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15.10.2015

IPO-Welle: Hapag-Lloyd strebt mit Allen & Overy und White & Case aufs Parkett

Am 30. Oktober will die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd die Erstnotiz im regulierten Markt der Frankfurter Börse wagen. Der erhoffte Bruttoerlös liegt bei 265 Millionen Euro – ursprünglich hatte das Unternehmen 450 Millionen Euro angepeilt. Der IPO wird von einem Konsortium unter der Führung von Deutsche Bank, Goldman Sachs und der Hamburger Privatbank Berenberg begleitet.

Oliver Seiler

Oliver Seiler

Das Hamburger Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren schon mehrfach Börsengänge geplant, aber nie vollzogen. Der Erlös soll in neue Schiffe und Container fließen. Parallel zur Unterzeichnung des Börsenprospekts stellten die drei Geldhäuser der Reederei auch eine neue Kreditlinie über 125 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

Insgesamt bietet Hapag-Lloyd bis zu 15,7 Millionen Aktien an. Die Preisspanne reicht von 23 bis 29 Euro. Von den angebotenen Aktien stammen bis zu 11,5 Millionen aus einer Kapitalerhöhung. Die Ankeraktionäre CSAV (34 Prozent) und Klaus-Michael Kühne (21 Prozent) werden ihre Anteile um 26 Millionen Euro aufstocken. Zusätzlich können 2,3 Millionen Aktien aus dem Bestand der Tui hinzukommen. Der Touristikkonzern hält derzeit noch knapp 14 Prozent an der Reederei und plant seit Längerem sich aus der Containerschifffahrt zurückzuziehen. Weitere 1,9 Millionen Papiere hält Tui daher für eine mögliche Mehrzuteilungsoption bereit. Werden alle Optionen genutzt, könnte das Gesamtangebotsvolumen bis zu 362 Millionen Euro betragen. 

Hapag-Lloyd erzielte im ersten Halbjahr 2015 einen Umsatz von 4,7 Milliarden Euro und einen Gewinn von rund 157 Millionen Euro. Das Unternehmen ist mit mehr als 10.000 Mitarbeitern in 116 Ländern vertreten.

Berater Hapag-Lloyd
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Oliver Seiler (Kapitalmarktrecht), Dr. Helge Schäfer (Corporate/M&A; Hamburg), Marc Plepelits (US-Corporate-Finance), Thomas Neubaum, Bianca Engelmann (beide Banking), Dr. Heike Weber (Steuerrecht), Dr. Jonas Wittgens (Corporate; Hamburg), Dr. Jens Wagner (Corporate; München); Associates: Simon Weiß, Nadine Kaemper, David Rath, Dr. Camilla Kehler-Weiß (alle Kapitalmarktrecht), Boris Blunck (Arbeitsrecht), Dr. Alexander Schilling (Bank- und Finanzrecht)

Inhouse Recht (Hamburg): Thomas Mansfeld (Federführung; Leiter Recht), Beate Flach, Henning Wiese

Berater Banken
White & Case (Frankfurt): Gernot Wagner, Rebecca Emory (beide Federführung), Dr. Lutz Krämer, Dr. Benedikt Gillessen (alle Kapitalmarktrecht), Vanessa Schürmann (Kreditfinanzierung) – aus dem Markt bekannt

Berater CSAV
Linklaters (Düsseldorf): Wolfgang Sturm (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Herbert Harrer (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Oliver Rosenberg (Steuerrecht), Sebastian Goslar (Corporate/M&A); Associate: Ricarda Grzeschik (Corporate/M&A)

Berater Tui
Hengeler Mueller (München): Prof. Dr. Hans-Jörg Ziegenhain (Gesellschaftsrecht), Dr. Simon Link; Associate: Elisabeth Kreuzer (beide Kapitalmarktrecht/Gesellschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt

Gernot Wagner

Gernot Wagner

Hintergrund: Beim versuchten IPO 2011 berieten Seiler und Wagner die Reederei noch gemeinsam unter der Flagge von Allen & Overy. Wagner, der Ende 2014 mit einem Team zu White & Case wechselte, begleitete in der Zwischenzeit mehrere High-Yield-Bonds des Unternehmens, zwei davon Ende 2013 noch bei Allen & Overy und den letzten Ende 2014 dann bei White & Case.

Allen & Overy, Hengeler und Linklaters berieten auf den entsprechenden Seiten auch schon bei der Fusion von Hapag-Lloyd und der chilenischen CSAV im vergangenen Jahr. Linklaters ist aus ihrer Londoner Bankrechtspraxis heraus regelmäßig für CSAV bei Schiffsfinanzierungen tätig. Der Düsseldorfer Partner Sturm beschäftigt sich als Co-Head der internationalen Linklaters-Sektorgruppe Transport & Logistik regelmäßig mit der Branche.

Tui setzte mit Hengeler ebenfalls auf eine langjährige Beraterin. Die Kanzlei beriet den Konzern beispielsweise auch 2012, als das Albert-Ballin-Konsortium weitere Anteile an Hapag Lloyd von Tui übernahm. White & Case beriet damals in diesem Komplex die HSH Bank zu der durch den Deal hervorgerufenen Neuordnung innerhalb des Konsortiums.

Als steuerrechtliche Berater kam zudem KPMG zum Einsatz. (Claudia Otto)

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