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16.07.2015

Milliarden-IPO: HRE-Tochter pbb geht mit Hengeler und Sullivan in den freien Handel

Es ist der bislang größte Börsengang des Jahres: Die pbb Deutsche Pfandbriefbank (pbb) ist im Prime Standard des regulierten Marktes an der Frankfurter Börse notiert. Das Münchener Kreditinstitut mit einer Bilanzsumme von 75 Milliarden Euro im letzten Jahr erzielte einen ersten Kurs von 11,45 Euro pro Aktie. Den IPO der Hypo Real Estate-Tochter begleitete ein Konsortium aus Citigroup und Deutsche Bank als Joint Global Coordinators, sowie J.P. Morgan, Commerzbank, Berenberg, Gossler & Co. als weitere Joint Bookrunners.

Alexander Rang

Alexander Rang

Das Verkaufsverfahren für die pbb, das Anfang des Jahres im Dual Track eingeläutet worden war, wurde zugunsten des Börsengangs ausgesetzt. Seit dem 8. Juli bot die Emittentin rund 75,1 Prozent ihres Kapitals zu einem Preis zwischen 10,75 und 12,75 Euro je Aktie sowie eine Mehrzuteilungsoption von etwa 4,9 Prozent an. Es wird derzeit ein IPO-Erlös von einer guten Milliarde Euro erwartet.

Die pbb ist die Tochter der Hypo Real Estate Holding, in der das operative Geschäft der vor Jahren in Schieflage geratenen HRE gebündelt ist. Die HRE Holding wiederum befindet sich im Eigentum des Finanzmarktstabilisierungsfonds, welcher durch die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) verwaltet wird. Bis 2016 muss sich der Bund nach EU-Auflagen von der Mehrheit der Pfandbriefbank verabschieden. Auch nach dem IPO wird er mindestens weitere zwei Jahre mit gut 20 Prozent der ppb-Aktien an Bord bleiben.

Die pbb ist vor allem für gedeckte Anleihen, sogenannte Covered Bonds, bekannt. Ihre Schwerpunkte liegen bei gewerblichen Immobilienfinanzierungen, öffentlichen Investitionen sowie Einlagengeschäften von Privatkunden unter der Marke pbb direkt. Sie entstand im Sommer 2009 durch die Fusion der beiden Pfandbriefbanken Hypo Real Estate Bank und Deutsche Pfandbriefbank (DEPFA). Aktuell beschäftigt sie rund 840 Mitarbeiter. 

Berater HRE
Hengeler Mueller (Frankfurt): Prof. Dr. Johannes Adolff (Gesellschaftsrecht, M&A), Alexander Rang (IPO), Dr. Christian Schwandtner (Gesellschaftsrecht, M&A)‎, Dr. Reinhold Ernst (IPO; beide Düsseldorf), Dr. Dirk Bliesener (Bankrecht), Dr. Martin Klein (Steuerrecht), Dr. Simon Link (München), Dr. Joachim Rosengarten, Dr. Maximilian Schiessl (Düsseldorf; alle Gesellschaftsrecht), Dr. Dirk Uwer, Patrick Wilkening (beide Öffentliches Recht; beide Düsseldorf), Cecilia Di Ció, Dr. Andrea Schlaffge (Düsseldorf), Dr. Anna Schwander (München; alle IPO), Dr. Mathias Link (Steuerrecht), Dr. Astrid Harmsen (IP-Recht; Düsseldorf); Associates: Dr. Heiko Gotsche, Dr. Martin Ulbrich, Dr. Katharina Hesse (beide Düsseldorf), Dr. Enno Ahlenstiel (Brüssel), Dr. Johannes Baumann, Sophie-Charlotte Bechtold, Stefanie Bischof, Dr. Marco Brand, Dr. Annika Clauss, Dr. Carl-Philipp Eberlein, Hannah Ehlers Dr. Gerrit Forst, Caspar Haarmann,  Dr. Christian Häußer  (alle Düsseldorf), Dr. Henrik Humrich, Elisabeth Kreuzer (beide München), Dr. Alexander Kredig, Dr. Martin Mohr, Dr. Miriam Peter, Mikolaj Pogorzelski (Düsseldorf), Julian Ried, Dr. Nadine Rinck, Jochen Schnepper, Jan Steffen, Peter Wehner
Shearman & Sterling (Frankfurt): Dr. Andreas Löhdefink (Federführung; Kapitalmarktrecht/M&A), Dr. Alfred Kossmann (M&A), David Dixter (London), Ulrich Weidemann (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Mathias Stöcker (Kartellrecht), Dr. Kolja Stehl (Regulierung); Associates: Carsten Bernauer, Peter Breschendorf, Johanna Isphording, Dr. Philipp Jaspers (alle M&A), Hartmut Häselbarth (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Astrid Mayer (Steuerrecht).

