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17.04.2015

Gazprom steigt aus: EWE baut mit DLA Piper Beteiligung an VNG aus

Der Oldenburger Energieversorger EWE baut seinen Mehrheitsanteil an der Leipziger Verbundnetz Gas (VNG) weiter aus: Er übernimmt den Anteil von 10,52 Prozent des Mitaktionärs Gazprom Germania. Nach der Aktienübertragung, die in den kommenden Wochen erfolgen soll, wird EWE 74,2 Prozent der VNG-Aktien halten.

Andreas Meyer-Landrut

Andreas Meyer-Landrut

Der EWE-Aufsichtsrat hat der Transaktion bereits zugestimmt, sie steht aber noch unter Gremienvorbehalt bei Gazprom sowie der kartellrechtlichen Genehmigung. In Presseberichten wird die Transaktionshöhe auf rund 213 Millionen Euro geschätzt. 

EWE hatte vor rund einem Jahr bereits die Anteile der BASF-Tochter Wintershall übernommen und hält seither 63,69 Prozent an VNG. Zudem halten neun kommunale Anteilseigner, gebündelt in der VNG Verbundnetz Gas Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft, 25,79 Prozent der Anteile. Unter den kommunalen Anteilseignern ist auch die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft LVV. Diese hatte kurz vor Weihnachten 2014 gegenüber EWE Interesse an einer Übernahme von VNG signalisiert und sich dafür einen Co-Investor ins Boot geholt. Presseberichten zufolge handelt es sich dabei um die australische Bank Macquarie. Der stellvertretende EWE-Vorstandsvorsitzende Matthias Brückmann teilte im Rahmen der jetzigen Transaktion allerdings mit, dass nicht entschieden sei, ob EWE ihre Anteile langfristig hält oder veräußert. Beide Optionen seien nach wie vor denkbar.

Berater EWE
DLA Piper (Köln): Dr. Andreas Meyer-Landrut (Federführung), Dr. Cornelius Frie (beide Corporate), Dr. Jan Dreyer (Litigation & Regulatory), Michael Cieslarczyk; Associate: Dr. Stefan Schröder (beide Energierecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Oldenburg): Dr. Hanjo Steinkampf (Leiter Recht EWE), Christoph Kolpatzik (M&A), Peter Schultz (Gesellschaftsrecht)  – aus dem Markt bekannt

Berater Gazprom
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Frankfurt): Klaus Riehmer (Corporate) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Ein Team um den Kölner DLA-Partner Meyer-Landrut hatte EWE bereits beim Einstieg bei VNG beraten. Auch als sich EnBW an der VNG beteiligten sollte, war die Kanzlei mit von der Partie. Als die Oldenburger vor knapp einem Jahr die Mehrheit an dem Leipziger Unternehmen übernahmen, indem sie die Anteile von Wintershall kauften, beriet DLA dementsprechend ebenfalls.

Cleary hat über das Moskauer Büro schon seit Jahren eine rege Mandatsbeziehung zu Gazprom und beriet das Unternehmen etwa 2012 beim geplanten Asset-Tausch mit BASF, der allerdings kurz vor Weihnachten 2014 komplett abgeblasen wurde. (Christine Albert)

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