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12.10.2015

Traditionsbrauerei: TCB kauft mit Lacore Gilde aus Hannover

Der Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev trennt sich zum Jahreswechsel von der Gilde-Brauerei. Die Beteiligungsgesellschaft TCB kauft das Unternehmen aus Hannover. Anheuser-Busch will sich derweil auf seine nationalen Premiummarken Beck’s und Franziskaner konzentrieren.

André Eggert

André Eggert

Anheuser-Busch Inbev (AB Inbev) hatte die Gilde-Brauerei 2003 übernommen. Die Traditionsbrauerei aus Hannover beschäftigt rund 70 Mitarbeiter und produziert jährlich etwa 150.000 Hektoliter Bier. Die Käuferin TCB mit Sitz in Frankfurt an der Oder hat bereits die Brauereien Feldschlößchen aus Dresden und das Frankfurter Brauhaus in Frankfurt (Oder) im Portfolio. Die Beteiligungsgesellschaft kündigte umfangreiche Investitionen in Gilde an.

Zum Portfolio von AB Inbev, der nach Absatzvolumen größten Brauereigruppe weltweit, gehören nach dem Verkauf noch die deutschen Biermarken Diebels, Beck’s, Hasseröder, Haake-Beck und die Biere der Spaten-Löwenbräu-Gruppe. 2.800 der 150.000 Mitarbeiter weltweit arbeiten in Deutschland.

Klaus Rentsch

Klaus Rentsch

Berater TCB Beteiligungsgesellschaft
Lacore (Berlin): André Eggert (Federführung), Ole Nieke, Dr. Holger Bergbach (alle Corporate), Dr. Ralf Vogt, Dr. Linda Kurta (Arbeitsrecht), Maria Höricke (IP)
Ole-Hagen Zachriat (Berlin; Arbeitsrecht)

Berater Anheuser-Busch Inbev
Dr. Schackow & Partner (Bremen): Dr. Klaus Rentsch (Federführung); Associate: Marc-Marvin Schlichting (beide Gesellschaftsrecht/M&A)
Kliemt & Vollstädt (Düsseldorf):Dr. Markus Bohnau, Dr. Markus Janko; Associate: Thomas Seidensticker (alle Arbeitsrecht)
Inhouse Recht: Heinz Beekmann (Leitung Rechtsabteilung), Stefan Häseker (Gesellschaftsrecht), Alexander Gerber (Leitung Personalabteilung), Eike Berthold (Finanzen), Bärbel Lumm (Steuern)

Hintergrund: Die Lacore-Rechtsanwälte Eggert, Nieke und Bergbach begleiten TCB schon seit 2003, als die Beteiligungsgesellschaft das Frankfurter Brauhaus übernahm. Damals waren sie noch bei der Berliner Kanzlei Eggers Malmendier tätig. Die Corporate- und Finance-Boutique Lacore ging unter anderem mit dem Namenspartner Eggers daraus hervor. Lacore wurde gemeinsam mit bedeutenden Partnern der Sozietät Knauthe Anfang 2012 gegründet.

Auch AB Inbev wird bereits seit einigen Jahren von der Bremer Kanzlei Dr. Schackow beraten. Ein Team um Rentsch ist für die Brauereigruppe schon häufiger in Transaktionsmandaten und bei Mandaten mit Auslandsbezug tätig gewesen.
Arbeitsrechtlich hatte AB Inbev Kliemt & Vollstädt bereits zurate gezogen, als sich der Brauereikonzern 2010 eine Schrumpfkur verordnete, die in Deutschland den Abbau von 380 Stellen bedeutete.
Kartellrechtlich vertraute der Konzern kürzlich auf ein Team von Freshfields, die AB Inbev bei der bislang größten Untersuchung des Kartellamts zu Preisabsprachen bei Markenprodukten berät.

International bereitet sich AB Inbev derweil auf eine Mega-Übernahme vor: Der Weltmarktführer hat  der Nummer zwei im Markt, der britischen SAB Miller, ein Übernahmeangebot unterbreitet, dem SAB Miller nun zugestimmt hat. Anheuser-Busch soll Medienberichten zufolge 96 Milliarden Euro für die Übernahme zahlen. In diesem Komplex setzt AB Inbev selbst auf Teams von Sullivan & Cromwell aus New York und London; die Gesellschafter von AnBev haben ein Londoner Team vom Clifford Chance mandatiert. Dortige Kollegen kümmern sich auch um Finanzierungsfragen. Linklaters wiederum berät SAB Miller. (Eva Lienemann)

Der Artikel wurde am 13. und 15.Oktober aktualisiert.

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