Artikel drucken
24.11.2015

Oerlikon-Sparte: Allen & Overy und Latham begleiten weiteren Verkauf

Der Schweizer Industriekonzern OC Oerlikon hat seine unter dem Markennamen Leybold bekannte Vakuumpumpensparte für umgerechnet 486 Millionen Euro an den schwedischen Werkzeug- und Maschinenbauer Atlas Copco verkauft. Leybold Vacuum hat seinen Sitz in Köln und erwirtschaftete zuletzt mit rund 1.650 Mitarbeitern rund 358 Millionen Euro. Leybold-Pumpen werden in Kühlschränken und in der Automobil- und Stahlindustrie eingesetzt.

Oberbracht_Dirk

Dirk Oberbracht

Als kleinste der zuletzt vier Sparten von Oerlikon galt das Unternehmen schon länger als Verkaufskandidat. Die Transaktion soll bis Mitte 2016 abgeschlossen sein. Oerlikon hat in den vergangenen fünf Jahren 13 Firmen gekauft oder verkauft. Das Traditionsunternehmen setzt vor allem auf Oberflächentechnologie, die etwa bei Turbinen eingesetzt wird, sowie auf Produktionsanlagen für Chemiefasern, aus denen Kleider oder auch Fußballkunstrasen bestehen.

Der neue Leibold-Eigner Atlas Copco erwirtschaftete mit mehr als 44.000 Mitarbeitern weltweit im vergangenen Jahr rund 10,3 Milliarden Euro und bietet Produkte und Dienstleistungen wie Kompressoren, Luftaufbereitungssysteme, Elektrowerkzeuge und Montagesysteme an. Im vergangenen Jahr war Atlas Copco mit dem Kauf des britischen Unternehmen Edwards auch ins Geschäft mit Vakuumlösungen eingestiegen.

Berater Atlas Copco
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Dirk Oberbracht (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Tobias Klass (Steuerrecht; Hamburg), Dr. Holger Iversen (Immobilienrecht; Hamburg); Thies Deike (Commercial/IT); Associates: Dr. Jan Schubert, Maike Gress, Annekatrin Pelster, John-Patrick Scherer, Christoph Clausen (alle Corporate/M&A), Dr. Philipp Lukas (Steuerrecht), Dr. Amina-Viviana Malmström (Immobilienrecht; beide Hamburg)
CMS Hasche Sigle: Dr. Christian Haellmigk (Federführung), Dr. Rolf Hempel (beide Stuttgart); Associates: Martin Cholewa, Angelika Wieczorkowski (alle Stuttgart), Benedikt Ecker (Brüssel; alle Kartell-/Wettbewerbsrecht)
Inhouse Recht (Nacka/Schweden): Jörgen Ekelöw (General Counsel M&A/Globale Projekte)

Ulmer_Michael_J

Michael Ulmer

Berater Oerlikon
Allen & Overy:
Dr. Michael Ulmer (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Heike Weber (Steuerrecht; beide Frankfurt), Tobias Neufeld (Arbeitsrecht; Düsseldorf), Dr. Ellen Braun (Kartellrecht; Hamburg); Associates: Tim Spranger (Steuerrecht), Mirko von Bieberstein (Corporate/M&A; beide Frankfurt), Dr. Patrick Flockenhaus (Arbeitsrecht; Düsseldorf), Dr. Lukas Rengier (Kartellrecht; Hamburg)
Inhouse Recht (Pfäffikon): Dr. Mark Mauerhofer, Andreas Weiss, Gerhard Rüegg – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Sowohl Latham als auch Allen & Overy waren erstmals für ihre jeweilige Mandantin tätig. CMS dagegen berät Atlas Copco schon seit vier Jahren kartellrechtlich. Seither begleitete Partner Haellmigk die schwedische Unternehmensgruppe schon mehrfach in Fusionskontrollverfahren, unter anderem 2013 beim Kauf von Edwards sowie im vergangenen Jahr beim Erwerb von Henrob, einem britisch-amerikanischen Spezialisten für Stanznieten. In M&A-Fragen hatte Atlas Copco für den Edwards-Zukauf die US-Kanzlei Pillsbury Winthrop Shaw Pittman eingeschaltet und bei der Henrob-Übernahme Baker & McKenzie. Nun setzte der Konzern mit der Wahl von Latham erneut auf eine Sozietät mit US-Wurzeln, der Kontakt kam über den renommierten Frankfurter M&A-Partner Dirk Oberbracht zustande.

Auch Oerlikon vertraute in der Vergangenheit unterschiedlichen Kanzleien bei Transaktionen. So griff der Schweizer Konzern in Deutschland über Jahre regelmäßig auf Shearman & Sterling zurück, so etwa 2008 beim Verkauf der Blu-ray-Sparte an den fränkischen Maschinenbauer Singulus. In der jüngeren Vergangenheit mandatierte das Unternehmen dagegen vor allem Freshfields Bruckhaus Deringer. Das Mandat war über Kontakte des Düsseldorfer Freshfields-Partners Waldhausen in die Rechtsabteilung zustande gekommen. Der 540 Millionen Euro teure Verkauf des Geschäfts mit Naturfasern an den chinesischen Konzern Jinsheng war dabei die erste abgeschlossene Transaktion, bei der Freshfields die Schweizer begleitete. Im vergangenen Jahr wurde die Sozietät dann auch beim milliardenschweren Kauf der Sparte für Oberflächenlösungen tätig, die Oerlikon vom ebenfalls in der Schweiz beheimateten Sulzer-Konzern erwarb. Und als Oerlikon schließlich in diesem Jahr sein Portfolio an gewerblichen Schutzrechten an Jinsheng verkauft, berieten Markenrechtsexperten von Bird & Bird. In der Schweiz dagegen gilt seit vielen Jahren Niederer & Kraft als die engste Oerlikon-Beraterin. (René Bender)

  • Teilen