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01.10.2015

ICBC-Projekt: Clifford und DLA Piper stricken chinesisch-deutsches Maritim-Joint-Venture

Die deutsche Reederei Bernhard Schulte hat mit der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) – nach Bilanzsumme der größten Bank der Welt – ein Joint Venture aufgesetzt, um millionenschwere Spezialschiffe für einen Offshorewindpark in der Nordsee zu betreiben. Soweit bekannt, ist es das erste große Investment der ICBC Leasing in hochtechnologische Offshoreserviceschiffe.

Jörg Rhiel

Jörg Rhiel

Die Leasing-Tochter der ICBC und die Schulte-Reederei arbeiteten in der Vergangenheit in diversen Fragen zusammen, etwa im Geschäft mit Container-Schifffahrt, Kreuzfahrten und auch der Finanzierung von Installationsschiffen. Teil des jetzigen Joint Ventures sind die Vehikel Astraios und Pallas, an denen ICBC mit 50 Prozent beteiligt ist. Das neue Joint Venture wurde nach deutschem Recht aufgesetzt, das Bundeskartellamt hat bereits die Freigabe erteilt.

Die Hamburger Schulte-Gruppe beschäftigt weltweit rund 22.000 Mitarbeiter. Neben rund 100 eigenen Reedereischiffen entwickelt sie Spezialschiffe und managt darüber hinaus rund 700 unterschiedliche Wasserfahrzeuge anderer Eigner.

ICBC wurde erst 1984 gegründet, 2006 sammelte die Bank beim Börsengang bereits 22 Milliarden Dollar ein. Die chinesische Großbank, die hierzulande schon in Frankfurt, München und Düsseldorf Repräsentanzen hatte, eröffnete 2015 weitere Filialen in Hamburg und Berlin. Ihre Leasing-Tochter, die neben dem maritimen Geschäft auch in den Flugzeugbau und Logistikbereich investiert, hat angekündigt, auch Infrastrukturprojekte wie die Hamburger Hafenerweiterungen unterstützen zu wollen.

Berater ICBC
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Jörg Rhiel (Federführung), Dr. Andreas Dietzel (beide Corporate), Dr. Uwe Schimmelschmidt, Dr. Marie-Theres Rämer (beide Steurrecht), Marc Besen (Kartellrecht; Düsseldorf), Alastair MacAulay (Bankrecht/Finanzierungen; Hongkong); Associates: Dr. Neda von Rimon, Moritz Erdmann (beide Corporate), Dr. Dimitri Slobodenjuk (Kartellrecht; Düsseldorf), Jay Shi (Bankrecht/Finanzierungen; Hongkong)

Nils Krause

Nils Krause

Berater Bernhard Schulte Group
DLA Piper (Hamburg): Dr. Nils Krause (Federführung; Corporate), Wolfram Distler (Frankfurt), Paul Lee (Hongkong; beide Finanzierung), Jan Dreyer (Kartellrecht; Köln); Associate: Verena Pianka (Kartellrecht; Köln) 

Hintergrund: DLA-Partner Krause berät das Familienunternehmen Bernhard Schulte bereits seit einigen Jahren regelmäßig. Der Corporate-Experte ist auch Co-Leiter des kanzleiinternen China Desk, zusammen mit Florian Hirschmann in München. Hirschmann und Krause arbeiteten beide früher für White & Case und auch dort schon in deutsch-chinesischen Deals zusammen.

Clifford Chance war zwar international schon aufseiten der ICBC zu sehen, beispielsweise als sich diese im vergangenen Jahr an der südafrikanischen Standard Bank beteiligte. Über die Mandatierungshistorie hierzulande ist noch nichts bekannt. Der jetzt federführende Partner Jörg Rhiel war erst im Mai zum Partner ernannt worden. (Sonja Behrens)

 

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