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05.11.2015

Zahlungsdienstleister: Equens sucht mit White & Case Schulterschluss mit Worldline

Die französische Worldline und die niederländische Equens, beides Anbieter von Zahlungsverkehrsleistungen, haben eine Absichtserklärung über einen strategischen Zusammenschluss abgegeben. Die Transaktion besteht aus zwei Komponenten: Worldline übernimmt für 72 Millionen Euro von Equens deren Acquiring-Dienstleistungstochter PaySqare komplett. Das Zahlungsverkehrsabwicklungsgeschäft der beiden Unternehmen wird zu Equens Worldline Company verschmolzen.

Matthias Kasch

Matthias Kasch

An dem neuen Unternehmen hält Worldline künftig 63,6, Prozent der Anteile, die verbleibenden 36,4 Prozent liegen bei den derzeitigen Equens-Aktionären ABN Amro Bank, DZ Bank, ICBI, ING Bank und Rabobank. Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2016 abgeschlossen sein. Vorher müssen die betroffenen Geschäftsbereiche noch entsprechend strukturiert und die Betriebsräte gehört werden. Auch die aufsichts- und kartellrechtlichen Genehmigungen stehen noch aus.

Neben dem Hauptsitz im niederländischen Utrecht unterhält Equens Niederlassungen in Frankfurt, Stuttgart, Helsinki, Mailand, Rom und London. In Deutschland geht Equens auf das 2003 gegründete Transaktionsinstitut für Zahlungsverkehrsdienstleistungen zurück, einen Spin-off der DZ Bank. 2006 fusionierte es mit der niederländischen Interpay zu Equens.

Im letzten Jahr erwirtschaftete Equens einen Umsatz von rund 360 Millionen Euro. Miteigenerin Worldline, ein Tochterunternehmen von Atos, erzielte in 2014 einen Umsatz von 1,15 Milliarden Euro. Equens Worldline wird künftig jährlich das Processing von 100 Millionen Zahlungskarten, rund 10 Milliarden Zahlungen sowie 6 Milliarden Point-of-Sale- und Geldautomatenzahlungen abwickeln.

Berater Worldline
DLA Piper (Paris): Jeremy Scemama (Federführung; Corporate), Marie Hindré (Kartellrecht), Philippe Danesi, Pascal Kremp (beide Arbeitsrecht; München), Bertrand Levy, Cécile Szymanski, Arielle Locoh-Donou, Florian Hirschmann (alle Corporate; Frankurt), Dr. Jan Meents, Bernd Siebers (beide IPT; München); Associates: Kenza Alaoui Amini (Paris), Silvio McMiken, Lu Zhang, Tobias Hoppe (alle München; alle Corporate), Timo Betjemann, Dr. Henrietta Norda (beide Köln (Corporate), Fayrouze Masmi-Daz (Kartellrecht), Eva Amor (Paris), Ma-ly Biehl (beide Arbeitsrecht); Wiebke Jakob (beide München; IPT)

Berater Equens
White & Case (Frankfurt): Matthias Kasch (Federführung), Nathalie Negre-Eveillard (Paris; beide M&A), Dr. Bodo Bender (Steuern), Dr. Martin Munz, Markus Mette (beide IT), Dr. Justus Herrlinger (Kartellrecht), Muriel Alhadeff (Banken/Finanzierung; Brüssel), Christian Bock (M&A/Regulierung); Associate: Alann Le Guillou (M&A; Paris)
Inhouse Recht (Utrecht): Robert Huke (Senior Legal Counsel)

Hintergrund: Der Frankfurter White & Case-Partner Kasch begleitet Equens beziehungsweise das Vorgängerunternehmen bereits seit der Ausgründung aus der DZ Bank regelmäßig und beriet 2006 auch den Zusammenschluss mit Interpay. Bei der jetzigen Transaktion waren bei White & Case neben dem genannten Team rund 40 weitere Anwälte im Rahmen der Due Diligence eingebunden.

Im Bieterrennen um Easycash 2009 setzte Equens auf Linklaters, der Zuschlag ging damals aber an die französische Ingenico. Beim Kauf der Commerzbank-Tochter Montrada kam ebenfalls Linklaters zum Einsatz.

Der bei DLA federführende Partner Scemama, der hier mit seinem Team Worldline beriet, war im Oktober 2012 durch die Fusion mit der Corporate-Boutique Frie Bouhenic zu der Großkanzlei gekommen. (Christine Albert)

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