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11.05.2015

Börsendebüts: Sixt Leasing und Windeln.de starten mit Sullivan und Freshfields-Hilfe

Vergangene Woche sind gleich zwei Unternehmen an der Frankfurter Börse gestartet: der Online-Babyausstatter Windeln.de und die Auto-Leasinggesellschaft Sixt Leasing. Während der Versandhändler rund 211 Millionen Euro einsammelte, erlöste die Tochter des Autovermieters Sixt 247 Millionen Euro. 127 Millionen Euro beziehungsweise 112 Millionen Euro davon flossen an die Unternehmen selbst, der Rest ging an Altaktionäre.

Carsten Berrar

Carsten Berrar

Die Bank of America Merrill Lynch, Deutsche Bank und Goldman Sachs begleiteten den Start von Windeln.de, ein Konsortium aus Berenberg Bank, Commerzbank und Baader Bank den von Sixt Leasing. Während Sixt Leasing ein solides Debüt feiern konnte, musste Windeln.de zum Start einen kräftigen Kursrutsch hinnehmen.

Der Online-Babyartikelhändler hatte seinen Börsengang kurzfristig vorgezogen. Windeln.de mit Sitz in Grünwald bei München vertreibt neben Windeln auch Babynahrung, Kindermöbel, Spielzeug, Kleidung und Kinderwagen. Nach dem Börsengang sind rund 42 Prozent des Aktienkapitals an der Börse platziert. Insgesamt wurde das erst vor fünf Jahren gegründete Unternehmen, das noch rote Zahlen schreibt, zum Ausgabepreis mit fast 500 Millionen Euro bewertet. 84 Millionen Euro des Emissionsvolumens von 211 Euro gingen an die Altaktionäre: mehrere Risikokapitalgeber, darunter die Wachstumsfinanzierer DN Capital und Acton Capital, die Deutsche Bank und Goldman Sachs sowie die Firmengründer und Vorstände Konstantin Urban und Alexander Brand. In den vergangenen drei Jahren kletterten die Erlöse von gut 21 Millionen Euro auf zuletzt 101 Millionen Euro.

Der Autovermieter Sixt reduzierte im Zuge des IPO den Anteil an seiner Leasing-Tochter auf rund 40 Prozent. Neben einem öffentlichen Angebot in Deutschland und Luxemburg erfolgten internationale Privatplatzierungen an institutionelle Anleger, vor allem in den USA. Der Rest der Aktien stammt aus einer Kapitalerhöhung. Sixt Leasing will die 112 Millionen Euro, die dem Unternehmen zuflossen, zur Schuldentilgung einsetzen. Im vergangenen Jahr setzte das Leasingunternehmen rund 575 Millionen Euro um. 

Börsengang Windeln.de

Christoph Gleske

Christoph Gleske

Berater Windeln.de
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Christoph Gleske, Thilo Diehl (Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht), Mark Strauch (US-Kapitalmarktrecht), Dr. Ferdinand Fromholzer, Silke Beiter (Gesellschaftsrecht; beide München); Associates: Sharon Doku (US-Kapitalmarktrecht), Dr. Dörthe Imberg (Gesellschaftsrecht; München)

Berater Banken
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar (Federführung; Kapitalmarktrecht), Dr. Krystian Czerniecki (US-Recht); Associate: Dr. Lars Rüve – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Goldman Sachs; London): James Thayer – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Bank of America Merrill Lynch; London): Luke Flaherty – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Deutsche Bank; Frankfurt): Dr. Andreas Meyer, Marco Tautges – aus dem Markt bekannt

Berater Altaktionäre (außer Acton)
P+P Pöllath + Partners (München): Christian Tönies (M&A/Venture Capital), Dr. Eva Nase, Dr. Bernd Graßl (beide Aktien- und Kapitalmarktrecht); Associates: Minkus Fischer, Sebastian Gerlinger (beide M&A/Venture Capital), Tobias Hueck (Aktien- und Kapitalmarktrecht)

