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25.12.2015

Joint Venture: Allen & Overy und King & Wood begleiten Deutsche Börse und Shanghai Stock Exchange

Die Deutsche Börse hat ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Shanghai Stock Exchange und der China Financial Futures Exchange gegründet. Das Joint Venture namens China Europe International Exchange (CEINEX) soll chinesische Finanzinstrumente entwickeln und an internationale Anleger außerhalb Chinas vertreiben, zunächst Aktien, Anleihen und Indexfonds.

Die Deutsche Börse und die Shanghai Stock Exchange halten jeweils 40 Prozent an CEINEX, China Financial Futures Exchange ist zu 20 Prozent beteiligt. Es ist die erste Kooperation dieser Art in Europa. Sitz des Unternehmens ist Frankfurt. Bereits im Mai dieses Jahres hatten die künftigen Joint-Venture-Partner eine strategische Zusammenarbeit vereinbart.

Die Börse in Schanghai ist der führende Aktienmarkt auf dem chinesischen Festland, die China Financial Futures Exchange ist die einzige chinesische Börse für den Handel von Finanzderivaten. Die CEINEX-Gründung gilt daher als wichtiger Schritt für die Öffnung des chinesischen Kapitalmarkts. Die Deutsche Börse wiederum hofft, dass sie nun Produkte in der chinesischen Währung Renminbi anbieten kann, die außerhalb der Volksrepublik bisher nicht verfügbar sind. Deutschlands größter Börsenbetreiber setzt wegen geringer Wachstumsperspektiven in Europa schon seit Jahren verstärkt auf Asien.

Krause_Hartmut

Hartmut Krause

Berater Deutsche Börse
Inhouse Recht (Frankfurt): Holger Klafs (Head of Corporate Legal), Dr. Tobias Gressinger (Corporate Legal)
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Hartmut Krause, Associates: Alexander Wüpper, Dr. Marcus Heinrich (alle Corporate/M&A)

Berater Shanghai Stock Exchange
King & Wood Mallesons: Xu Ping (Peking), Dr. Christian Cornett (Frankfurt; beide Federführung), Dr. Julian Lemor (Frankfurt; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Henning Starke (Bank- und Finanzrecht; Frankfurt), Yanhua Chao (Peking); Associates: Johanna Marniok, Norman Wasse, Xin Li (alle Gesellschaftsrecht/M&A; alle Frankfurt)

Berater China Financial Futures Exchange
Dentons
(Berlin): Dr. Hermann Meller – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Schon seit Jahren berät Allen & Overy die Deutsche Börse immer wieder in Fragen zu Derivaten, insbesondere zum sogenanntem Clearing. Dies ist jedoch die erste abgeschlossene Transaktion, bei der die Kanzlei der Börse zur Seite stand. Bei größeren Transaktionsprojekten griff die deutsche Börse in jüngerer Vergangenheit vor allem auf Linklaters zurück, die schon 2012 bei der anivisierten, aber letztlich letztlich gescheiterten Fusion mit der New Yorker Börse beriet und erst vor wenigen Monaten auch die Übernahme der Devisenplattform 360T begleitete. Darüber hinaus setzte die Deutsche Börse beim Zukauf von Tradegate 2009 auf den damaligen Hogan Lovells-Partner Dirk Besse (heute Morrison & Foerster). Als sie sich 2007 an der Börse in Bombay beteiligte, vertraute sie Noerr.

King & Wood berät die Schanghaier Börse schon länger. Der Kontakt kam ursprünglich über die chinesischen Büros zustande, die jetzige Transaktion ist der erste größere grenzüberschreitende Deal, bei dem auch die deutschen Anwälte der vor zwei Jahren weltweit fusionierten chinesisch-australischen Kanzlei eine maßgebliche Rolle an der Seite der Börse übernahmen.

China Financial Futures Exchange ist eine Stammmandantin von Dacheng, mit der sich Dentons erst Anfang dieses Jahres zur weltweit größten Sozietät zusammenging. Es ist nach dem Zusammenschluss der chinesischen Kanzlei King & Wood Mallesons mit SJ Berwin 2013 die zweite Großfusion mit einer chinesischen Kanzlei. Der jetzt federführende Dentons-Partner Hermann Meller ist im Chinageschäft seit Langem erfahren und begleitete im vergangenen Jahr beispielsweise den chinesischen Baumaschinenhersteller Zoomlion Heavy Industry Science & Technology bei der Übernahme des Baustellentechnikunternehmens m-tec Mathis Technik. Meller teilt seine Arbeitszeit zwischen den Büros in Berlin und Schanghai auf und leitet den deutschen China-Desk der Sozietät. Schon der Dentons-Vergängerkanzlei Salans gehörte der Bank- und Finanzrechtler vor Jahren zu einem vierköpfigen Managementteam, das die Strategie der Sozietät in China entwickelte. (René Bender)

 

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