Artikel drucken
25.05.2015

Immobilienbestand in Singen: Konsortium um Oswa kauft insolvente GVV

Beinahe der komplette Immobilienbestand der insolventen GVV Städtische Wohnbaugesellschaft Singen ist an ein Investorenkonsortium unter der Leitung der Oswa-Gruppe verkauft worden. Das Portfolio umfasst 460 Wohnungen sowie 150 Gewerbeeinheiten und Grundstücke. Mit der Abwicklung des Deals ist das Insolvenzverfahren der GVV beendet, das zu Jahresbeginn vom Amtsgericht Konstanz eröffnet worden war.

Rainer Stadler

Rainer Stadler

Dem Käuferkonsortium gehören neben dem Immobilienunternehmen Oswa, das bislang im Raum Stuttgart tätig war und nun erstmals in Singen investierte, mehrere internationale institutionelle Investoren an. 

Das Immobilienportfolio umfasst unter anderem das Dienstleistungsareal ‚DAS!‘ , das Bürohochhaus ‚Hegau-Tower‘, das Gründer- und Technologiezentrum SinTec sowie eine Servicegesellschaft, die Hausmeisterdienstleistungen erbringt. Ausgenommen von dem Verkaufspaket sind laut Medienberichten vier Grundstücke mit Gebäuden, die die Stadt Singen erworben hat, da diese für die Unterbringung von Asylanten und Obdachlose eine wichtige Rolle spielen.

Berater Investorenkonsortium
Linklaters (München): Dr. Rainer Stadler (Federführung; Steuern), Dr. Timo Engelhardt (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Sabine Vorwerk (Restrukturierung/Insolvenz; Frankfurt); Associates: Dr. Elmar Bindl, Martin Mager (beide Steuern), Dr. Björn Strehl, Qutaibah Sabeeh, Patricia Galts (alle Immobilienrecht; Frankfurt), Dr. Florian Harder, Martina Farkas, Ruprecht von Maltzahn (alle Gesellschaftsrecht/M&A).

Berater Dr. Wolfgang Bilgery, Insolvenzverwalter
Grub Brugger (Frankfurt): Dr. Hans Schenk; Associate: Julius Beck (Stuttgart)

Hintergrund: Das Insolvenzverfahren der GVV hatte einen heiklen politischen Aspekt: Die GVV ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Singen, die sich bei der Aufnahme von Krediten für die GVV gegenüber den Banken in Millionenhöhe verbürgte. Allerdings verstößt dieses Vorgehen möglicherweise gegen europäisches Beihilferecht, was die Bürgschaften unwirksam machen würde. Mit dem Verkauf der GVV hat sich das Band zwischen der Stadt und der Wohnungsbaugesellschaft gelöst.

Den Sanierungsprozesses der GVV im letzten Herbst hatte die Stuttgarter Einheit von Schultze & Braun rechtlich begleitet. Zum Insolvenzverwalter für die städtischen Liegenschaften wurde dann der erfahrene Grubb Brugger-Partner Bilgery bestellt. Sein Kanzleikollege Schenk leitete wiederum den Verkaufsprozess. Die beiden arbeiteten auch jüngst bei der Veräußerung der tschechischen Tochtergesellschaft von Minda Schenk Plastic Solutions an einen japanischen Investor zusammen.

Die GVV wurde von der Sparkasse Singen-Radolfzell, der Sparkasse KölnBonn und der Volksbank Donau-Neckar finanziert. Mit dem Verkauf sind die Gläubiger vollständig befriedigt. (Christin Nünemann)

  • Teilen