170.000 Mitarbeiter. Mit CNR und CSR schließen sich erstmals zwei Unternehmen zusammen, die beide über ein Dual Listing in Schanghai und Hongkong verfügen. Beide werden über einen Aktientausch auf CSR verschmolzen, wobei die CNR-Eigner für jede ihrer Aktien 1,1 CSR-Aktien bekommen sollen.

Berater CSR und CNR 
Linklaters (Peking): Fay Zhou (Federführung), Carsten Grave (Düsseldorf), Yuan Cheng; Associates: Christoph Barth, Xi Liao, Qiuying Zheng, Jessica Zhou, Sebastian Hack (Düsseldorf; alle Kartellrecht)

Berater CSR
Baker & McKenzie (Peking): Hang Wang, Jackie Lo (beide Federführung); Associates: Bing Han, Yolanda Zheng (alle Corporate)
Jia Yuan Law (Peking) – aus dem Markt bekannt
Grandall (Peking): Qian Wan (Corporate), Lin Qing (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater CNR 
Morrison & Foerster (Hongkong): Charles Chau; Associate: Janny Tai
Jingtian & Gongcheng (Peking) – aus dem Markt bekannt
Tong Shang (Peking) – aus dem Markt bekannt

Berater CICC
Linklaters (Hongkong): Teresa Ma, Pui Hong Chik (Peking; beide Federführung; beide Corporate), Fay Zhou (Kartellrecht; Peking); Associates: Geoffrey Tang, Iris Yeung (beide Corporate), Christoph Barth (Kartellrecht; Peking/Düsseldorf), Zhuo Lv, Karim Issa (beide Corporate; beide Peking)
Haiwen & Partners (Peking) – aus dem Markt bekannt 

Berater Bank of America Merrill Lynch
Kirkland & Ellis (Hongkong): Nicholas Norris

Hintergrund: Türöffner für das Großmandat waren die guten Kontakte der Hongkonger Linklaters-Partnerin Ma zu CICC, der zur Transaktionsstruktur und im Kapitalmarktrecht beraten wurde. Auf Beraterebene herrschte dadurch eher ein Miteinander: So war Linklaters in unterschiedlichen Teams sowohl für beide Fusionspartner als auch für CICC  tätig.

Zudem koordinierte Linklaters die Fusionsanmeldung außerhalb Chinas, wobei der Düsseldorfer Partner Grave die Anmeldung in Deutschland übernahm. Die Verfahren in Australien, Singapur, Pakistan und Argentinien führt Associate Christoph Barth, der für ein halbes Jahr von Düsseldorf nach Peking gewechselt ist.

CNR und CSR haben für den Deal mehrere einheimische Kanzleien für die rein chinesischen Rechtsfragen eingeschaltet und zudem mit Morrison & Foerster sowie Baker & McKenzie ihre internationalen Corporate-Stammberaterinnen ins Boot geholt. MoFo-Partner Chau begleitete im vergangenen Jahr CNR an die Hongkonger Börse. CSR hat sich bereits 2008 von Baker beim Gang an die Börsen von Schanghai und Hongkong betreuen lassen. Federführend damals: Baker-Partner Pui Hong Chik, der 2012 zu Linklaters wechselte und nun das Team der CICC-Berater anführte. (Marc Chmielewski)

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