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16.06.2015

Europäische Genossenschaft: CMS begleitet Westfleisch bei Umwandlung

Der Fleischvermarkter Westfleisch aus Münster hat seine Rechtsform geändert: Als nach eigenen Angaben erste Genossenschaft hierzulande hat das Unternehmen seine Rechtsform von einer deutschen zu der europäischen Societas Cooperativa Europaea (SCE), dem europäischen Pendant zur deutschen Genossenschaft, umgewandelt. Die Generalversammlung hat der Umwandlung bereits zugestimmt.

Dirk Jannott

Dirk Jannott

Westfleisch könnte sich nun auch ausländischen Eigenkapitalgebern öffnen. Die Genossenschaft hatte sich bereits 1994 für Einzelmitglieder geöffnet, bleibt aber bäuerlich geprägt: Im Vorstand und Aufsichtsrat sitzen nach wie vor Landwirte.

1928 gegründet, hat Westfleisch derzeit etwa 4.200 Mitglieder in Deutschland und ist nach eigenen Angaben größter deutscher Ferkelvermarkter. 2014 hatte der Fleischproduzent den Gelsenkirchener Traditionsbetrieb Aldenhoven übernommen, im Februar dieses Jahres kaufte Westfleisch die Rindersparte der Gausepohl-Gruppe, die Ende 2014 beim Amtsgericht Osnabrück Insolvenz angemeldet hatte. Gemeinsam mit der dänischen Genossenschaft Danish Crown gründete Westfleisch im März das Joint-Venture „Westcrown“, das die Sauenzerlegung und -vermarktung übernimmt. Beide Unternehmen sind zur Hälfte beteiligt. 2014 erwirtschaftete Westfleisch 2,5 Milliarden Euro Umsatz, rund 42 Prozent der Produktion wurde im Ausland verkauft.

Berater Westfleisch
CMS Hasche Sigle: Dr. Dirk Jannott (Gesellschaftsrecht; Düsseldorf), Prof. Dr. Björn Gaul (Arbeitsrecht; Köln; beide Federführung), Dr. Rainer Kienast (Arbeitsrecht); Associates: Paul Rode (Gesellschaftsrecht; Düsseldorf), Patricia Jares (Arbeitsrecht; Köln), Dr. Nadine Bodenschatz (Gesellschaftsrecht; Düsseldorf), Matthias Heilmeier (Gesellschaftsrecht)
Inhouse (Münster): Marius Sieja (Leiter Rechtsabteilung)

Hintergrund: Westfleisch hat CMS schon wiederholt mandatiert. Die Kanzlei beriet das Unternehmen bereits beim Kauf des Gelsenkirchener Fleischproduzenten Aldenhoven und auch beim Joint Venture mit Danish Crown. Associate Matthias Heilmeier, der beim Deal phasenweise mit beraten hat, verließ CMS im April in Richtung München: Dort ist er inzwischen bei der Gesellschafts- und Steuerrechtsboutique AFR Aigner Fischer tätig. (Eva Lienemann)

 

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