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01.10.2015

US-Einkaufstour: Springer erweitert Digital-Portfolio mithilfe von Sullivan und Hengeler

Axel Springer im digitalen Kaufrausch: Der Medienkonzern hat innerhalb von zwei Tagen seine Reichweite in den USA signifikant gesteigert. Zum einen hat Springer 88 Prozent der Anteile an der amerikanischen Online-Plattform ‚Business Insider‘ gekauft und dafür rund 300 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Zum anderen kündigte Springer an, einen Minderheitsanteil an der Thrillist Media Group (TMG) kaufen zu wollen.

Beide Investitionen seien ein wichtiger nächster Schritt, die digitale Reichweite weltweit zu steigern sowie englischsprachige Angebote auszubauen, teilte das Medienhaus am Mittwoch mit. Nach Abschluss der Transaktion wird das Medienunternehmen  der größte externe Anteilseigner der Thrillist Media Group sein. An Business Insider hielt Springer bereits 9 Prozent der Anteile, nach dem Kauf sind es 97 Prozent. Die restlichen drei Prozent verbleiben bei Amazon-GründerJeff Bezos, der 2013 bei Business Insider eingestiegen war.

Business Insider wurde unter anderem vom ehemaligen Wall-Street-Anaylsten Henry Blodget gegründet und ist ein Portal für Wirtschafts- und Finanznachrichten in den USA. Laut Zahlen des Marktforschers Comscore kommt die Seite auf 76 Millionen Besucher im Monat.

Das Lifestyle-Portal Thrillist, 2005 gegründet, wird von der in New York ansässigen Thrillist Media Group betrieben. Es richtet sich an 18- bis 34-jährige Männer und erreicht mehr als die Hälfte der 80 Millionen monatlichen Leser über mobile Endgeräte.

Berater Axel Springer
Inhouse Recht: Dr. Konrad Wartenberg (General Counsel), Dr. Harck-Oluf Nissen (Leiter Gesellschafts- und Kartellrecht), Dr. Ansgar Schönborn (Senior Legal Counsel Corporate/M&A),  Dr. Bernd Linke (Senior Legal Counsel M&A/Antitrust)
Sullivan & Cromwell (New York): John Evangelakos; Associates: Bernd Delahaye, Lee Silver, Amanda Gill (alle Corporate)
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Carsten Schapmann, Dr. Andreas Austmann; Associate: Michael Danzeglocke

Berater Fusionskontrolle
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Frank Röhling (Berlin), Bruce McCulloch (Washington)
bvp Hügel: Dr. Astrid Ablasser-Neuhuber (Wien), Gerhard Fussenegger (Brüssel)

Berater Business Insider
Pillsbury Winthrop Shaw Pittman – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Da beide Zukäufe den amerikanischen Markt betrafen, lag der Schwerpunkt der Beratung bei der amerikanischen Kanzlei Sullivan & Cromwell, die gemeinsam mit dem Inhouse-Team von Axel Springer die Transaktionen federführend betreuten. Deutsche Beteiligung gab es unter anderem durch die seit einigen Jahren etablierte Springer-Beraterin Hengeler Mueller. Seit dem Einstieg des ehemaligen Porsche-Chefjuristen Wartenberg bei Springer 2012 ist die Kanzlei öfter an der Seite des Medienkonzerns zu sehen, auch beim Verkauf einiger Publikationen an die WAZ. Ein Team um die Partner Austmann und Schapmann begleitete auch die Umwandlung Springers von einer AG in eine SE im vergangenen Jahr. Dort waren auch die Kartellrechtler involviert, die nun bei dem Business Insider-Zukauf berieten: Freshfields-Partner Röhling und die österreichische Kanzlei bvp Hügel. Sie begleiten zudem gemeinsam die Fusionskontrolle der gemeinsamen Vermarktungsplattform von Axel Springer und der Funke Mediengruppe im Sommer dieses Jahres.

Den Zukauf der Minderheitsbeteiligung an Thrilling stemmte Axel Springer in Deutschland ausschließlich mit einem Inhouse-Team, das aus Dr. Harck-Oluf Nissen und Dr. Ansgar Schönborn bestand. In den USA setzte Springer auf Morrison & Foerster, die mit einem Team um Corporate-Partnerin Suzanne Graeser aus Palo Alto beriet. Thrillist ließ sich von der Kanzlei Cooley aus New York beraten. Das Team führte Partner Peyton Worley. (Eva Lienemann)

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