Berater Deutsche Bank Secondary Opportunities Fund II
Debevoise & Plimpton (Frankfurt): Dr. Peter Wand – aus dem Markt bekannt

Berater Goldman als abgebender Altaktionär
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Jan Bauer, Dr. Jan Balssen (München, beide Federführung), Dr. Jochen Tyrolt (Stuttgart, alle Corporate/M&A), Dr. Stephan Aubel; Associate: Jan-Rasmus Roßkamp (beide Kapitalmarktrecht)

Börsengang Sixt Leasing

Berater Sixt Leasing
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar (Federführung; Kapitalmarktrecht), Dr. Krystian Czerniecki (US-Recht)
Arendt & Medernach (Luxemburg): François Warken; Associate: Caroline Motzer

Berater Sixt SE
Milbank Tweed Hadley & McCloy (München): Dr. Christoph Rothenfusser, Dr. Norbert Rieger (beide Corporate/M&A), Dr. Mathias Eisen (Banking & Finance, Frankfurt), Dr. Matthias Schell (Steuerrecht), Malte Krohn, Sebastian Reiner (beide Corporate/M&A), Dr. Nikals Koutsós (Banking & Finance; Frankfurt)
Inhouse Recht (Pullach): Dr. Andrew Mountstephens (Leiter Rechtsabteilung), Dr. Franz Weinberger

Herbert Harrer

Herbert Harrer

Berater Banken
Linklaters (Frankfurt): Dr. Herbert Harrer, Dr. Marco Carbonare (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Michael Ehret (Steuerrecht); Associates: Monir Taik, David Santoro, Alexander Fritzsche, Derek Russel-Kraft (alle Kapitalmarktrecht), Olesia Zakon (New York), Marc Christ (beide Steuerrecht)
Inhouse Recht (Berenberg Bank; Frankfurt): Marc Gei, Vanessa Harms
Inhouse Recht (Commerzbank; Frankfurt): Philipp Weber, Ingo Nebel
Inhouse Recht (Baader Bank; München): Nicht bekannt

Hintergrund:  Nicht nur die beiden Gesellschaften Windeln.de  und Sixt Leasing feierten Premiere. Auch ihre Hauptberater für die Börsengänge arbeiteten an der Seite der beiden Gesellschaften zum ersten Mal. Dabei griffen der Babyausstatter und der Leasingspezialisten mit ihren Entscheidungen für Freshfields beziehungsweise Sullivan auf zwei der stärksten Eigenkapitalmarktpraxen hierzulande zurück. 

Windeln.de – das bei Zukäufen regelmäßig auf die junge Transaktionskanzlei Gütt Olk Feldhaus setzt –  zog hier nun erstmalig ein börsenerfahrenes Team von Freshfields hinzu. Das überrascht Marktbeobachter indes nicht – zumal Partner Gleske im letzten Jahr auch Zalando aufs Börsen-Parkett lotste.

Sullivan, die auf Seiten der Konsortialbanken schon den Börsengang von Tele Clombus in diesem Jahr begleitete, war wiederum erstmals für den Sixt-Konzern tätig. Allerdings verfügt die Kanzlei über gute Kontakte zu Milbank, die wiederum Sixt schon seit einigen Jahren regelmäßig in gesellschaftsrechtlichen Angelegenheiten begleitet. So unterstützte Milbank beispielsweise den Einstieg von Sixt in das Carsharing-Geschäft, das sie unter dem Label DriveNow über ein Joint Venture mit BMW anbietet.

Linklaters unterstützte zuletzt auf Bankenseite den Börsengang des Schweizer Pharmaunternehmens Molecular Partners und flankiert indirekt die Vorbereitungen der österreichische Immofinanz-Tochter Buwog zum IPO.

Glodmann Sachs als Gesellschafterin von windeln.de wurde bereits bei ihrem Einstieg von Gleiss Lutz beraten, wie nun auch beim Börsengang. (René Bender, Sonja Behrens)

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