Artikel drucken
25.09.2015

Lanxess: Saudi Aramco kauft mit Allen & Overy schwächelndes Kautschukgeschäft

Der Spezialchemiehersteller Lanxess gliedert sein Kautschukgeschäft aus und gründet zu diesem Zweck ein Joint Venture mit dem saudischen Ölkonzern Saudi Aramco. Der arabische Petrochemiekonzern steigt mit 50 Prozent in das Gemeinschaftsunternehmen ein und zahlt dafür nach Abzug von Schulden und anderen finanziellen Verbindlichkeiten 1,2 Milliarden Euro in bar. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2016 erfolgen, unterliegt aber noch der Zustimmung der Kartellbehörden.  

Michael Ulmer

Michael Ulmer

Lanxess wollte sein schwächelndes Kautschukgeschäft schon seit Längerem ausgliedern. Schon Anfang des Jahres wurden Medienberichte über Gespräche mit dem Chemieunternehmen Nizhnekamskneftekhim (NKNK) des russischen Oligarchen Rustem Sulteev laut. Auch weitere Interessenten soll es gegeben haben. Zuletzt stand Lanxess in Verhandlungen mit dem britischen Chemiekonzern Ineos.

Die neue Gesellschaft soll über eine Holding in den Niederlanden geführt werden. Lanxess bringt 3.700 Mitarbeiter ein, die an 20 Produktionsstandorten und vier Forschungszentren arbeiten. Namentlich geht es um die Lanxess-Geschäftsbereiche Tire & Specialty Rubbers und High Performance Elastomers.

Bewertet wird das Gemeinschaftsunternehmens nach Angabe von Lanxess mit 2,75 Milliarden Euro. Als beratende Investmentbank war für Saudi Aramco die Deutsche Bank tätig. Lanxess setzte auf Rothschild.

Berater Saudi Aramco
Allen & Overy (Frankfurt):  Dr. Michael Ulmer, Dr. Matthias Horn (beide Corporate/M&A; beide Federführung), Dr. Gottfried Breuninger (Steuerrecht; München), Andrew Schoorlemmer (Dubai), Dr. Johannes Bruski (Riad), Dr. Rüdiger Klüber (Hamburg; alle Corporate), Dr. Dirk Schade (Steuerrecht; München), Jürgen Schindler (Kartellrecht; Brüssel); Associate: Dr. Marco Niehaus (Corporate)

Berater Lanxess
Freshfields Bruckhaus Deringer (München): Dr. Ralph Kogge (Corporate), Dr. René Döring (Arbeitsrecht: Frankfurt), Dr. Helmut Bergmann (Kartellrecht; Berlin); Dr. David Beutel (Steuerrecht), Dr. Michael Ramb (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin); Associates: Dr. Michael Schweppe, Dr. Hendrik van Echten (beide Corporate), Dr. Stefan Reinel (Steuerrecht), Dr. Lilly Fiedler (Berlin), Tom Morgan (Brüssel; beide Kartellrecht), Dr. Jan Bösing (IP/IT)
Inhouse Recht (Köln): Dr. Stephanie Coßmann (Abteilung Recht und IP)

Ralph Kogge

Ralph Kogge

Berater Ineos
Noerr (London): Dr. Thomas Schulz (Federführung; Corporate), Sebastian Bock (Finanzierung; Frankfurt), Uwe Erling (Öffentliches Recht), Dr. Thomas Gniadek (IP-Recht; beide München), Tillmann Hecht (Arbeitsrecht; Frankfurt), Dr. Carsten Heinz (Steuerrecht; Berlin), Alexander Israel (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Mansur Pour Rafsendjani (Vertragsrecht; München), Prof. Dr. Joachim Schrey (IT-Recht; Frankfurt), Marco Winterer (Immobilien; München); Associates: Sebastian Diehl, Robert Korndörfer (beide Corporate), Martin Gliewe (Arbeitsrecht, Frankfurt) – aus dem Markt bekannt
Slaughter and May (London): Sally Wokes – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Allen & Overy bekam über ihre Büros in Dubai und Riad die Gelegenheit, Saudi Aramco bei einem Pitch zu überzeugen.

Freshfields ist eine langjährige Beraterin von Lanxess und begleitete das Unternehmen schon bei zahlreichen Transaktionen. So etwa 2007 beim Verkauf des Tochterunternehmesn Borchers und deren französische Tochter an die US-amerikanische OM Group.

Auch bei den Beratern des weiteren Interessenten Ineos, der letztendlich nicht zum Zug kam, gab es keine Überraschungen. Noerr und Slaughter berieten den britischen Chemiekonzern schon 2007, als dieser die Kunststoffsparte Lustran Polymers von Lanxess übernahm. Damals stand ebenfalls Freshfields an der Seite von Lanxess. (Claudia Otto)

  • Teilen