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25.07.2015

Kompetenz zum automatisierten Fahren: Continental schluckt Elektrobit Automotive

Continental will die Automotive-Sparte der finnischen Elektrobit Group übernehmen. Die Hauptversammlung der Verkäuferin hat dem Vorhaben bereits zugestimmt. Laut Medienberichten beträgt der Kaufpreis 600 Millionen Euro. Von der Übernahme sind 1.900 Mitarbeiter in Europa, Asien und Nordamerika betroffen.

Axel Pajunk

Axel Pajunk

Elektrobit Automotive ist auf die Entwicklung von Software für Fahrerassistenz- und Infotainmentsysteme spezialisiert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Erlangen und die neue Eigentümerin Continental arbeiten bereits seit mehreren Jahren eng zusammen.

Geplant ist, dass die Käuferin bei dem Deal auch die Markenrechte erwirbt. Continental – die damit ihre Expertise zum Thema automatisiertes Fahren ausbauen möchte – erwirtschaftete im letzten Jahr einen Umsatz von 34,5 Milliarden Euro. Der börsennotierte Konzern gehört zu 46 Prozent der Schaeffler-Gruppe, die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz.

Berater Continental
White & Case (Helsinki): Petri Haussila (Federführung), Timo Airisto, Petri Avikainen, Axel Pajunk (alle Corporate/M&A), Frank-Karl Heuchemer (Arbeitsrecht; beide Frankfurt), Axel Schulz (Kartellrecht; Brüssel), Carola Glasauer (M&A; Frankfurt), Markus Mette (Hamburg), Dr. Andreas Klein (Frankfurt; beide IP); Associates: Alli Soralahti, Dr. Jan-Ole Eichstädt (Frankfurt; beide Corporate/M&A), Marika Harjula (Kartellrecht; Brüssel)

Berater Elektrobit Oyj
Roschier (Helsinki): Tero Jormanainen (Federführung); Associates: Elina Peltokorpi, Marcin Sopyllo (alle M&A)
Noerr (London): Dr. Thomas Schulz (Federführung); Associates: Robert Korndörfer, Sebastian Diehl (alle Corporate)

Hintergrund: Continental setzte erstmals bei einem großen Deal auf White & Case. Der Grund war wohl die besondere Kapitalmarktexpertise der Kanzlei in Finnland, da für den Deal auch eine Kapitalmarktübernahme in Erwägung gezogen worden war. Bei vorherigen Transaktionen setzte der Reifenhersteller auf Linklaters, so etwa bei der Übernahme von zwei Gesellschaften der belgischen Mecaseat-Gruppe, und auf Freshfields. Während die Mandatsbeziehung zu Linklaters in Corporate-Fragen zwischenzeitlich ruhte, wird Freshfields regelmäßig von Conti mandatiert. So beriet die Kanzlei das Hannoveraner Unternehmen auch im Zusammenhang mit der Übernahmeofferte von Schaeffler in 2008 und 2014 beim Erwerb von Veyance Technologies mit Sitz in Ohio.

Für Elektrobit koordinierte die finnische Kanzlei Roschier den Deal, über die Noerr ins Mandat kam. Noerr und Roschier verbindet eine enge Best-Friends-Beziehung. (Christin Nünemann)

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