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12.10.2015

Broken Deal: Jones Day-Mandant Potash sagt K+S-Übernahme ab

Der kanadische Rohstoffkonzern Potash hat von seinem Vorhaben, den deutschen Düngemittelproduzenten K+S zu übernehmen, Abstand genommen. K+S hatte nach Bekanntwerden der Potash-Pläne alle Kaufangebote abgelehnt. Die beiden Rohstoffriesen zählen zu den vier größten Kaliproduzenten der Welt.

Ansgar Rempp

Ansgar Rempp

Potash hatte 41 Euro pro K+S-Aktie geboten, doch der deutsche Konzern hielt dieses Angebot für deutlich zu niedrig. K+S ist vor allem in Europa und Südamerika aktiv und setzte 2014 rund 3,8 Milliarden Euro um, das operative Ergebnis lag bei 641 Millionen Euro. Der Konzern hat wie die gesamte Branche mit sinkenden Rohstoffpreisen zu kämpfen und verordnete sich 2013 ein umfangreiches Sparprogramm. Zugleich investierte K+S massiv in ein Bergbauprojekt in der kanadischen Provinz Saskatchewan, wo auch Potash beheimatet ist.

Potash erwirtschaftete 2014 rund 7,1 Milliarden US-Dollar, davon 1,5 Milliarden Nettogewinn. Gemeinsam mit K+S hätte Potash nach Ansicht von Analysten 2020 rund ein Viertel des Kali-Weltmarkts kontrollieren können. Wäre der Deal zustande gekommen, hätte es sich um die dritte Übernahme eines Dax-Konzerns durch einen ausländischen Konkurrenten nach Mannesmann/Vodafone und HVB/UniCredit gehandelt.

Berater Potash
Jones Day (Düsseldorf): Ansgar Rempp, Robert Profusek (New York; beide Federführung), Ralf Ek, Johannes Perlitt (beide Frankfurt), Ralf Recknagel (alle M&A), Brett Barragate (New York), Sandra Kamper (Frankfurt; beide Bank- und Finanzrecht), Edward Kennedy (New York), Dr. Martin Bünning, Klaus Herkenroth (beide Frankfurt; alle Steuerrecht), Johannes Zöttl, Phil Proger (Washington; beide Kartellrecht), Markus Kappenhagen (Arbeitsrecht); Associates: Stella Greisbach, Martin Kemmerer, Christian Krebs (beide Frankfurt; alle M&A), Thomas Stoll (Kapitalmarktrecht), Markus Hamann (öffentliches Recht; beide Frankfurt)
Stikeman Elliot – aus dem Markt bekannt

Berater K+S
Inhouse Recht (Kassel): Dr. Daniel Laumann (General Counsel) – aus dem Markt bekannt
CMS Hasche Sigle (Stuttgart): Dr. Karsten Heider (Gesellschaftsrecht/M&A) – aus dem Markt bekannt
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, Dr. York Schnorbus (beide Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht/M&A) – aus dem Markt bekannt
Wilson Sonsini Goodrich & Rosati (Brüssel): Dr. Michael Rosenthal (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater K+S Aufsichtsrat
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Matthias Hentzen, Dr. Gerd Sassenrath – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Potash vertraut traditionell auf Stikeman Elliot. Die Großkanzlei zählt in Kanada zu den führenden Einheiten, der Gruppe der sogenannten Seven Sisters. Mit Jones Day trat Stikeman besonders im Sommer 2010 prominent in Erscheinung, als sie gemeinsam halfen, die feindliche Übernahme durch BHP Billiton abzuwehren. Der britisch-australische Minenkonzern wollte sich Potash seinerzeit für rund 39 Milliarden US-Dollar einverleiben. Auch beim Kauf einer 9,5-Prozent-Beteiligung an dem brasilianischen Wettbewerber Fertilizantes Heringer setzte Potash vor wenigen Monaten auf Jones Day.

Die K+S-Juristen um General Counsel Laumann arbeiteten bei der Abwehr der Potash-Offerte JUVE-Recherchen zufolge gleich mit mehreren Kanzleien zusammen. Die gesellschaftsrechtlichen Aspekte deckte mit CMS-Partner Heider ein langjähriger Stammberater des Konzerns ab. Neben Heider arbeitete K+S in der Vergangenheit auch mit anderen CMS-Teams zusammen. So begleitete der Stuttgarter Partner Dr. Thomas Meyding 2012 den Verkauf der Stickstoff-Düngemittelsparte an EuroChem. Außerdem mandatierte K+S die öffentlich-rechtliche Praxis von CMS regelmäßig in Prozessen mit Kommunen und Bundesländern, hier ist insbesondere der Hamburger Partner Dr. Fritz von Hammerstein aktiv. Daneben war aber auch Freshfields Bruckhaus Deringer in den vergangenen Jahren mehrfach bei großen Transaktionen für K+S im Einsatz.

Wilson Sonsini-Kartellrechtler Rosenthal zählt ebenfalls zu den Stammberatern von K+S. Sullivan & Cromwell hingegen, die hier mit corporate- und kapitalmarktrechtlichem Schwerpunkt agierte, kam auf Empfehlung neu ins Mandat. Der K+S-Aufsichtsrat zog zusätzlich Hengeler Mueller zu Rate, soweit bekannt, ebenfalls erstmalig. (Norbert Parzinger)

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