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29.04.2015

Metz-Werke gerettet: Käufer greifen mit Rödl und Dr. Schwarz zu

Knapp ein halbes Jahr, nachdem das Traditionsunternehmen Metz seine Insolvenz bekannt gegeben hat, gibt es zwei Investoren: Der chinesische Elektronikkonzern Skyworth übernimmt die TV-Sparte der Metz-Werke. Die Daum-Gruppe kauft die Blitzgeräte- und Kunststoffsparte des Unternehmens von Insolvenzverwalter Joachim Exner.

Rainer Schaaf

Rainer Schaaf

Beide Investoren wollen am Produktionsstandort Zirndorf festhalten. Der Betriebsübergang für die Blitzgeräte- und Kunststoffsparte erfolgt zum Mai,  die TV-Sparte dann zum Juni.

Metz produziert und verkauft seit 1938 Produkte der Unterhaltungs- und Fotoelektronik und der Kunststofftechnik. Im November 2014 hatte das fränkische Unternehmen Insolvenz angemeldet. Es litt seit Jahren unter den Strukturproblemen der TV-Gerätebranche. In den vergangenen Monaten hatten Insolvenzverwalter Exner und die Geschäftsleitung den Betrieb weitestgehend aufrechterhalten, während unter der Federführung von Acxit Recovery Management nach neuen Partnern für Metz gesucht wurde.

Der Elektronikkonzern Skyworth ist einer der führenden TV-Hersteller in China. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 37.000 Mitarbeiter. Aus der TV-Sparte von Metz sollen rund 70 Prozent der 219 Mitarbeiter übernommen werden.

Die Fürther Daum-Gruppe stellt Antriebe für Elektromobilität und Fitnessgeräte her und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Der Käufer kündigte an, etwa 85 Prozent der 174 Mitarbeiter der Kunststoff- und Blitzgerätesparte übernehmen zu wollen.

Die Gläubiger von Metz haben dem Verkauf bereits zugestimmt. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung.

Berater Skyworth
Rödl & Partner (Nürnberg): Rainer Schaaf (Federführung), Mathias Becker, Gernot Giesecke (alle M&A/ Gesellschaftsrecht), Dr. Ralph Egerer (IT/IP-Recht, Vertriebsrecht), Jürgen Siegl (Kartellrecht), Dr. Alexandra Giering (Immobilienrecht), Daniela Jochim (IT/IP-Recht), Christina Klinger (Legal Due Diligence), Alexander Saueracker (Kartellrecht), Cornelia Schmid (Arbeitsrecht); Associates: Ines Maier (IT/IP-Recht), Dr. Jörg-Christof Bauer (Kartellrecht), Lukas Kostrach (Öffentliches Recht), Dr. Christoph Kurzböck (Arbeitsrecht)

Johannes Schwarz

Johannes Schwarz

Berater Daum-Gruppe
Dr. Schwarz (Fürth): Prof. Dr. Johannes Schwarz (Corporate/M&A), Margit Pilhofer (Arbeitsrecht)

Berater Insolvenzverwalter
Dr. Beck & Partner (Nürnberg): Joachim Exner (Insolvenzverwalter), Ruzica Djokic (Arbeitsrecht); Associates: Carolin Kammerer, Stefan Lehmeier (beide Insolvenzrecht)
Latham & Watkins (Hamburg): Frank Grell (Restrukturierung), Dr. Tobias Klass (Steuerrecht), Dr. Norma Studt (Arbeitsrecht), Thies Deike (M&A; Frankfurt) , Dr. Christian Engelhardt  (IP-Recht); Associates: Dr. Nils Röver (M&A; Federführung),  Dr. Jan Feigen, Benjamin Kaiser, Otto-Philipp von Gruben (alle M&A), Dr. Philipp Lukas (Steuerrecht), Dr. Ulrich Klockenbrink, Dr. Eun-Kyung Lee (beide Finance), Dr. Gabriele Wunsch (IP-Recht)

Hintergrund: Der erfahrene Beck-Partner und Insolvenzverwalter Exner zog zusätzlich zu seinem eigenen Team noch die Expertise von Latham & Watkins hinzu. Die Kanzlei hat bereits Erfahrung im TV-Geschäft: 2014 hatte sie die Käufergruppe beraten, die den Fernsehgerätehersteller Loewe retten wollte – den Zuschlag erhielt schließlich die Pöllath-Mandantin Stargate. Auch die Zusammenarbeit mit Insolvenzverwalter Exner ist nicht neu: So war Latham & Watkins für Exner bei der Insolvenzverwaltung des Kunststoffherstellers Wafa tätig.

Rödl arbeitete hier mit einem multidisziplinären Team; neben den Juristen rund um Partner Schaaf waren auch die Steuerberater Dr. Isabel Bauernschmitt und Anna Luce involviert, ein Due-Diligence-Team rund um WP-Partner Christian Hellbardt sowie Henning Graw, Leiter Distressed M&A. Die Kanzlei kam auf Empfehlung von Acxit in das Mandat, nicht zuletzt aufgrund ihrer wachsenden Expertise im Bereich Distressed M&A. Rödl hat aber auch die Beratung internationaler Investoren aus Asien über die letzten Jahre weiter ausgebaut. So unterstützte das Kölner M&A-Team letztes Jahr etwa die japanische Furukawa Electric bei Übernahme von Trocellen.

Die Kanzlei Dr. Schwarz mit Sitz in Fürth beriet mit ihrem interdisziplinären Team aus Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern zuletzt auch Unternehmensgruppe Lebkuchen Schuhmann bei dem Verkauf an die Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz. Für die Daum-Gruppe war sie wiederholt tätig, bislang allerdings nur steuerrechtlich. Die arbeitsrechtliche Begleitung des Deals – einschließlich der Verhandlungen mit Gewerkschaft und Betriebsrat – übernahm Margit Pilhofer, die früher bei Dr. Beck & Partner an der Seite von Insolvenzverwalter Exner tätig war, bevor sie Anfang 2014 zu Dr. Schwarz wechselte. Bei Dr. Schwarz flankiert sie nun die wachsende insolvenzrechtliche Praxis. (Eva Lienemann, Sonja Behrens)

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