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24.11.2015

Nasdaq-IPO verschoben: Congatec wartet mit Dechert und Latham

Der bayrische Computermodulanbieter Congatec hat seinen für Ende der vergangenen Woche angestrebten Start an der US-Technologiebörse Nasdaq wegen des schwächelnden Kapitalmarkts kurzfristig verschoben. Ein Konsortium um die Stifel Bank und Needham begleitete die anvisierte Transaktion.

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Berthold Hummel

Bei Congatec sollten wesentliche Teile der im Zuge des IPO ausgegebenen Papiere aus einem Kreis abgebender Altaktionäre um die Unternehmerfamilien Mühlbauer, Neisen und Iglhaut sowie eines Fonds der Bayern Kapital stammen. Das angestrebte Emissionvolumen hätte bei rund 60 Millionen US Dollar gelegen.

Congatec mit Sitz im niederbayrischen Deggendorf startete vor zehn Jahren und kam 2014 mit rund 200 Mitarbeitern auf einen Umsatz von rund 64 Millionen Euro. Bayern Kapital, eine Tochtergesellschaft der LfA Förderbank Bayern, die auf Technologieunternehmen spezialisiert ist, hatte in den vergangenen Jahren in das Wachstum des Computerspezialisten investiert.

Ob und wann Congatec einen neuerlichen Anlauf zum Börsenstart unternehmen will, ist derzeit noch nicht bekannt. Zwei US-Technologieunternehmen, der Mobil-Bezahldienst Square und der Partnerbörsen-Betreiber Match.com, hatten in der vergangenen Woche den Sprung an die Nasdaq geschafft, dabei aber deutlich weniger Geld als erwartet eingenommen. Im Zuge dessen hatten neben Congatec auch das Energieunternehmen Noble Midstream Partners und der Fahrzeugspezialist Truck Hero ihre IPO-Pläne vorerst auf Eis gelegt.

Berater Congatec
Dechert: Berthold Hummel (München), David Rosenthal (New York; beide Federführung), Dr. Katja Heuterkes (München), Derick Kauffman (Philadelphia; alle Corporate, Dr. Martin Haisch (Steuern), Clemens Graf York von Wartenburg (Kartellrecht; beide Frankfurt), Jeremy Zucker (Handelsrecht; Washington), Joshua Milgrim (Steuern; New York); Associates: Julia Braun, Christian Böhme, Armin Fary, Carina Klaes-Staudt, Dr. Karl von Rumohr (alle München), Allie Stouffer, Kevin Silk (beide Philadelphia; alle Corporate)

Berater Banken
Latham & Watkins: Christopher Lueking (Chicago), Dr. Roland Maaß (Frankfurt; beide Federführung; beide Corporate/Kapitalmarktrecht); Associates: Jennifer Gascoyne, Austin Arnett (beide Corporate, beide Chicago), Maike Gress (Corporate/M&A), Dr. Martin Laborenz (Corporate/Kapitalmarktrecht; beide Frankfurt)

Berater Familien Mühlbauer, Neisen, Iglhaut
Paul Hastings (Frankfurt): Dr. Karl Balz (Corporate/Kapitalmarktrecht – US-Fragen) – aus dem Markt bekannt
Gütt Olk Feldhaus (München): Attila Oldag, Dr. Tilmann Gütt (beide Corporate/Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: Dechert beriet Congatec erstmals und verdankt das Mandat ganz offensichtlich der Arbeit an einem anderen IPO: Vor knapp einem Jahr hatte Dechert den 3D-Drucksystemanbieter Voxeljet bei dessen Börsenstart in den USA begleitet – es war das erste kleinere deutsche Unternehmen, das dort eine Erstnotiz vornahm. Bereits damals galt der Voxeljet-Start als mögliches Vorbild für andere wachstumsstarke deutsche Technologieunternehmen, auch weil der prinzipiell sehr komplexe und aufwendige Börsenstart in den USA für ausländische Unternehmen durch gelockerte aufsichtsrechtliche Regeln einfacher wurde. Wie seinerzeit war nun neben Dechert auch Paul Hastings wieder mit im Spiel, allerdings diesmal nicht an der Seite der Banken, sondern für die abgebenden Gründerfamilien.

Die Arbeit für das begleitende Bankenkonsortium sicherte sich Latham, insbesondere dank guter Kontakte des Chicagoer Partners Lueking zur Stifel Bank. Darüber hinaus gehört Latham zu den erfahrensten Einheiten in der Beratung deutscher Unternehmen bei Kapitalmarktdeals mit US-Bezug. So begleitete sie auch vor fünf Jahren den letzten großen IPO eines deutschen Unternehmens in den USA. Damals konnte der Messtechnikspezialisten Elster mehrere Hundert Millionen Euro einsammeln. (René Bender)

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