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12.06.2015

Springer & Funke: Weg frei für Plattform von Freshfields- und Heuking-Mandanten

Der gemeinsamen Vermarktungsplattform von Axel Springer und der Funke Mediengruppe steht nichts mehr im Wege. Das Bundeskartellamt erteilte jetzt grünes Licht. Über die Kooperation ‚Media Impact‘ soll die gesamte nationale Vermarktung der Medienangebote beider Gesellschafter gesteuert werden. Funke beteiligt sich dafür mit 25,1 Prozent an Media Impact, die bereits eine 100-prozentige Tochter des Axel Springer-Konzerns ist.

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Frank Röhling

Bemerkenswert ist, wie die Kartellwächter ihre Zustimmung begründen: Nach Einschätzung der Behörde verfügt die ‚Bild‘-Zeitung nicht mehr über eine marktbeherrschende Stellung bei den Anzeigen. Einer gemeinsamen Anzeigenvermarktung mit Funke stehe auch deshalb nichts im Wege, weil Anzeigenkunden etwa durch die Buchung alternativer Anzeigenkanäle eine bundesweite Marktabdeckung erzielen könnten.

Die Gründung der gemeinsamen Werbe- und Anzeigenvermarktungsplattform für Zeitschriften und Online-Medien ist der dritte Teilschritt der umfangreichen Transaktion zwischen Axel Springer und der Funke Mediengruppe: In einem ersten Schritt genehmigte die Kartellbehörde schon den Verkauf von ‚Berliner Morgenpost‘, ‚Hamburger Abendblatt‘ und weiteren Zeitungen und Anzeigenblättern an den Essener Medienkonzern. Der zweite Teil war der Verkauf der Springer-Frauenzeitschriften an Funke, allerdings unter Auflagen: Einen Teil der Zeitschriften muss Funke an die Mediengruppe Klambt weiterverkaufen.

Rainer Velte

Rainer Velte

Noch nicht abgeschlossen ist die kartellrechtliche Prüfung des geplanten Starts eines Gemeinschaftsunternehmens für den Vertrieb.

Berater Axel Springer
Freshfields Bruckhaus Deringer (Berlin): Dr. Frank Röhling; Associates: Dr. Max Klasse, Juliette Orologas (alle Kartellrecht)
bpv Hügel (Wien): Dr. Astrid Ablasser-Neuhuber, Gerhard Fussenegger (beide Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Hengeler Mueller (Berlin): Dr. Jens Wenzel; Associates: Dr. Robert Kilian, Dr. Nadine Hartung (alle Gesellschaftsrecht)
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Roland Pühler, Dr. Bernd Linke

Berater Funke Mediengruppe
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Düsseldorf): Dr. Rainer Velte, Beatrice Stange; Associate: Michael Vetter (alle Kartellrecht)
Linklaters (Düsseldorf): Dr. Christoph van Lier (Federführung; Associate, Corporate), Dr. Nikolaos Paschos (Corporate), Dr. Sebastian Benz (Tax); Associates:  Dr. Tim Mundhenke, Dr. Julian Böhmer (beide Tax), Dr. Eva Heneweer (Corporate)
Österreich:
Schönherr (Wien): Dr. Franz Urlesberger; Associate: Valerie Ditz – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Essen): Dr. Axel Kroll (Leiter Recht)

Hintergrund: Für Funke und Springer waren die gleichen Kartellrechtler an Bord wie beim Verkauf der Frauenzeitschriften, auch die österreichischen Kanzleien waren damals schon mit im Boot für Aspekte, die österreichisches Recht berührten. Der Berliner Freshfields-Partner Röhling hat die Beziehung zum Springer-Verlag in den letzten Jahren ebenso ausgebaut, wie Heuking-Parter Velte zur Funke-Gruppe. Auch abseits der kartellrechtlichen Beratung war Kontinuität Trumpf: Hengeler pflegt eine langjährige Mandatsbeziehung zu Springer und war hier mit Corporate-Partner Wenzel dabei, der auch schon beim Kauf der Frauenzeitschriften Teil des Teams war. Auch Linklaters an der Seite von Funke ist keine Überraschung: Die Kanzlei berät etwa die zum Konzern gehörende Essener WAZ-Gruppe schon seit 2012 bei deren Umstrukturierung. (Eva Lienemann)

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