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19.11.2015

Fusion: DZ und WGZ Bank werden mit Inhouseteams und White & Case zur Großbank

Die beiden größten deutschen Genossenschaftsbanken, die DZ Bank und die WGZ Bank, wollen fusionieren. Sollte die Transaktion – anders als bei früheren Versuchen  gelingen, wäre es der größte Bankenzusammenschluss seit der Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank vor fünf Jahren. Damit entstünde ein Geldhaus mit mehr als 30.000 Mitarbeitern und einer kombinierten Bilanzsumme von knapp 500 Milliarden Euro – gut 400 Milliarden Euro kommen dabei von der deutlich größeren DZ Bank.

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Matthias Kasch

Presseberichten zufolge haben die beiden Aufsichtsratsgremien der beiden Banken bereits zugestimmt. Angestrebt werden soll ein Holdingmodell mit einer Dachgesellschaft, darunter können dann neben der fusionierten Bank die Töchter Union Investment, Schwäbisch Hall und der Versicherer R+V eingeklinkt werden.

Pläne zu einem Zusammenschluss der beiden Dachbanken der rund 1.000 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken bestehen schon lange, seit der Jahrtausendwende hatten die beiden Häuser mehrfach Fusionsanläufe genommen, die aber stets scheiterten. Vor elf Jahren hatte die DZ Bank beispielsweise ein von der WGZ vorgeschlagenes Fusionsmodell abgelehnt, nachdem sie ein externes Gutachten eingeholt hatte. Das Modell hatte vorgesehen, dass die DZ-Bank in eine Holding umgewandelt werden sollte, das Bankgeschäft ausgegliedert werden solle und in je eine neu zu gründende Verbund- beziehungsweise Geschäftsbank eingebracht werden sollte.

Berater DZ Bank
Inhouse Recht (Frankfurt): Reinhard Nützel (Leiter Recht), Dr. Anna Heidelbach – aus dem Markt bekannt
White & Case (Frankfurt): Matthias Kasch, Dr. Benedikt Gillessen (beide Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt

WGZ Bank
Inhouse Recht (Düsseldorf): Claudia Klein (Leiterin Recht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Der Frankfurter White & Case-Partner Kasch ist schon seit vielen Jahren für die DZ Bank tätig und begleitete das Finanzinstitut unter anderem 2004 beim Verkauf seiner Mehrheit an der Südwestbank Stuttgart. Ebenfalls 2004 beriet White & Case auch zu dem Gutachten, auf das sich die DZ Bank stützte, als sie damals die Fusion mit der WGZ ablehnte. Zum jetzigen Mandat wollte die Kanzlei auf Nachfrage keinerlei Stellung nehmen. Ob die WGZ Bank externe juristische Berater eingeschaltet hat, ist bisher nicht bekannt. (René Bender)

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