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25.11.2015

Medizinproduktehersteller: Corvel-Mandantin STS Medical kauft MSS Medical-Set

Die Luxemburger STS Medical Group hat die deutsche MSS Medical-Set Service erworben. Die Transaktion der beiden Medizinproduktehersteller hat der STS-Mehrheitsgesellschafter Monitor Clipper Partners vorangetrieben.

Philipp Jacobi

Philipp Jacobi

MSS produziert und vertreibt OP-Sets, insbesondere für Augenoperationen. Der Medizinproduktehersteller ist im unterfränkischen Großwallstadt angesiedelt. STS Medical, ein Akquisitionsvehikel für medizintechnische Unternehmen, erzielte 2014 mit 900 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 64 Millionen Euro. Seine Produktionsstandorte liegen in Deutschland und Bulgarien. Mehrheitsgesellschafter ist der US-amerikanisch Private-Equity-Fonds Monitor Clipper Partners, CEO und Mitbegründer Augusto Orisini hält eine Minderheitsbeteiligung. STS Medical begründet den Schritt mit der guten Absatzprognose für OP-Sets in Deutschland. Nach dem Zukauf arbeiten für STS in Deutschland 250 Mitarbeiter an drei Standorten.

Berater STS Medical Group
Corvel (Hamburg): Dr. Philipp Jacobi (Federführung; Corporate, M&A), Dr. Dirk Brockmeier (Real Estate)
MNKS (Luxemburg): Catherine Baflast; Associates: Soledad Pascual (beide luxemburgisches Recht)
PricewaterhouseCoopers Legal (München): Christian Küpker, Christoph Schreiber; Associate: Christian Reicherdt (alle Steuerrecht)

Hintergrund: Corvel war erstmalig für die STS Medical Group tätig. Sie kamen auf eine Empfehlung ins Mandat. Die Gründungspartner des Freshfields-Spin-off Corvel haben viel Erfahrung bei Transaktionen, sind bisher aber weniger für Medizinproduktehersteller aufgefallen als für ihre Beratung im Sektor erneuerbare Energien. So berieten sie zuletzt E.ons frühere Abfallsparte EEW Energy from Waste beim Kauf des Heizkraftwerk Stavenhagen und des Kraftwerks in Andernach, sowie Entwickler von Photovoltaikanlagen.

Steuerrechtlich arbeitete STS mit PwC zusammen. PwC-Jurist Küpker war zwar zum ersten Mal von STS mandatiert, hatte mit dem Investor Monitor Clipper Partners aber schon in seiner Zeit bei Weil Gotshal & Manges gearbeitet. Neben den Rechtsanwälten begleitete auch der Wirtschaftsprüfer Gerard Schustereder die Transaktion. Inhouse führte den Deal für Monitor Clipper Partners der Ökonom Stephen Lehman aus Zürich heraus.

Für Aspekte im luxemburgischen Recht zog STS zusätzlich MNKS hinzu. Diese Sozietät wurde vor rund zehn Jahren von Marie-Béatrice Noble und Katia Scheidecker gegründet und hat sich im luxemburgischen Markt fest etabliert.

Detlev Neumann, der bisherige Eigentümer und Geschäftsführer von MSS, wird auch nach dem Verkauf im Unternehmen bleiben. Er zog keine externen Rechtsanwälte hinzu, sondern ließ sich dem Vernehmen nach lediglich vom Steuerberater Joachim Tobias von Tobias & Nebel aus Leidersbach unterstützen. (Christina Geimer)

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