Carsten Berrar

Carsten Berrar

Berater pbb
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, Dr. Wolfgang Feuring
Linklaters: Dr. Wolfgang Deselaers (Brüssel), Daniel von Brevern (Düsseldorf) 
Inhouse Recht (München): Dr. Heiner Bendfeld, Nils Wunderlich,  Reiner Barthuber, Harald Pospischil

Berater Bankenkonsortium
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Cristoph Gleske, Mark Strauch

Berater FMSA
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Frankfurt): Dr. Klaus Riehmer (M&A), Hanno Sperlich (IPO), Dr. Till Müller-Ibold (Beihilferecht; Brüssel), Dr. Daniel Weyde (Steuerrecht), Dr. Peter Polke (M&A);  Associates: Dr. Sebastian Holderbaum, Dr. Valentin Pfisterer (beide M&A), Jens Hafemann, Ines Bahlmann (beide Steuerrecht)
Inhouse Recht (Frankfurt): Bernd Giersberg (Leiter Recht & Compliance), Nikola Dörrenhaus-Kemper

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Hengeler Mueller übernahm nach JUVE-Recherchen eine zentrale Rolle, sowohl für die Hypo Real Estate als auch für die Deutsche Pfandbriefbank. Partnerteams der angesehenen Sozietät kümmerten sich um beide Seiten des Dual Tracks, stützten die gesellschaftsrechtlich relevanten, beschlussfassenden Versammlungen und bereiteten für den IPO auch den Verkaufsprospekt vor.

Das Sullivan-Team, das pbb kapitalmarktrechtlich begleitete und dabei auch das Underwriting Agreement vorbereitete, verfügt über eine reiche Börsenerfahrung. Allein in diesem Jahr begleitete Lead-Partner Berrar auf Bankenseite schon Tele Colombus und den Online-Babyartikelhändler windeln.de in den freien Handel, auf Emittentenseite war er beispielsweise kürzlich beim IPO von Sixt Leasing engagiert. Linklaters wurde von der Mandantin für beihilferechtliche Fragen hinzugezogen. Inhouse-Jurist Bendfeld war Head of Legal der Hypo Real Estate Holding, bis die Rechtsabteilung zur pbb verlagert wurde.

Das Freshfields-Team um Gleske und Strauch traf schon 2013 in gleicher Konstellation auf die Sullivan-Partner, als der Bochumer Immobilienkonzern Deutsche Annington den Börsenstart wagte. Im Frühjahr sahen sie sich wieder, als Freshfields windeln.de zum Parkett eskortierte.

Shearman wiederum ist eine langjährige Begleiterin der HRE und war auch an der Seite der Mandantin, als das Rettungspaket geschnürt wurde.

Die FMSA mandatierte bei der Abwicklung der WestLB und der pbb-Schwester Depfa jeweils ein Team um den Bankaufsichtsrechtler Dr. Tim Brandi von Hogan Lovells. Für die börsennahe Beratung und den vorgelagerten Verkaufsprozess setzte sie nun wieder auf Cleary. Für Riehmer dürfte es eines seiner letzten Cleary-Mandate sein. Er wird zum September Corporate- und M&A-Chef bei Mayer Brown. (Sonja Behrens)

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