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04.09.2015

Anteilstausch: Cleary-Mandantin Gazprom und BASF vollziehen Milliarden-Deal

Überraschende Wende: Der Milliardendeal zwischen BASF und dem russischen Energielieferanten Gazprom wird nun doch umgesetzt. Bis zum Jahresende wollen beide Unternehmen Anteile tauschen. Wegen der politischen Krise zwischen Russland und Westeuropa war der bereits 2012 vereinbarte Deal Ende 2014 zunächst geplatzt.

Hermann Schmitt

Hermann Schmitt

Nun wird die Kasseler BASF-Tochter Wintershall das deutsche Gashandels- und Speichergeschäft wie geplant vollständig an Gazprom abgeben. Dazu zählen unter anderem die 50-prozentigen Anteile an den Erdgas-Handelsgesellschaften Wingas und am Wintershall Erdgashandelshaus Berlin sowie die Anteile an der Speichergesellschaft Astora und an den Erdgasspeichern in den niedersächsischen Gemeinden Rehden und Jemgum sowie im österreichischen Haidach.

Im Gegenzug erhält BASF Wintershall den wirtschaftlichen Gegenwert von 25 Prozent plus einem Anteil an den Blöcken IV und V der Achimov-Formation des Urengoi-Erdgas- und Kondensatfelds in Westsibirien, die Gazprom und BASF gemeinsam erschließen wollen. Die Produktion soll 2018 anlaufen, pro Jahr sollen mindestens acht Milliarden Kubikmeter Gas gefördert werden.

Das Geschäft war 2014 längst vereinbart gewesen, als die politischen Spannungen zwischen Russland und Westeuropa so zunahmen, dass die Transaktion kurzfristig doch nicht vollzogen wurde. Die EU hatte Russland wegen des Ukraine-Konflikts mit Wirtschaftssanktionen belegt. Der Deal soll nun, wie im Dezember 2012 vereinbart, mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. April 2013 erfolgen. Die Europäische Kommission hatte schon Ende 2013 grünes Licht erteilt.

Berater Wintershall
White & Case: Dr. Hermann Schmitt (Düsseldorf), Alan Burke (London); Associates: Alex Bircham, Sam Davies (beide London), Ekaterina Kamkina, Ekaterina Tulaeva (alle Corporate(M&A), Ksenia Tyunik (Kartellrecht; alle Moskau)
WilmerHale (Berlin): Ulrich Quack, Dr. Oliver Fleischmann (beide Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Gazprom
Cleary Gottlieb Steen & Hamilton (Moskau): Russell Pollack (Corporate/M&A), Robbert Snelders (Regulierung/Fusionskontrolle; Brüssel), Dr. Oliver Schröder (Corporate/M&A), Dr. Daniel Weyde (Steuern; beide Frankfurt), Dr. Tilman Kuhn (Kartellrecht; Köln); Associates: Mikhail Suvorov, Nikolay Krasnikov, Richard Watkins, Alexey Koshelev (alle Corporate/M&A), Niklas Maydell, Aude de Crayencour (alle Regulierung/Fusionskontrolle), Anna Rolova (alle Brüssel), Katharina Klooz (Köln; beide Kartellrecht), Jens Hafemann (Steuerrecht, Corporate/M&A; Frankfurt)

Hintergrund: Die Beraterkonstellation ist seit Vereinbarung der Transaktion 2012 gleich geblieben. (Eva Lienemann)

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