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27.08.2015

Energieversorgung: Imtech-Tochter geht an Göhmann-Mandantin Getec

Die unter vorläufiger Insolvenzverwaltung stehende Imtech Deutschland hat ihre Contracting-Tochter an die Getec-Gruppe, Konkurrentin aus Magdeburg, verkauft. Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt bezeichnete den Verkauf als wichtigen Schritt zur Gesamtsanierung des Unternehmens.

Peter Groß

Peter Groß

Imtech Contracting realisiert seit 1993 für ihre Kunden die Energieversorgung in Form von Contracting-Modellen. Das Unternehmen kauft nicht nur den Strom ein, sondern stellt auch die erforderliche Infrastruktur für die Kunden bereit. 2014 verzeichnete Imtech Contracting einen Umsatz von rund 60 Millionen Euro und beschäftigte 130 Mitarbeiter. Als neuer Geschäftsführer wurde Willy Grözinger eingesetzt, der zuvor kaufmännischer Geschäftsführer der Buderus-Gruppe war. Die Kartellbehörde muss dem Verkauf noch zustimmen.

Die Getec-Gruppe mit Sitz in Magdeburg bietet mit ihren sechs Tochtergesellschaften ebenfalls Energiedienstleistungen an. Der Konzern beschäftigt 1.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr rund 721 Millionen Euro.

Imtech Contracting ist eine selbstständige Tochter des Baukonzerns Imtech Deutschland. Gemeinsame Projekte mit der Muttergesellschaft gibt es kaum; so ist Imtech Contracting weder an der Baustelle des BER-Hauptstadtflughafens, noch an der Opernsanierung in Köln beteiligt. Die insolvente Imtech Deutschland unterhält rund 900 Baustellen bundesweit und hatte am 6. August den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Hamburg gestellt.

Berater Getec
Göhmann: Peter Groß (Energierecht; Magdeburg), Dr. Sebastian Scherrer (M&A), Ralf Stötzel (Kartellrecht; beide Hannover), Franziska Häcker (Arbeitsrecht; Magdeburg)
Inhouse Recht (Magdeburg): Sebastian Isenberg (General Counsel)

Berater Imtech Deutschland
Görg: Dr. Christian Wolf (Restrukturierung, M&A), Dr, Christian Bürger (Kartellrecht; beide Köln), Dr. John-Patrick Bischoff (M&A; Hamburg)

Hintergrund: Das Magdeburger Göhmann-Büro unterhält langjährige Mandatsbeziehungen zur Getec-Gruppe, die ebenfalls ihren Sitz in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts hat.

Görg betreute Imtech Deutschland bereits bei der Vorbereitung des Insolvenzantrags. Zudem ist mit dem Komplex des vor wenigen Tagen gewährten Massekredits nach JUVE-Informationen der Hamburger Görg-Partner Dr. Thorsten Bieg befasst. Es soll sich dabei um eine Finanzspritze in „signifikanter Millionenhöhe“ handeln, die laut Medienberichten von der Commerzbank kommt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt, Partner der Hamburger Insolvenzrechtskanzlei Reimer, ließ zunächst offen, ob das Geld überhaupt gebraucht werde, da viele Auftraggeber die Liquidität des Konzern durch Vorschusszahlungen gesichert hätten. (Eva Lienemann)

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